Clicky

Berlin Music Week 2014 steht vor der Tür

Das vollständige Programm der Berlin Music Week (BMW), die vom 3. bis 5.9. stattfinden wird, steht, mitsamt den im Rahmen der BMW stattfindenden VUT Indie Days, fest.

Die Berlin Music Week, deren Konferenzaspekte der inoffizielle Nachfolger der nicht vermissten Popkomm geworden sind, war letztes Jahr inhaltlich ein voller Erfolg.1 Ein Besuch ist also jedem empfohlen, der/die sich für die Zukunft der Musikbranche interessiert.

Siehe auch die Newsübersicht zur Berlin Music Week beim Musikmarkt.


  1. Nicht etwas, das man von den letzten Popkomm-Ausgaben sagen könnte. 

Majorlabels verlangen Beteiligungen an Soundcloud, drohen mit Urheberrechtsklagen

Im Artikel der New York Times zur Einführung der Werbung auf Soundcloud versteckt sich ein harmlos erscheinender Absatz, der viel über die Machtkämpfe hinter den Kulissen der Musikbranche verrät:

As part of their licensing talks, major labels and some independents are negotiating with SoundCloud for equity stakes in the company; in exchange, the labels will agree not to sue SoundCloud over past copyright infringements, according to numerous people involved in the talks.

Beteiligungen, mit vorteilhaften Bedingungen, zu erpressen, ist kein neuer Schritt der Labels. Dazu zählt auch, entsprechende Lizenzauszahlungen auf diese Art einseitig zu bestimmen. Dieses Vorgehen hat die Onlinemusikbranche mindestens ein Jahrzehnt gekostet, weil so schrittweise jeder neue Dienst unprofitabel gemacht oder gehalten wurde. Die Zitrone auspressen, bis kein Saft mehr kommt.

Letztlich müssen alle jüngsten Entwicklungen bei SoundCloud vor diesem Hintergrund betrachtet werden. Ähnlich wie beim On-Demand-Streaming a la Spotify und co. ziehen auch hier die Majorlabels die Fäden im Hintergrund. Denn sie entscheiden als marktbeeinflussende Monopolisten über Gedeih und Verderb der Anbieter.

Wer mit einem UGC-Modell wie Soundcloud nicht so wie die Majorlabels es wollen mitspielt, kann immer auch verklagt werden.

Soundcloud wird Werbung einführen

Soundcloud wird Werbung einführen und damit dem selbstgesteckten Ziel, das YouTube für Sound zu werden, ein weiteres Stück näher kommen.
Die New York Times berichtet als erste.

On Thursday, as part of a new licensing deal with entertainment companies, SoundCloud will begin incorporating advertising and for the first time let artists and record labels collect royalties. Eventually, it plans to introduce a paid subscription that will let listeners skip those ads, as they can with Spotify and other licensed services.

- via www.nytimes.com

Wenig überraschend ist der Schritt hin zur Werbung auch eine Folge des Drucks aus der Tonträgerindustrie, die sich von Soundcloud eine zusätzliche Einnahmequelle erhofft.

In many ways the move is a reaction to industry pressure to license content and produce revenue. It also reflects SoundCloud’s complex relationship with record labels, which use the service to promote new releases and even hunt for new talent but have been irritated by their inability to make money from SoundCloud’s millions of listeners.

Die Werbung wird im Rahmen von Soundcloud Premier, dem neuen Lizenz-Programm, laufen:

For its new program, Premier, SoundCloud will sign licensing agreements with music companies that will allow it to run advertising on its service. Most of the revenue from those ads will go to the content provider, said Jeff Toig, SoundCloud’s chief business officer, although he declined to be more specific.

Das alles ist tatsächlich eine relativ genaue Nachbildung des Werbemodells von YouTube, das Rechteinhaber an Werbeeinnahmen von Videos beteiligt, die Nutzer hochgeladen haben, aber Inhalte der Rechteinhaber beinhalten.

Update:

Ein Productmanager von Soundcloud erklärt Details zum neuen Premier-Programm auf Hacker News:

One thing that might not be totally clear in our messaging about this right now is that ads will only play against tracks premier members have chosen to monetise. If you aren’t monetising your tracks, your listeners won’t be affected.

[..]

A premier track is a track uploaded and owned by a SoundCloud member who is part of the premier program. It can be monetised (ads can play in front of it) or not. The premier tier is currently invite-only but we want to open it up to more artists as fast as we can.
If a user (currently US only) is listening to their stream and they start playing a track a premier member has decided to monetise an ad will play in front of it. There are some other factors that will influence ad frequency obviously, but that is the general behaviour.

(Hervorhebungen von mir)

YouTubes kommender Musikdienst wird „YouTube Music Key“ heißen

Android Police hat Neuigkeiten zum kommenden Musikdienst von YouTube, der „YouTube Music Key“ heißen soll und parallel zu „Google Play Music All Access“ angeboten werden wird.

Wenig überraschend, weil Teil der Majorlabelverträge, wird auch der neue Google-Musikdienst 9,99$ pro Monat kosten.

YouTube is set to launch a service called YouTube Music Key, and Google is set to rebrand Google Play Music All Access to Google Play Music Key.
Specifically, it looks like YouTube Music Key will offer ad-free music, audio-only playback (for background or screen-off listening), and offline playback.

Of course, one of Music Key’s major value propositions is that users will have access not just to official discographies, but to concert footage, covers, and remixes. Play Music already houses some remixes and covers, but YouTube as a platform is significantly more open and workable for derivative content – the platform is much easier to add content to, and user discoverability is substantially different from Play Music.

Vevo steht nicht mehr zum Verkauf

Vevo, die Musikvideoplattform, die ein Joint Venture von Majorlabeln und YouTube ist, stand längere Zeit zum Verkauf. Nun haben sich die Labels gegen einen Verkauf entschieden, wie die New York Post berichtet und wollen Vevo weiter ausbauen. Angesichts des vor dem Umbruch stehenden TV-Geschäfts sicher keine schlechte Idee.

Vevo is the fifth’s-biggest destination on the Web, pulling in 43.5 million uniques — placing it just behind Google, Facebook, AOL and Yahoo!, according to ComScore’s July data, released Monday.
Vevo derives most of its traffic from YouTube, but, sources said, Rio Caraeff, president and CEO, has done a good job loosening its reliance on the No. 1 video streaming site by pushing its syndicated platform across the Web.

Das in Portland sitzende Vadio Inc., ein Musikvideodienstleister, hat just mit Vevo einen Deal abgeschlossen, um Musikvideos zu Webradiodiensten zu bringen:

The goal of the partnership is to help Web radio services host music videos, which command higher rates for advertising, according to Vadio Chief Executive Officer Bryce Clemmer. Vevo’s videos and the ads that appear on them will provide additional revenue as competition for listeners grows from streaming services such as Spotify Ltd. and Pandora Media Inc. 

“What we’re doing is taking any audio stream, something like iHeartRadio, Pandora or Spotify, and evolving it to video,” Clemmer said in an interview. “Most content delivered through services like Pandora is audio content, and that’s been very hard to monetize profitably.”

Musikbusinessnews: Rhapsody, Gramofon, U.S.-Streamingmarkt

Weitere Musikbusinessnews der letzten Tage:

Musikbusinessnews: gigflip, Prince, SoundCloud und mehr

Weitere Musikbusinessnews der letzten Tage:

Youtube will Indie-Musiklabels zu neuer Streamingplattform “überreden”

Golem.de:

Youtube hat unabhängigen Musikunternehmen ein Ultimatum gesetzt, neue Verträge zu unterschreiben. Wenn die Labels dem nicht nachkommen, werden die Inhalte gesperrt. Das gab der Verband unabhängiger Musikunternehmen (VUT) bekannt. Dabei geht es offenbar um den Start eines neuen Streamingservices von Youtube noch in diesem Jahr. Dazu gibt es unbestätigte Berichte in der Musikbranche über eine Einladung zu einer Youtube-Veranstaltung am 25. Juni in Anaheim im US-Bundesstaat Kalifornien.

Nach Angaben der Verbände sollen die von Youtube ‚vorgeschlagenen‘ Preise unter denen der Streamingdienste wie Spotify liegen. Das kann man alles recht negativ auslegen.

Man sollte allerdings auch nicht vergessen, dass der von den Majorlabels (je nachdem was man hört) mehr oder weniger festgeschriebene Monatspreis von ca. 10€ pro Monat für On-Demand-Streaming-Angebote letztlich zu hoch für den Markt ist.

Hintergrundinformationen zu den Verhandlungen und Verträgen gern per Email an kontakt@neumusik.com.

Die 3 Gründe, warum Apple Beats übernimmt: Iovine, Marke und Musikstreaming

 

Jimmy Iovine, Tim Cook, Dr. Dre und Eddie Cue

Nach  den sehr offensichtlichen Gerüchten der letzten Tage ist die Übernahme nun offiziell: Apple übernimmt Beats für drei Milliarden US-Dollar.

Die Gründe, die sich nun langsam in den nächsten Tagen, Wochen und Monaten heraussschälen werden, haben nicht nur mit Musik zu tun.

Wie ich bereits während der ersten Gerüchte vermutet habe, scheint es ein Bündel aus drei Gründen zu sein, warum Apple den populären Kopfhörerhersteller und Streaminganbieter Beats übernimmt:

1. Grund Jimmy Iovine: Jimmy Iovine wird Apple-Manager. Apple braucht wie alle anderen Tech-Konzerne auch die Kooperationswilligkeit der Entertainmentindustrie, um auf den eigenen Plattformen Musik und Filme anbieten zu können. Einen Insider und Veteran dieser Industrie im eigenen Unternehmen als für die Beziehungen mitverantwortlichen Manager zu haben, ist sehr wertvoll. Den Wechsel von Iovine in die obersten Apple-Riegen kann man nicht hoch genug einschätzen. Vor allem, da Apple nicht mehr wie in den Anfangstagen von iTunes und iPod ein kleiner Underdog ist, sondern mittlerweile einer der einflussreichsten Konzerne der Welt darstellt. Das macht Verhandlungspartner vor allem angesichts der Marktanteile von iTunes zu recht vorsichtig.

2. Grund Musikstreamingdienst: iTunes ist nach wie vor stark im Downloadgeschäft. Der Musikkonsum im Massenmarkt bewegt sich aber weg vom Kauf und Besitz und hin zu (On-Demand-)Streaming und Zugang. Apple hat iTunes Radio, eine Art eigenes Pandora, das werbefinanziert oder in Verbund mit iTunes Match werbefrei ist.

Apple hatte aber bisher nicht: Einen On-Demand-Streaming-Dienst. Eine Präsenz auf anderen Plattformen wie beispielsweise Android.

Statt iTunes nun nach Android zu bringen, können sie das existente Beats weiterbetreiben und ausbauen. Da Streaming auch eine Social-Komponente hat, ist die Plattformagnostik auch für Apple nicht optional.

Hier kommt auch wieder Iovine zum Tragen. Wenn ein Streaminganbieter übernommen wird, verfallen die ausgehandelten Verträge mit den großen Rechteinhabern (den verbliebenen Majorlabeln) und müssen neu verhandelt werden. Eine Apple-Übernahme von Spotify oder Rdio hätte diesbezüglich ein Desaster werden können. Iovine ist quasi eine Art Absicherung für Apple, dass sie nicht einen Streamingdienst übernehmen und danach, weil die Majorlabels keinen neuen Verträgen zu für Apple akzeptablen Konditionen zustimmen wollen, ohne Musik auf diesem Dienst dastehen. Iovine könnte auch bereits im Vorfeld des Deals die Lage sondiert und geklärt haben. Das wäre allerdings im legalen Graubereich.

Last not least, passt auch der Kurationsansatz von Beats hervorragend in die (diesbezüglich etwas rückwärts gewandte) Philosophie von Apple. Ein Bonuspunkt, mehr aber nicht.

3. Grund Marke: Die Größenordnung, in der sich Apple mit seinem internationalen iPhone-Geschäft bewegt, übersteigt die gesamte weltweite Tonträgerindustrie:

 

Musikindustrie: Globaler Umsatz im Vergleich

Apple braucht Musik auf seinen Plattformen. Das ist aber längst ein Hygienefaktor geworden. Auch Streaming bewegt hier nicht mehr die Umsatznadel. Die ersten beiden Gründe wären also vielleicht nicht genug gewesen, um ein Unternehmen wie Beats zu übernehmen. Der dritte Grund könnte der weitaus wichtigere werden. Es ist der Grund, warum Beats  die erste Übernahme in der Firmengeschichte von Apple ist, bei der die Marke des Unternehmens anschließend erhalten bleibt: 

Beats hat es mit seinen Kopfhörern geschafft, erfolgreich vor allem junge Menschen davon zu überzeugen, teure Hardware zu kaufen und zu tragen, mag man von den Produkten halten was man will. Beats ist eine Marke der jungen, hippen Menschen. Von Samsung über Google bis Apple vollziehen gerade oder planen die großen Hardwarehersteller den Einstieg in den noch fast nicht existenten Markt der Wearables. Wearables sind kleine Computer, die man am Körper trägt und die unterschiedliche Funktionen übernehmen können. Nikes Fitnesstracker, das Fuelband, ist beziehungsweise war so ein Wearable. (Der berichtete Rückzug von Nike aus dem Geschäft lässt sich auch als ein weiteres Signal des bevorstehenden Starts der Wearables-Kategorie bei Apple lesen. Apple-CEO Tim Cook sitzt im Board of Directors bei Nike.) Wearables sind neben dem “vernetzten Haus“ logische Erweiterungen der Smartphoneplattformen.

Kopfhörer sind Wearables. Beats ist eine hervorragend etablierte Marke. Tim Cook hat, wenn er nach Wearables gefragt wurde, in Interviews immer betont, wie schwer es ist, junge Menschen davon zu überzeugen, beispielsweise eine Uhr zu tragen. Das ist, zumindest aktuell, schlicht nicht modisch. Eine Marke wie Beats kann diese Herausforderung für Apple zumindest abschwächen.

Deshalb wird es in naher Zukunft, vielleicht in einem Jahr, vielleicht bereits zum Weihnachtsgeschäft diesen Jahres, erste Beats-Produkte geben, die keine Kopfhörer sind.

Soundcloud beliebtester Musikstreamingdienst in asiatischen Schwellenländern

Soundcloud ist in asiatischen Schwellenländern, wenig überraschend, der populärste Musikstreamingdienst.

Tech in Asia über eine aktuelle Studie:

As music streaming services become more visible to consumers in Asia, it turns out that Germany-based SoundCloud is the most-used music streaming app in emerging markets in Asia. This is according to a recent study.

In a survey conducted this month among 700 smartphone users in Indonesia, India, the Philippines and Vietnam, respondents picked SoundCloud as their top choice for getting tunes. The music sharing and streaming site is reportedly the most used in Indonesia at 31 percent, and the third most used in the Philippines and Vietnam at 12 and 23 percent, respectively.

Aktuell kursiert das Gerücht, dass Twitter den Kauf von SoundCloud erwägt.

Gramofon: Die “Cloud Jukebox” von Fon

gramofon.jpg

Gramofon ist eine neue Box, die Stereoanlage und Smartphones, sprich also Internet und Streamingdienste, miteinander über das heimische WLAN-Netz verbinden will. In der Kickstarter-Kampagne beschreibt Gramofon die Arbeitsweise so: 1. Connect your … [Continue reading]

Verwertungsgesellschaft C3S sucht Entwickler

C3S, die neue Verwertungsgesellschaft in Deutschland, die eine Alternative zur GEMA werden will und seit Ende März eine eingetragene Genossenschaft ist, sucht Entwickler: Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines Softwareprodukts zur Integration … [Continue reading]

Musikbusinessnews: Rhapsody, Pono, Topspin, Bandpage und mehr

Weitere Musikbusinessnews der letzten Tage: Rhapsody Paid Subscribers Jumps 63% To 1.7M Das verdient man mit Musik im Netz « Spreeblick interessanter Einblick. Neil Young's Pono Kickstarter Passes $5.2 Million, But Younger Music Fans Show … [Continue reading]

Spotify scheint Börsengang für Herbst 2014 zu planen

Wie Quartz berichtet, hat Spotify begonnen mit Investmentbanken über einen möglichen Börsengang zu sprechen, der noch im Herbst diesen Jahres stattfinden könnte: The popular music-streaming company has participated in informal chats with some of … [Continue reading]

Musikbusinessnews: Songza,De La Soul, Ticketfly und mehr

Weitere Musikbusinessnews der letzten Tage: Digital Music Report 2013: Streaming-Dienste sind auf dem Vormarsch Songza now pulls data from The Weather Channel to recommend music | VentureBeat | Media | by Tom Cheredar CD Baby Sync Licensing Paid … [Continue reading]

Übernahme von The Echo Nest durch Spotify erschüttert die Streaming-Welt

Die Übernahme von The Echo Nest durch Spotify hat die Musikstreamingwelt erschüttert. Die 100-Millionen-$-Übernahme1 hat mit einem Schlag den Status Quo auf dem Markt über den Haufen geworfen. The Echo Nest arbeitet als Dienstleister im Hintergrund … [Continue reading]

Musikbusinessnews: Sonos, Milk Music, Tape.tv und mehr

Weitere Musikbusinessnews der letzten Tage: Younity Turns Your Computers Into A Music Cloud Sonos sold $535 million worth of internet-connected speakers in 2013 97 Prozent Wachstum von 2012 auf 2013. iTunes Radio overtakes Spotify, gaining on … [Continue reading]

Amazon arbeitet an eigenem Musikstreamingdienst

Das Wall Street Journal berichtet von Verhandlungen zwischen Amazon und Musiklabels für einen Streamingdienst von Amazon: Amazon.com is hoping to offer an on-demand music-streaming service to customers of its Amazon Prime program, but it may … [Continue reading]

EU-Parlament verabschiedet neue Regeln für Verwertungsgesellschaften und Musiklizenzen

David Pachali berichtet auf irights.info über die im EU-Parlament heute verabschiedete „Richtlinie über die kollektive Wahrnehmung von Urheber- und verwandten Schutzrechten und die Vergabe von Mehrgebietslizenzen für die Online-Nutzung von Rechten an … [Continue reading]

Musikbusinessnews: GEMA, Filesharing, PingTune und mehr

Weitere Musikbusinessnews der letzten Tage: Urheberrecht: Auch die Gema fordert Geld für Youtube-Einbettungen - Golem.de ""A HREF" ist kein Problem, "Video SRC" soll dagegen bald Geld kosten. Dies fordert nun auch die deutsche Gema. Danach soll … [Continue reading]