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Erfahrungsbericht: 5 Wege für Musiker zu neuen Fans

Anm. d. Red.: Der folgende Text erschien ursprünglich als Kommentar zum Artikel 3 Wege, wie Musiker über bestehende Fans neue Fans erreichen können. Musiker Ey Lou Flynn über seine Erfahrungen:

Ich hab selbst ein kleines Musikprojekt laufen und liste mal auf, was für mich ganz persönlich gut funktioniert hat:

1) Wie es der Blogeintrag ja schon so ähnlich vorschlägt – jedem CD-Käufer (unangekündigt) eine zweite CD beilegen, inklusive netter „verschenk mich“-Aufforderung. CDs sind auch bei kleinen Auflagen nicht wirklich teuer, da braucht es eigentlich keine „Billig-Version“. Weiterverkauf über eBay? Wird fast nie passieren. Wenn man Leuten Vertrauen entgegenbringt, nutzen es die wenigsten aus.

(Kostenlose Aufkleber beizulegen, falls vorhanden, ist auch nie verkehrt. Aufkleber sind Pfennigkram und im Grunde kleine Werbeflächen für die Band.)

2) Songs unter Creative Commons stellen, verständlich erklären, was das bedeutet und dass die Weitergabe der Musik erwünscht ist. Das ist natürlich nur etwas für Bands, die kein Problem damit haben, dass von dem CC-Konzept dann auch in jeder Hinsicht Gebrauch gemacht wird.

3) Ein paar phantasievolle (Youtube-)Musikvideos drehen. Die werden weitergegeben, gebloggt und rumgezeigt wie irre.

4) Jede Form von persönlicher Interaktion mit Fans und Interessierten. Das muss nicht extrem zeitaufwendig laufen, aber es muss aufrichtig sein. Wenn ein gewisses ‚freundschaftliches Verhältnis‘ besteht, empfehlen viele Leute Musik, Videos oder die Band freiwillig und gerne weiter. Und wenn nicht, kann man einfach mal direkt darum bitten.

5) Ein Forum / Streetteam / Fanclub ins Leben rufen und der ganzen Fanschar, egal wie klein, die Möglichkeit geben, sich untereinander auszutauschen. Wenn das ein positives Erlebnis ist, werden öfters Freunde nachgeholt.

Punkte 4 und 5 sind natürlich etwas aufwendiger, aber auch in anderer Hinsicht wahnsinnig wertvoll, wenn gut umgesetzt.

Entscheidend ist auch folgendes: Egal, was die Band tut, die meisten Fans können/werden nur in sehr geringem Ausmaß zu neuen Fans beitragen und fast nie Mund-zu-Mund-Werbung betreiben. Eine Minderheit ist diesbezüglich dagegen sehr aktiv. Und sozial ganz besonders gut vernetzt. Und genießt einen gewissen „Trendsetter“-Status.

Ganz simples Beispiel für so eine Person: Ein Musikblogger mit Stammleserschaft. Solche Menschen unter den eigenen Fans zu finden und bestmöglich zu fördern, ist grundsätzlich eine sehr gute Idee.

Weniger sinnvoll, meiner Meinung nach:

– „A song for a tweet“, „A song for a facebook-share“ und solche Dienste. Das ist ziemlich ineffektiv und man fühlt sich als Musikfan schnell zu etwas genötigt, was man eigentlich nicht will.

Wie gesagt, alles nur persönliche Erfahrungen ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit.