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Chart des Tages: Der Tod der Tonträgerindustrie

Business Insider verweist auf eine interessante, wenn auch nicht mehr ganz taufrische Grafik auf Basis von Zahlen der RIAA, die aktuell im Netz die Runde macht:

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Verschiedene Anmerkungen dazu:

Natürlich zeigen die Zahlen nicht die Entwicklung der gesamten Musikbranche sondern lediglich der Tonträgerindustrie. Bekanntlich wächst der Gesamtumsatz der Musikbranche in Ländern wie Norwegen, Schweden, UK und USA.

Es fehlen hier für eine Betrachtung der gesamten Branchenentwicklung also Zahlen wie etwa die Entwicklung der Konzerteinnahmen.

„Digital“ erfasst nur die Einnahmen über Downloads, nicht die über Streaming-Dienste. Generell scheinen „Digital“-Zahlen ‚unterrepräsentiert‘ zu sein, wie dieser Kommentar andeutet. Angesichts der Quelle der Zahlen wäre das nicht verwunderlich.

Es wird schön sichtbar, was für eine immense Cash Cow die CD für die Tonträgerindustrie war.

Bleibt die Entwicklung bestehen, wird die CD in diesem Jahrzehnt ihr Ende als (für die Branche im Massenabsatz signifikanter) Tonträger finden.

Die Labels haben in der Post-Napster-Dekade mehr verdient als in den 70ern und 80ern. Auch ein bemerkenswertes Detail, betrachtet man die öffentlichen Debatten.

Auf jeden Fall zeigt der Chart noch einmal, dass die unter anderem durch den Wiederverkauf der Backkataloge ermöglichte CD-Blase der Neunziger NICHT die Messlatte für die Tonträgerindustrie sein kann:

Regardless, as the chart indicates, it may not make much sense to use the height of the compact disc era (fueled in part by fans replacing LPs and cassettes with CDs) as the main reference point for determining the health of today’s music industry — especially when YouTube reports a 200- to 300-percent increase in its payouts to record labels during 2010.

Update: Eben fällt mir auf, dass die Grafik wahrscheinlich nicht inflationsbereinigt ist, was einige der Aussagen wieder relativiert.

Siehe auch: