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Das neue Werbemodell wird an Soundcloud wenig verändern

Sascha Kösch fasst die Veränderungen für Soundcloud auf De:Bug nüchtern zusammen:

Werbung wird nur auf den Accounts von Künstlern laufen, die extra für diese Programm eingeladen wurden. Premier Tier nennt sich das. Nur auf deren Accounts wird Werbung laufen und auch nur dann, wenn die Künstler das explizit wollen. D.h. im Klartext: wenn man in Zukunft (bei Amerika wird es ja nicht bleiben) vor SoundCloud Tracks Werbung hört, dann ist das der ausdrückliche Wunsch des Künstlers, der damit eben etwas Geld verdient.

[..]
Losgelöst davon, dass Label-Partner jetzt einen größeren Zugriff auf die Tracks haben, was in der letzten Zeit öfter für Aufruhr gesorgt hat, weil jetzt nicht nur die automatische Erkennung manchmal Blödsinn macht, sondern auch noch andere im Hintergrund manchmal auch fälschlicherweise Tracks offline nehmen, ist die Art und Weise des Einstiegs von SoundCloud ins Werbebusiness eigentlich die schmerzfreiste Variante.

Dem kann man nur zustimmen.

Merchandise & Co.: Spotify & BandPage kooperieren für Zusatzangebote von Musikern für Fans

Spotify und Bandpage

Spotify und Bandpage arbeiten zusammen, um Musikern die Möglichkeit zu geben, mit geringem Zusatzaufwand Merchandise und andere Produkte ihren Fans anbieten zu können.

Hier die Bandpage-Spotify-Site.

*Promote your merch to more fans and increase sales
*Delight your fans by offering unique experiences
*It’s easy — and free!

hypebot über die Kooperation:

in addition to traditional merch offers like t-­shirts, musicians can profit from additional revenue streams like VIP experiences, secret shows and other exclusive direct artist ­to ­fan offers.

Venturebeat:

“We’re looking at this as ‘commerce on Spotify 2.0′,” BandPage CEO and founder J Sider told VentureBeat. “BandPage already offers over half a million artists the opportunity for new streams of revenue, and now they have access to sell merch and band-to-fan experiences to Spotify’s 40 million users.”

Sider explained that when deals go up on BandPage, they are already available across lots of other music services, such as Shazam, Rhapsody, YouTube, and others.

Man beachte auch die Entwicklung von Topspin, die im Artikel von Venturebeat noch einmal kurz skizziert wird. Kooperationen dieser Art sind nicht zwingend langfristig stabil.

“YouTube Music Key” wird sich von anderen Musikdiensten mit nutzergenerierten Inhalten unterscheiden

Der kommende Musikdienst von YouTube, „YouTube Music Key“,  wird sich von anderen Diensten vor allem durch von Nutzern hochgeladenen Inhalten unterscheiden. Ein naheliegendes Alleinstellungsmerkmal, bedenkt man nicht nur die Ausrichtung von YouTube sondern auch die Mechanismen, die über die Jahre implementiert wurden wie etwa YouTubes Fingerprint-Werkzeug Content ID.

YouTube hat nicht nur die Community sondern auch die Werkzeuge, um die von der Community hochgeladenen Inhalte zu identifizieren.

Zumindest in der Theorie. In der Praxis ist so ein System immer ein Stück weit chaotisch; was nicht der Technologie, sondern der Lizenzthematik geschuldet ist.

Re/code:

But YouTube’s service will have one thing that all the other paid services won’t have, at least for now: The ability to listen to many of the songs users have uploaded, via videos, that aren’t part of music acts’ official catalogs, like concert recordings or remixes.

[..]

That could include everything from dance mixes to fans covering famous artists to famous artists covering famous artists. It’s a really, really long tail, and it seems impossible to imagine it existing anywhere but YouTube. 

Berlin Music Week 2014 steht vor der Tür

Das vollständige Programm der Berlin Music Week (BMW), die vom 3. bis 5.9. stattfinden wird, steht, mitsamt den im Rahmen der BMW stattfindenden VUT Indie Days, fest.

Die Berlin Music Week, deren Konferenzaspekte der inoffizielle Nachfolger der nicht vermissten Popkomm geworden sind, war letztes Jahr inhaltlich ein voller Erfolg.1 Ein Besuch ist also jedem empfohlen, der/die sich für die Zukunft der Musikbranche interessiert.

Siehe auch die Newsübersicht zur Berlin Music Week beim Musikmarkt.


  1. Nicht etwas, das man von den letzten Popkomm-Ausgaben sagen könnte. 

Majorlabels verlangen Beteiligungen an Soundcloud, drohen mit Urheberrechtsklagen

Im Artikel der New York Times zur Einführung der Werbung auf Soundcloud versteckt sich ein harmlos erscheinender Absatz, der viel über die Machtkämpfe hinter den Kulissen der Musikbranche verrät:

As part of their licensing talks, major labels and some independents are negotiating with SoundCloud for equity stakes in the company; in exchange, the labels will agree not to sue SoundCloud over past copyright infringements, according to numerous people involved in the talks.

Beteiligungen, mit vorteilhaften Bedingungen, zu erpressen, ist kein neuer Schritt der Labels. Dazu zählt auch, entsprechende Lizenzauszahlungen auf diese Art einseitig zu bestimmen. Dieses Vorgehen hat die Onlinemusikbranche mindestens ein Jahrzehnt gekostet, weil so schrittweise jeder neue Dienst unprofitabel gemacht oder gehalten wurde. Die Zitrone auspressen, bis kein Saft mehr kommt.

Letztlich müssen alle jüngsten Entwicklungen bei SoundCloud vor diesem Hintergrund betrachtet werden. Ähnlich wie beim On-Demand-Streaming a la Spotify und co. ziehen auch hier die Majorlabels die Fäden im Hintergrund. Denn sie entscheiden als marktbeeinflussende Monopolisten über Gedeih und Verderb der Anbieter.

Wer mit einem UGC-Modell wie Soundcloud nicht so wie die Majorlabels es wollen mitspielt, kann immer auch verklagt werden.

Soundcloud wird Werbung einführen

Soundcloud wird Werbung einführen und damit dem selbstgesteckten Ziel, das YouTube für Sound zu werden, ein weiteres Stück näher kommen.
Die New York Times berichtet als erste.

On Thursday, as part of a new licensing deal with entertainment companies, SoundCloud will begin incorporating advertising and for the first time let artists and record labels collect royalties. Eventually, it plans to introduce a paid subscription that will let listeners skip those ads, as they can with Spotify and other licensed services.

- via www.nytimes.com

Wenig überraschend ist der Schritt hin zur Werbung auch eine Folge des Drucks aus der Tonträgerindustrie, die sich von Soundcloud eine zusätzliche Einnahmequelle erhofft.

In many ways the move is a reaction to industry pressure to license content and produce revenue. It also reflects SoundCloud’s complex relationship with record labels, which use the service to promote new releases and even hunt for new talent but have been irritated by their inability to make money from SoundCloud’s millions of listeners.

Die Werbung wird im Rahmen von Soundcloud Premier, dem neuen Lizenz-Programm, laufen:

For its new program, Premier, SoundCloud will sign licensing agreements with music companies that will allow it to run advertising on its service. Most of the revenue from those ads will go to the content provider, said Jeff Toig, SoundCloud’s chief business officer, although he declined to be more specific.

Das alles ist tatsächlich eine relativ genaue Nachbildung des Werbemodells von YouTube, das Rechteinhaber an Werbeeinnahmen von Videos beteiligt, die Nutzer hochgeladen haben, aber Inhalte der Rechteinhaber beinhalten.

Update:

Ein Productmanager von Soundcloud erklärt Details zum neuen Premier-Programm auf Hacker News:

One thing that might not be totally clear in our messaging about this right now is that ads will only play against tracks premier members have chosen to monetise. If you aren’t monetising your tracks, your listeners won’t be affected.

[..]

A premier track is a track uploaded and owned by a SoundCloud member who is part of the premier program. It can be monetised (ads can play in front of it) or not. The premier tier is currently invite-only but we want to open it up to more artists as fast as we can.
If a user (currently US only) is listening to their stream and they start playing a track a premier member has decided to monetise an ad will play in front of it. There are some other factors that will influence ad frequency obviously, but that is the general behaviour.

(Hervorhebungen von mir)

YouTubes kommender Musikdienst wird „YouTube Music Key“ heißen

Android Police hat Neuigkeiten zum kommenden Musikdienst von YouTube, der „YouTube Music Key“ heißen soll und parallel zu „Google Play Music All Access“ angeboten werden wird.

Wenig überraschend, weil Teil der Majorlabelverträge, wird auch der neue Google-Musikdienst 9,99$ pro Monat kosten.

YouTube is set to launch a service called YouTube Music Key, and Google is set to rebrand Google Play Music All Access to Google Play Music Key.
Specifically, it looks like YouTube Music Key will offer ad-free music, audio-only playback (for background or screen-off listening), and offline playback.

Of course, one of Music Key’s major value propositions is that users will have access not just to official discographies, but to concert footage, covers, and remixes. Play Music already houses some remixes and covers, but YouTube as a platform is significantly more open and workable for derivative content – the platform is much easier to add content to, and user discoverability is substantially different from Play Music.

Vevo steht nicht mehr zum Verkauf

Vevo, die Musikvideoplattform, die ein Joint Venture von Majorlabeln und YouTube ist, stand längere Zeit zum Verkauf. Nun haben sich die Labels gegen einen Verkauf entschieden, wie die New York Post berichtet und wollen Vevo weiter ausbauen. Angesichts des vor dem Umbruch stehenden TV-Geschäfts sicher keine schlechte Idee.

Vevo is the fifth’s-biggest destination on the Web, pulling in 43.5 million uniques — placing it just behind Google, Facebook, AOL and Yahoo!, according to ComScore’s July data, released Monday.
Vevo derives most of its traffic from YouTube, but, sources said, Rio Caraeff, president and CEO, has done a good job loosening its reliance on the No. 1 video streaming site by pushing its syndicated platform across the Web.

Das in Portland sitzende Vadio Inc., ein Musikvideodienstleister, hat just mit Vevo einen Deal abgeschlossen, um Musikvideos zu Webradiodiensten zu bringen:

The goal of the partnership is to help Web radio services host music videos, which command higher rates for advertising, according to Vadio Chief Executive Officer Bryce Clemmer. Vevo’s videos and the ads that appear on them will provide additional revenue as competition for listeners grows from streaming services such as Spotify Ltd. and Pandora Media Inc. 

“What we’re doing is taking any audio stream, something like iHeartRadio, Pandora or Spotify, and evolving it to video,” Clemmer said in an interview. “Most content delivered through services like Pandora is audio content, and that’s been very hard to monetize profitably.”

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