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KSK-Studie der Piraten zur Einkommensentwicklung bei Kreativen sorgt für Aufregung

Christian Hufgard, Urheberrechtsexperte der Piratenpartei und Vorsitzender des Vereins Musikpiraten, hat sich die Entwicklung der bei der KSK angemeldeten Einkommen von 1995 bis 2011 angeschaut. (PDF)

Über die Studie und die erste Debatte habe ich auf neunetz.com bereits berichtet: Künstlereinnahmen von 1995 bis 2011 in Deutschland gewachsen? Zumindest nicht massiv eingebrochen. Mein Fazit:

Allerdings zeigen die Entwicklungen der KSK-Zahlen vor allem, dass es den oft beschworenen Einbruch im Einkommen der Kreativen nicht gegeben hat. Hat sich der Einkommensmix im Zeitraum geändert? Mit Sicherheit. Die Zahl der Kreativen ist allerdings zusätzlich gestiegen. Und: gibt es einen Rückgang an veröffentlichter Musik und anderer Kultur in dem Zeitraum? Wenn nicht, wo liegt dann das Problem?

Zu diesem Punkt fehlen meines Wissens nach noch Zahlen für Deutschland. Es würde mich aber überraschen, wenn wir in Deutschland diesbezüglich siginifikante Rückgänge zu verzeichnen hätten.

In den USA ist die Anzahl der Veröffentlichungen von Musik, Büchern und Filmen in den letzten Jahren bekanntlich erheblich angestiegen.

Auch der VUT hat auf die Piraten-Studie reagiert. Matthias Spielkamp ist auf irights.info auf die VUT-Stellungnahme eingegangen:

Wenn man bei der Piratenstudie Hinweise darauf findet, dass Hufgard zu einem Ergebnis kommen wollte, das ihm ins Konzept passt, so ist es beim VUT völlig offensichtlich, dass Fakten lediglich strategisch eingesetzt werden. Und der VUT somit genau das tut,  was er Hufgard vorwirft.

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Da stellt sich doch die Frage: Wenn so viele neue Verwertungsmöglichkeiten entstanden sind, warum kommt dann kein Geld bei den Musikern an? Und diese Frage müsste ein Verband der Verwerter doch eigentlich beantworten können.

  • Dj-nameless

    „Da stellt sich doch die Frage: Wenn so viele neue Verwertungsmöglichkeiten entstanden sind, warum kommt dann kein Geld bei den Musikern an? Und diese Frage müsste ein Verband der Verwerter doch eigentlich beantworten können.“

    Ganz einfach: Weil heute quasi „jeder“ mit dem PC irgendwelche „Kunst“ zusammenklicken kann (z. B. Billigtechno-Sound), und auch die kostenlose Veröffentlichung übers Internet kein Problem mehr darstellt, ist die Zahl der „Künstler“ innerhalb weniger Jahre um ein Vielfaches angestiegen.

    Die Zahlen der KSK sind übrigens nicht repräsentativ – ich zitiere deren Homepage:
    „Erzielt ein selbständiger Künstler oder Publizist nicht mindestens ein voraussichtliches Jahresarbeitseinkommen, das über der gesetzlich festgelegten Grenze liegt, so ist er versicherungsfrei. Das bedeutet, dass weder eine Versicherungspflicht in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung noch in der Rentenversicherung besteht. Diese Grenze liegt ab dem Jahre 2004    bei    3.900,00 EURO jährlich bzw. 325,00 EURO monatlich.“

    Da nur die wenigsten Künstler mit ihrer Tätigkeit so viel verdienen, werden die schon mal von der KSK ausgeschlossen, und tauchen daher nicht in der Statistik auf – aus diesem Grund falle ich auch aus der Statistik raus, weil ich mit der Kunst eben weniger als diesen Mindestbeitrag verdiene und auf Sozialhilfe/Grundsicherung angewiesen bin.

    DJ Nameless