Clicky

GEMA veröffentlicht Zahlen zu neuem Streaming-Tarif für werbefinanzierte Services

Gestern hat die GEMA die Veröffentlichung dreier neuer Tarife angekündigt, die teilweise im Rahmen der Einigung mit dem BITKOM ausgearbeitet wurden.

Neben zwei Tarifen, die die Lizenzierung von für den Nutzer kostenpflichtigen Diensten abdecken und direktes Ergebnis der Verhandlungen mit der BITKOM sind, wird in der neuen Pressemitteilung ein dritter für kostenlose (werbefinanzierte) im Detail beschrieben.

Künftig werden 10,25% der durch die Musiknutzung erzielten Einnahmen für die Vergütung der durch die GEMA vertretenen Urheber und ihrer Verlage zugrunde gelegt, um diese angemessen an der Nutzung ihrer Rechte zu beteiligen. Das Tarifmodell wird ergänzt um abgestufte Mindestvergütungen von 0,6 Cent/Stream für Dienste mit hoher Interaktivität, von 0,31 Cent/Stream für Dienste mittlerer und von 0,025 Cent/Stream für Dienste niedriger Interaktivität.

Die Höhe der Gebühr kann gesenkt werden, wenn der jeweilige Service einen Gesamtvertrag mit der GEMA abschließt. In diesem Fall beträgt die Abgabe 8,2% der Einnahmen, mindestens aber 0,48 Cent / 0,25 Cent / 0,02 Cent pro Stream bzgl. der oben beschriebenen Abstufung von hoher, mittlerer und niedriger Interaktivität.

Damit bietet die GEMA nach eigener Aussage ein „reformiertes Tarifsystem“ an:

Mit diesen drei Tarifen veröffentlicht die GEMA insgesamt ein neues, reformiertes Tarifsystem für praktisch alle Anwendungen und Geschäftsmodelle im Bereich Music-on-Demand. Auf dieser Basis können nun kostenlose – d. h. insbesondere werbefinanzierte –, entgeltliche und Freemium-Modelle mit Musikinhalten nach einem einheitlichen Tarifsystem lizenziert werden.

Fraglich bleibt die genaue Definition und Granularität des Begriffs „Interaktivität“ in diesem Zusammenhang. Nahe liegt eine Einstufung von YouTube als „hoch interaktiv“. Wie wenig interaktiv Services sein müssen, um als „niedrig interaktiv“ zu gelten, ist unklar. Hier sieht auch Steffen Holly (AUPEO!) noch Gesprächsbedarf.

Zur Pressemitteilung der GEMA äußerte sich BITKOM-Bereichsleiter Mario Rehse gegenüber dpa (via heise online) wie folgt:

Werbefinanzierte Dienste werden von unserer bisherigen Einigung mit der Gema nicht umfasst.

Die einseitige Tarifveröffentlichung der Gema war aber ein Szenario, mit dem wir rechnen mussten.

Laut heise online prüft der Bitkom, wie mit den neuen Forderungen umzugehen sei.

  • Pingback: Aktuelles 20. Dezember 2011()

  • Ich frage mich auch, wie die GEMA „Stream“ definiert. Meine Vermutung wäre, dass jede Verbindung eines Clients zum Streaming-Server als Stream gewertet wird, alles andere würde ja nicht wirklich Sinn ergeben.

    Ein Dienst mit „hoher Interaktivität“, z.B. würde ich Simfy dazu zählen, müsste dann aber jedesmal zahlen, wenn ich einen neuen Song anklicke. Da wird’s dann schon wieder schwieriger.

    Wenn ich aber einmal in der Woche eine zweistündige Sendung werbefrei zum Streamen anbiete, und es hören 100 Leute zu, müsste ich 2.50 Euro/Sendung zahlen. Vielleicht sollte man die GEMA mal fragen …

  • Stimmt. Gute Fragen.

  • Pingback: Will GEMA mit ihren Tarifen werbefinanziertes Streaming erschweren?()

  • Pingback: neunetzcast #6: Wir addieren für euch()