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Google Music bekommt werbefreie Onlineradioversion in den USA

Eine kostenfreie Radiovariante à la Pandora und co. ergibt für On-Demand-Streaming-Anbieter als Zusatzoption viel Sinn. Spotify hat es, andere auch. Jetzt auch Google. Google schaltet außerdem keine Werbung, nimmt also Verluste hin, um Marktanteile aufzubauen. Vorerst US-only. Auch das Timing ist interessant.

Mac Rumors:

Google today announced that it’s adding a free tier to its Google Music subscription service, just a week ahead of the launch of Apple Music. Apple Music doesn’t include a free listening tier, but it is accompanied by a free ad-supported radio service that provides users with a way to access music without shelling out cash.

Google’s free listening tier is built around Songza, the radio-based streaming service that Google purchased last July. It includes curated radio stations and playlists, which Google describes as human-curated and crafted „song by song“ for moods and activities like working out or driving. It’s currently available in the United States and rolling out to Android and iOS devices this week.

Nach Taylor Swifts öffentlicher Beschwerde: Rechteinhaber werden künftig für Streams in 3 Probemonaten bei Apple Music bezahlt

Nach dem VUT und anderen Indie-Labels und Verbänden hat sich nun mit Taylor Swift auch eine Mainstream-Künstlerin über die drei Probemonate bei Apple Music beschwert, in der Apple kein Geld an Labels (und damit Musiker) ausschütten wird. Sie kündigte an, ihre jüngstes Album zurückzuhalten. (Die drei royaltyfreien Probemonate sind etwas, das Apple im Vorfeld mit dem Kartell der Majorlabels ausgehandelt hat. Man darf vermuten, dass die Majorlabels mit festen Vorauszahlungen oder Vergleichbarem kompensiert werden.)

Taylor Swifts offener Brief / Blogpost hat scheinbar Apples Position diesbezüglich geändert.

Re/code hat mit Apples Media-Chef Eddie Cue gesprochen:

This morning, Swift wrote an open letter to Apple – on Tumblr – complaining about the company’s policy of not paying music owners when people try its upcoming Apple Music service for a three-month trial period.

Tonight, Apple media boss Eddy Cue appears to have capitulated.

(..)

Cue says Apple will pay rights holders for the entire three months of the trial period. It can’t be at the same rate that Apple is paying them after free users become subscribers, since Apple is paying out a percentage of revenues once subscribers start paying. Instead, he says, Apple will pay rights holders on a per-stream basis, which he won’t disclose.

Details sind noch unklar.

Es bleibt erstaunlich, dass das alles acht(!) Tage vor dem Launch von Apple Music stattfindet.

VUT: 3 Probemonate bei Apple Music ohne Lizenzzahlungen gefährdet Existenz von Musikern

Unter anderem Golem berichtet über eine Pressemitteilung des VUT zu Apple Musics drei Probemonaten, in denen keine Lizenzen gezahlt werden sollen:

„Wir als VUT begrüßen neue Geschäftsmodelle und weitere Anbieter auf dem Streaming-Markt. Jedoch sind die von Apple angebotenen Vertragsbedingungen völlig unangemessen“, erklärte der Geschäftsführer Jörg Heidemann. „Dies kann für unsere Mitglieder und deren Künstlerinnen und Künstler zu erheblichen Umsatzeinbußen bei den Lizenzeinnahmen führen, im Extremfall kann dies existenzgefährdend sein.“

Das ist recht schizophren. Auf der einen Seite wird ständig von Verbänden und Musikern darüber gejammert, wie gering die Auszahlungen aus On-Demand-Streaming sind. Auf der anderen Seite sollen jetzt drei kostenfreie Probemonate bei Apple Music so hohe Einkommenseinbußen verursachen, dass die Nichtzahlung der Streaminggebühren existenzgefährdend ist?

Das ist keine gute Argumentation.

Interessant ist, dass die unabhängigen Unternehmen erst „vor kurzem“ die Verträge für den Streamingdienst erhalten haben, der auch hierzulande bereits am 30. Juni starten soll. Aus der Pressemitteilung:

Die Verträge für Apples neuen Streamingdienst „Apple Music“, dessen Start für Ende des Monats in Deutschland geplant ist, wurden vor Kurzem auch an unabhängige Labels und Aggregatoren geschickt.

Das macht noch einmal deutlich, wer über die Streamingkonditionen global entscheidet: Das Kartell der Majorlabels.

Bisher zum Thema:

Apple Music: ~73% Ausschüttung außerhalb USA, keine Lizenzzahlungen für Trialperiode

Re/code:

Here are the real numbers, according to Robert Kondrk, the Apple executive who negotiates music deals along with media boss Eddy Cue: In the U.S., Apple will pay music owners 71.5 percent of Apple Music’s subscription revenue. Outside the U.S., the number will fluctuate, but will average around 73 percent, he told Re/code in an interview. Executives at labels Apple is working with confirmed the figures.

Those totals include payments to the people who own the sound recordings Apple Music will play, as well as the people who own the publishing rights to songs’ underlying compositions. That doesn’t mean the money will necessarily go to the musicians who recorded or wrote the songs, since their payouts are governed by often-byzantine contracts with music labels and publishers.

Apple won’t pay music owners anything for the songs that are streamed during Apple Music’s three-month trial period, a bone of contention with music labels during negotiations for the new service.

Spotify: 20 Mio. zahlende Abonnenten, 75 Mio. Nutzer, 3 Milliarden $ an Musiker ausgezahlt

Spotify freut sich im eigenen Blog über 20 Millionen zahlende Abonnenten:

Today, we have reached more than 20 million subscribers and more than 75 million active users. 10 million subscribers in our first five and a half years – and another 10 million subscribers in just a single year! That’s an average of one new subscriber every three seconds over the last year. Wow.

And, more people listening on Spotify means more payouts to the creators of the music you love. As we grow, the amount of royalties we pay out to artists, songwriters and rights holders continues to climb faster than ever. We have now paid more than $3 billion USD in royalties, including more than $300 million in the first three months of 2015 alone.

Aufgrund der anhaltenden Debatte darüber, wie viel/wenig Musiker über Streaming einnehmen, hat Spotify zwei Grafiken angefügt:

one-year-payout-top-100-global-superstar-1

one-year-payout-niche-heritage

Die jüngsten Zahlen bedeuten, dass die Conversionsrate von Free-Nutzer zu zahlenden Nutzern zum ersten Mal seit 2013 gestiegen ist: von 25 Prozent auf 26,67 Prozent.

Spotify bezahlt wenig überraschend sein Wachstum mit steigenden Verlusten: 2014 betrugen diese 197 Mio. $, ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 289 Prozent (68 Millionen $).

Apple Music ab 30. Juni auch in Deutschland verfügbar

heise: Apple Music ab 30. Juni auch in Deutschland:

Deutschland wird zu den 100 Ländern zählen, in denen Apple Music von Anfang an verfügbar sein soll. Das erfuhr Mac & i aus informierten Kreisen. Der neue Musik-Streaming-Dienst wird zum 30. Juni offiziell eingeführt, wie Apple am Montag auf der Entwicklerkonferenz WWDC ankündigte

Apple Music (mehr Infos unter anderem hier) wird sich vornehmlich aus drei Komponenten zusammensetzen:

  1. Der klassische Streaming-Teil
  2. Apple Music Connect, eine Art Social Network für Musiker und Fans, auf dem Musiker eigenes Material („Candid shots from backstage. In-progress lyrics. A rough cut of a new video.“) ihren Fans zeigen können.
  3. Radio, zu dem die globale Radiostation Beats One gehört.

Eine Verzahnung mit iTunes und unter anderem der Zugang von iTunes Match in den Funktionsumfang von Apple Music runden das Angebot ab.

Ein Preis für Deutschland ist noch nicht bekannt, aber er wird sich in den gleichen Sphären bewegen wie die Monatspreise von Spotify bis Deezer. Apple konnte die Majorlabels hier von keinem anderen Preismodell überzeugen. (10$/Monat in den USA) Nur der Familiendiscount ist hoch: 15$ pro Monat für bis zu sechs Personen.

Dass Apple hier punkten konnte, verwundert nicht. Über das iOS-eigene „Family Sharing“ gibt es bereits eine Infrastruktur, auf die man zurückgreifen kann. Missbraucht werden kann das nur schwerlich: Alle Mitglieder der iOS-„Family“ sind auf eine Kreditkarte registriert. Etwaige zusätzliche Vorauszahlungsforderungen der Labels stellen für Apple ebenfalls kein Problem dar.

Spotify plant bereits ein ähnliches (identisches) Preismodell. Nicht überraschend: Auch wenn Spotify die OS-Infrastruktur fehlt, die Apple vorweisen kann, können die Labels Apple keinen Preisvorsprung lassen.

Es ist also zu erwarten, dass der Familiendiscount von Apple Music zu allen On-Demand-Streaming-Anbietern kommen wird.

Spotify sammelt 526 Millionen $ bei Bewertung von 8,5 Milliarden $ ein

Mit der neuen Finanzierungsrunde kommt Spotify nun auf 23 Investoren, darunter unter anderem TeliaSonera, eines der größten Telekommunikationsunternehmen Europas, Goldman Sachs und klassische Risikokapitalgeber wie KPCB. Das ebenfalls aus Schweden kommende TeliaSonera hat allein 115 Millionen US-Dollar investiert.

Tech.eu:

Barely 48 hours since the Apple Music announcement and Daniel Ek’s less than impressed tweet, and it appears that Spotify have strengthened their war chest even further as the Wall Street Journal report that the Swedish streaming company have closed a $526 million round at a fresh valuation of $8.5 billion. 

Midemlab: Music discovery, recommendation & creation

Ausführliche Berichterstattung vom Midemlab auch bei den Netzpiloten:

In der ersten von drei Pitch-Sessions des Midemlab auf der diesjährigen Midem, stellten sich Startups zu den Themen Musik entdecken, Musik empfehlen und Musik erstellen vor. // von Tobias Schwarz

Midemlab: Kuration ist das Thema

heise über Midemlab-Kandidaten: Midemlab: Selfie-Karaoke, Armband für mehr Bass und Vinyl:

Das französische Start-up Soundsgood will sämtliche existierenden Kuratoren unter einem Dach vereinen, CEO Josqiun Farge nennt sein Unternehmen „Pinterest für Musik“. Als „Tripadvisor für Musik“ versteht sich dagegen das ebenfalls aus Frankreich stammende The Best Song. Das Start-up erstellt Charts aus den Songs, die auf den verschiedenen Musikdiensten am beliebtesten sind.

„90 Prozent der Künstler werden überhaupt nie gehört“, so Alvaro Gomez, Mitgründer von Tradiio. Der Portugiese will aus den Nutzern seiner Plattform Talent-Scouts machen, die über eine virtuelle Währung den Marktwert ihrer Lieblingskünstler steigern.

Geleakter Vertrag: SoundCloud plant werbefreie Abonnements

TechCrunch analysiert einen geleakten Vertrag (via Digital Music News), den SoundCloud wohl mit Labels für sein neues Angebot abschließen wird:

SoundCloud would pay 10.5 percent of its revenue including ads or about 22 percent of what it makes on sound recording rights — whichever is higher, according to the contract. The document proposes a deal for the aggregated independent labels, and implies similar deals could be reached with each of the three major record labels: Warner Brothers, Sony and Universal. A Most Favored Nation clause could keep compensation to the NMPA publishers equal to any deals with the majors once market share is taken into account.

Bezüglich eines werbefreien Soundcloud-Angebots:

One tier, codenamed “Additional Services,” would let users pay for an audio and visual ad-free experience and download a limited amount of music, presumably similar to syncing options from services like Spotify. Labels could take $0.18 per Additional Services per user per month if it’s higher than the revenue or sound recording rights income for this tier.

However, this would still only offer access to a limited catalog of music. A “SoundCloud Full Catalog Subscription Service” would offer paid access to an even wider array of music. Labels could get $0.80 per user per month for this tier if it’s higher than the other compensation arrangements.

Dazu kommt eine Vorauszahlung von 350.000 $ für die Vereinigung der unabhängigen Musikpublisher.

Zoë Keating und das Streaming-Problem, wenn Shop und Plattensammlung synonym sind

Zoë Keating über die Bedingungen für YouTubes neuen Streamingdienst:

This new music service agreement covers my Content ID account and it includes mandatory participation in Youtube’s new subscription streaming service, called Music Key, along with all that participation entails. Here are some of the terms I have problems with:

1) All of my catalog must be included in both the free and premium music service. Even if I don’t deliver all my music, because I’m a music partner, anything that a 3rd party uploads with my info in the description will be automatically included in the music service too.

2) All songs will be set to “montetize”, meaning there will be ads on them.

3) I will be required to release new music on Youtube at the same time I release it anywhere else. So no more releasing to my core fans first on Bandcamp and then on iTunes.

4) All my catalog must be uploaded at high resolution, according to Google’s standard which is currently 320 kbps.

5) The contract lasts for 5 years.

I can’t think of another streaming service that makes such demands. And if I don’t sign? My Youtube channel will be blocked and I will no longer be able to monetize (how I hate that word) 3rd party videos through Content ID.

Der unabhängige Analyste Ben Thompson empfiehlt Keating, Youtube den Rücken zu kehren:

In fact, while Keating may be a radical, I think she’s also entirely rational: I’m increasingly of the opinion that all-you-can-eat subscription services like YouTube Music Key or Spotify are a downright bad idea for niche artists.

Das Problem für Keating und andere Musiker, und der Teil des Ganzen, den Thompson übersieht:

Streamingdienste sind nicht nur Shop, sondern auch Plattensammlung. Sie liefern nicht nur den Zugang zur Musik, sondern sind auch die Basis, auf der die Musik organisiert wird:

With on demand streaming services the shop (you get access, you pay per flatrate) is simultaneously your record collection (‘saved’ music, playlists etc.).

This means for musicians being on a streaming service or not has more implications then just deciding where and how to charge. It directly affects where and how your music can be listened to.

Dieser Umstand führt direkt zu Ökosystemen mit Netzwerkeffekten. Sprich Lock-In und Machtgefälle.

Lesenswert in diesem Zusammenhang wie immer auch wieder Leonhard Dobusch auf netzpolitik.org:

Und während die Androhung einer Sperre des YouTube-Kanals von einem YouTube-Sprecher gegenüber Billboard dementiert wird, bestätigt derselbe Bericht die Verknüpfung von Content ID und dem neuen Musik-Streamingdienst “Music Key”. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass dessen kostenpflichtiges Angebot auch über sämtliche kostenlosen Inhalte auf YouTube verfügt. Entscheidend ist in diesem Zusammenhang, dass Content-ID und Streaming auf Einzelfallbasis verhandelt und abgeschlossen werden. Billboard zitiert in diesem Zusammenhang den Vertreter eines Indie-Labels, der von einem “langen und unangenehmen” Verhandlungsprozess mit YouTube berichtet.

Und seine Einschätzung:

(..)nur eine winzig kleine Minderheit an Kreativen samt deren Verlagen verfügen über die Position, mit großen Plattformen wie YouTube, Amazon, Apple in Verhandlungen zu treten – von Augenhöhe ganz zu schweigen. Taylor Swift und ihr Major Label können es sich leisten – aus welchen Gründen auch immer – ihre Musik bei Spotify sperren zu lassen und bei YouTube Sonderkonditionen auszuhandeln (außerhalb Deutschlands sind ihre Werke dort nämlich verfügbar). Die große Mehrzahl an Kunstschaffenden und Labels kann das nicht. Gleichzeitig ist der Verhandlungsaufwand wegen der Vielzahl an Rechten und Rechtinhabern so groß, dass er sich nur für große Plattformen lohnt.
Im Ergebnis führt diese Situation zu intransparenten Vertragskonstruktionen, von denen die großen Plattformbetreiber und die großen Superstars profitieren. Die große Mehrheit der Kunstschaffenden steht jedoch schlechter da als im Falle von kollektiver Rechtewahrnehmung durch Verwertungsgesellschaften wie GEMA und GVL.

CDs sind tot, und Musikdownloads ebenso

CDs sind tot, schreibt der Atlantic und unterlegt die Aussage mit Zahlen:

That doesn’t seem like such a controversial statement. Maybe it should be. The music business sold 141 million CDs in the U.S. last year. That’s more than the combined number of tickets sold to the most popular movies in 2014 (Guardians) and 2013 (Iron Man 3). So „dead,“ in this familiar construction, isn’t the same as zero. It’s more like a commonly accepted short-cut for a formerly popular thing is now withering at a commercially meaningful rate.

And if CDs are truly dead, then digital music sales are lying in the adjacent grave. Both categories are down double-digits in the last year, with iTunes sales diving at least 13 percent.

NewImage

Insgesamt keine überraschende Entwicklung, besonders nicht für langjährige neumusik.com-Leser.

Now that music is superabundant, the business (beyond selling subscriptions to music sites) thrives only where scarcity can be manufactured—in concert halls, where there are only so many seats, or in advertising, where one song or band can anchor a branding campaign.

Nearly every number in Nielsen’s 2014 annual review of the music industry is preceded by a negative sign, including chain store sales (-20%), total new album sales (-14%), and sales of new songs online (-10.3%). Two things are up: streaming music and vinyl album sales.

[..]

Vinyl accounts for 3.5 percent of total album sales. The CD market (which is dead, remember) is 15-times larger.

Der deutsche CD-Markt steht traditionell stärker da als der US-Markt, aber die Medienentwicklung geht auch an Deutschland nicht vorbei.

Warum kauft Apple für 50 Millionen US-Dollar Musicmetric?

Apple hat für -laut Financial Times- 50 Millionen US-Dollar das UK-Unternehmen Semetric übernommen. Semetric ist der Anbieter von Musicmetric, ein Analysewerkzeug für Musiker und Labels.

Eine naheliegende Antwort auf die Frage ‚warum?‘ ist die bevorstehende Umwandlung des von Apple übernommenen Streaming-Dienstes Beats in Apples eigenen Streamingdienst, der vielleicht, vielleicht auch nicht, direkt mit iTunes verbunden wird. Musicmetric kann die Grundlage für Rankings und Empfehlungen liefern.

Daten werden aber immer wichtiger, auch für die Musikindustrie. Analysewerkzeuge werden folglich wertvoller für alle Akteure der Branche. Apple könnte es hier auch um ein ganzheitlicheres Angebot gehen, bei dem Musicmetric ein Puzzlestück ist. Dass der Streamingdienst dadurch attraktiver wird, wäre ein für Apple netter Nebeneffekt.

Janko Roettgers auf GigaOm:

Musicmetric is first and foremost an industry resource, providing artists and labels with detailed statistics on their performance on Twitter, Facebook and select music services. The growing importance of this kind of data shows that the music industry itself is changing — as the business is moving from the sale of music as a product to services and experiences, data is becoming increasingly important, and helping bands and labels make the most of it could help to make up for some of the lower royalties that have irked musicians, and occasionally pushed them to remove their music from streaming services altogether.

Das neue Werbemodell wird an Soundcloud wenig verändern

Sascha Kösch fasst die Veränderungen für Soundcloud auf De:Bug nüchtern zusammen:

Werbung wird nur auf den Accounts von Künstlern laufen, die extra für diese Programm eingeladen wurden. Premier Tier nennt sich das. Nur auf deren Accounts wird Werbung laufen und auch nur dann, wenn die Künstler das explizit wollen. D.h. im Klartext: wenn man in Zukunft (bei Amerika wird es ja nicht bleiben) vor SoundCloud Tracks Werbung hört, dann ist das der ausdrückliche Wunsch des Künstlers, der damit eben etwas Geld verdient.

[..]
Losgelöst davon, dass Label-Partner jetzt einen größeren Zugriff auf die Tracks haben, was in der letzten Zeit öfter für Aufruhr gesorgt hat, weil jetzt nicht nur die automatische Erkennung manchmal Blödsinn macht, sondern auch noch andere im Hintergrund manchmal auch fälschlicherweise Tracks offline nehmen, ist die Art und Weise des Einstiegs von SoundCloud ins Werbebusiness eigentlich die schmerzfreiste Variante.

Dem kann man nur zustimmen.

Merchandise & Co.: Spotify & BandPage kooperieren für Zusatzangebote von Musikern für Fans

Spotify und Bandpage

Spotify und Bandpage arbeiten zusammen, um Musikern die Möglichkeit zu geben, mit geringem Zusatzaufwand Merchandise und andere Produkte ihren Fans anbieten zu können.

Hier die Bandpage-Spotify-Site.

*Promote your merch to more fans and increase sales
*Delight your fans by offering unique experiences
*It’s easy — and free!

hypebot über die Kooperation:

in addition to traditional merch offers like t-­shirts, musicians can profit from additional revenue streams like VIP experiences, secret shows and other exclusive direct artist ­to ­fan offers.

Venturebeat:

“We’re looking at this as ‘commerce on Spotify 2.0′,” BandPage CEO and founder J Sider told VentureBeat. “BandPage already offers over half a million artists the opportunity for new streams of revenue, and now they have access to sell merch and band-to-fan experiences to Spotify’s 40 million users.”

Sider explained that when deals go up on BandPage, they are already available across lots of other music services, such as Shazam, Rhapsody, YouTube, and others.

Man beachte auch die Entwicklung von Topspin, die im Artikel von Venturebeat noch einmal kurz skizziert wird. Kooperationen dieser Art sind nicht zwingend langfristig stabil.

Youtube will Indie-Musiklabels zu neuer Streamingplattform „überreden“

Golem.de:

Youtube hat unabhängigen Musikunternehmen ein Ultimatum gesetzt, neue Verträge zu unterschreiben. Wenn die Labels dem nicht nachkommen, werden die Inhalte gesperrt. Das gab der Verband unabhängiger Musikunternehmen (VUT) bekannt. Dabei geht es offenbar um den Start eines neuen Streamingservices von Youtube noch in diesem Jahr. Dazu gibt es unbestätigte Berichte in der Musikbranche über eine Einladung zu einer Youtube-Veranstaltung am 25. Juni in Anaheim im US-Bundesstaat Kalifornien.

Nach Angaben der Verbände sollen die von Youtube ‚vorgeschlagenen‘ Preise unter denen der Streamingdienste wie Spotify liegen. Das kann man alles recht negativ auslegen.

Man sollte allerdings auch nicht vergessen, dass der von den Majorlabels (je nachdem was man hört) mehr oder weniger festgeschriebene Monatspreis von ca. 10€ pro Monat für On-Demand-Streaming-Angebote letztlich zu hoch für den Markt ist.

Hintergrundinformationen zu den Verhandlungen und Verträgen gern per Email an kontakt@neumusik.com.

Die 3 Gründe, warum Apple Beats übernimmt: Iovine, Marke und Musikstreaming

 

Jimmy Iovine, Tim Cook, Dr. Dre und Eddie Cue

Nach  den sehr offensichtlichen Gerüchten der letzten Tage ist die Übernahme nun offiziell: Apple übernimmt Beats für drei Milliarden US-Dollar.

Die Gründe, die sich nun langsam in den nächsten Tagen, Wochen und Monaten heraussschälen werden, haben nicht nur mit Musik zu tun.

Wie ich bereits während der ersten Gerüchte vermutet habe, scheint es ein Bündel aus drei Gründen zu sein, warum Apple den populären Kopfhörerhersteller und Streaminganbieter Beats übernimmt:

1. Grund Jimmy Iovine: Jimmy Iovine wird Apple-Manager. Apple braucht wie alle anderen Tech-Konzerne auch die Kooperationswilligkeit der Entertainmentindustrie, um auf den eigenen Plattformen Musik und Filme anbieten zu können. Einen Insider und Veteran dieser Industrie im eigenen Unternehmen als für die Beziehungen mitverantwortlichen Manager zu haben, ist sehr wertvoll. Den Wechsel von Iovine in die obersten Apple-Riegen kann man nicht hoch genug einschätzen. Vor allem, da Apple nicht mehr wie in den Anfangstagen von iTunes und iPod ein kleiner Underdog ist, sondern mittlerweile einer der einflussreichsten Konzerne der Welt darstellt. Das macht Verhandlungspartner vor allem angesichts der Marktanteile von iTunes zu recht vorsichtig.

2. Grund Musikstreamingdienst: iTunes ist nach wie vor stark im Downloadgeschäft. Der Musikkonsum im Massenmarkt bewegt sich aber weg vom Kauf und Besitz und hin zu (On-Demand-)Streaming und Zugang. Apple hat iTunes Radio, eine Art eigenes Pandora, das werbefinanziert oder in Verbund mit iTunes Match werbefrei ist.

Apple hatte aber bisher nicht: Einen On-Demand-Streaming-Dienst. Eine Präsenz auf anderen Plattformen wie beispielsweise Android.

Statt iTunes nun nach Android zu bringen, können sie das existente Beats weiterbetreiben und ausbauen. Da Streaming auch eine Social-Komponente hat, ist die Plattformagnostik auch für Apple nicht optional.

Hier kommt auch wieder Iovine zum Tragen. Wenn ein Streaminganbieter übernommen wird, verfallen die ausgehandelten Verträge mit den großen Rechteinhabern (den verbliebenen Majorlabeln) und müssen neu verhandelt werden. Eine Apple-Übernahme von Spotify oder Rdio hätte diesbezüglich ein Desaster werden können. Iovine ist quasi eine Art Absicherung für Apple, dass sie nicht einen Streamingdienst übernehmen und danach, weil die Majorlabels keinen neuen Verträgen zu für Apple akzeptablen Konditionen zustimmen wollen, ohne Musik auf diesem Dienst dastehen. Iovine könnte auch bereits im Vorfeld des Deals die Lage sondiert und geklärt haben. Das wäre allerdings im legalen Graubereich.

Last not least, passt auch der Kurationsansatz von Beats hervorragend in die (diesbezüglich etwas rückwärts gewandte) Philosophie von Apple. Ein Bonuspunkt, mehr aber nicht.

3. Grund Marke: Die Größenordnung, in der sich Apple mit seinem internationalen iPhone-Geschäft bewegt, übersteigt die gesamte weltweite Tonträgerindustrie:

 

Musikindustrie: Globaler Umsatz im Vergleich

Apple braucht Musik auf seinen Plattformen. Das ist aber längst ein Hygienefaktor geworden. Auch Streaming bewegt hier nicht mehr die Umsatznadel. Die ersten beiden Gründe wären also vielleicht nicht genug gewesen, um ein Unternehmen wie Beats zu übernehmen. Der dritte Grund könnte der weitaus wichtigere werden. Es ist der Grund, warum Beats  die erste Übernahme in der Firmengeschichte von Apple ist, bei der die Marke des Unternehmens anschließend erhalten bleibt: 

Beats hat es mit seinen Kopfhörern geschafft, erfolgreich vor allem junge Menschen davon zu überzeugen, teure Hardware zu kaufen und zu tragen, mag man von den Produkten halten was man will. Beats ist eine Marke der jungen, hippen Menschen. Von Samsung über Google bis Apple vollziehen gerade oder planen die großen Hardwarehersteller den Einstieg in den noch fast nicht existenten Markt der Wearables. Wearables sind kleine Computer, die man am Körper trägt und die unterschiedliche Funktionen übernehmen können. Nikes Fitnesstracker, das Fuelband, ist beziehungsweise war so ein Wearable. (Der berichtete Rückzug von Nike aus dem Geschäft lässt sich auch als ein weiteres Signal des bevorstehenden Starts der Wearables-Kategorie bei Apple lesen. Apple-CEO Tim Cook sitzt im Board of Directors bei Nike.) Wearables sind neben dem „vernetzten Haus“ logische Erweiterungen der Smartphoneplattformen.

Kopfhörer sind Wearables. Beats ist eine hervorragend etablierte Marke. Tim Cook hat, wenn er nach Wearables gefragt wurde, in Interviews immer betont, wie schwer es ist, junge Menschen davon zu überzeugen, beispielsweise eine Uhr zu tragen. Das ist, zumindest aktuell, schlicht nicht modisch. Eine Marke wie Beats kann diese Herausforderung für Apple zumindest abschwächen.

Deshalb wird es in naher Zukunft, vielleicht in einem Jahr, vielleicht bereits zum Weihnachtsgeschäft diesen Jahres, erste Beats-Produkte geben, die keine Kopfhörer sind.

Gramofon: Die „Cloud Jukebox“ von Fon

Gramofon

Gramofon ist eine neue Box, die Stereoanlage und Smartphones, sprich also Internet und Streamingdienste, miteinander über das heimische WLAN-Netz verbinden will.

In der Kickstarter-Kampagne beschreibt Gramofon die Arbeitsweise so:

1. Connect your Gramofon to the sound system or speakers of your choice.

2. Connect Gramofon to the Internet via ethernet or on your current WiFi. 

3. Connect any Android or iOS phone to the Gramofon’s WiFi signal.

4. Stream your favorite playlist from Spotify or listen to the free radio service powered by WahWah, all directly through the cloud.

Gramofon arbeitet mit einem separaten, öffentlichen WLAN-Netz, über das sich Freunde mit Smartphones einloggen können. GigaOm:

Gramofon functions like any Fon router in that it shares a user’s internet connection through a separate public network, making sure that visitors won’t access files on your computer or slow down your network. At the same time, it also uses Wi-Fi as a kind of authenticator for social music consumption. Friends that come to your place can authenticate via Facebook, for example, and then automatically start to play music on your Gramofon, without the need to share Wi-Fi passwords or link their mobile devices with the music player.

Spotify ist integriert in Gramofon. Weitere Streamingdienste werden über eine kommende Programmierschnittstelle eingebunden werden können. TechCrunch:

Eventially the Gramofon will have an API so it can integrate any music service with Gramofon and can support as many different providers as possible. It comes with WahWah built in, this is a free radio service that works with Gramofon (the service will start in the USA, Spain and Brazil, and expand over time). 

Fon, der Hersteller von Gramofon, ist ein spanisches Unternehmen, dass mit eigenen, an die Nutzer verkauften Routern ein WIFI-Hotspot-Netzwerk weltweit aufbaut. Wer mit einem eigenen Fon-Router einen Hotspot für andere Fon-Nutzer bereitstellt, erhält selbst Zugang zu all den anderen Hotspots der Fon-Nutzer. Wer ein Gramofon kauft, wird automatisch Fon-Mitglied und kann die über 12 Millionen Wifi-Hotspots weltweit nutzen. Das ist zumindest der Deal für das Crowdfunding. (Siehe auch das Interview mit Fon-CEO Martin Varsavsky auf TechCrunch)

Zur Crowdfunding-Kampagne, die mehr Werbung + Vorbestellung als alles andere ist, kostet Gramofon zwischen 30 und 40$. Im Handel wird das Gerät später je nach Farbe 50$ (in weiß) oder 60$ (in schwarz) kosten.

Es sieht ganz danach aus, als ob Gramofon die erschwinglichere Alternative zu Sonos wird.

Spotify scheint Börsengang für Herbst 2014 zu planen

Logo von Spotify
Wie Quartz berichtet, hat Spotify begonnen mit Investmentbanken über einen möglichen Börsengang zu sprechen, der noch im Herbst diesen Jahres stattfinden könnte:

The popular music-streaming company has participated in informal chats with some of the investment banks likely to fight for a role in a potential IPO, sources familiar with the process said. The six-year-old service may start holding formal meetings as early as next month in anticipation of an offering in autumn. (Though the timeline for a possible IPO could change for a number of reasons, including unfavorable market conditions.)

Ein Börsengang würde notwendiges Geld in die Kriegskassen von Spotify spülen. Interessant wäre ein Börssengang aber vor allem für Musiker und andere aus der Branche, weil Spotify damit der erste On-Demand-Streaming-Dienst wäre, der konkrete, detaillierte Zahlen über das eigene Geschäft offenlegen muss.

Das könnte mindestens die erstaunlich faktenfreie öffentliche Diskussion über die Zahlungen an Musiker verändern.

Ein Börsengang wäre darüber hinaus gut für die Branche, weil sie unabhängige Unternehmen benötigt, die sich langfristig komplett und ausschließlich auf das Musikgeschäft konzentrieren; im Gegensatz zu den Musikabteilungen der großen Konzerne von Apple über Google bis Samsung.

Übernahme von The Echo Nest durch Spotify erschüttert die Streaming-Welt

Logo von Spotify
Die Übernahme von The Echo Nest durch Spotify hat die Musikstreamingwelt erschüttert. Die 100-Millionen-$-Übernahme1 hat mit einem Schlag den Status Quo auf dem Markt über den Haufen geworfen. The Echo Nest arbeitet als Dienstleister im Hintergrund nicht nur für Musik-Apps sondern auch für praktisch alle On-Demand-Streaming-Dienste als die Empfehlungsmaschine, die gleiche Songs gruppiert und so zum Beispiel automatisierte Radiostationen ermöglicht:

In addition to Spotify, it had amassed a wide range of customers for its music personalization and discovery technology. Some of those, today, are direct competitors of Spotify’s. They include Clear Channel’s iHeartradio, Beats Music, Rdio and SiriusXM.com — as well as others like the BBC, Foursquare, MTV, Twitter, VEVO and Yahoo!, Nokia and brands like Coca-Cola, Intel, Microsoft and Reebok.

Direkt nach der Übernahme kam deshalb sofort die Frage auf, wie die Geschäftsbeziehungen zwischen Echo Nest und den direkten Konkurrenten des neuen Besitzers Spotify aussehen werden. The Verge:

In an email to The Verge, Spotify says that all of The Echo Nest's existing business contracts will be fulfilled, meaning its competitors' music recommendations are safe for the short term. Whether competitors will be able to extend their contracts with The Echo Nest or begin new ones now that it's under Spotify is another question. “In the few cases where The Echo Nest does work with direct competitors we will work with their team to understand these relationships and determine the next business steps,” a Spotify representative says. “The bottom line is that The Echo Nest will meet all contractual obligations to all customers.”

Nachvollziehbarerweise reicht das den Konkurrenten natürlich nicht. Rdio-CEO Anthony Bay spricht gegenüber CNBC von verschiedenen Partnern, von denen The Echo Nest einer von von vielen war. Da Rdio seine (Nutzungs-)Daten nicht mit Konkurrenten teilen will, wird man künftig nicht mehr mit The Echo Nest zusammenarbeiten. Die Aussage, man habe gleichwertige Ersatzoptionen dürfte allerdings Trommeln ohne viel Substanz dahinter sein.

The Echo Nest war und ist in seinem Bereich, dem algorithmisch getriebenen Abgleich von Musik-Metadaten um Empfehlungen ausgeben zu können, einsamer Marktführer. Die Übernahme durch Spotify sichert damit nicht nur die technisch fokussierte Ausrichtung von Spotify sondern macht es, ganz nebenbei, den direkten Konkurrenten von Spotify künftig zumindest mittelfristig sehr schwer, gute pandoraähnliche, automatisch nach Genres oder Künstlern generierte Radiofunktionen anzubieten. Denn dafür fehlt ihnen, wenn sie von The Echo Nest weggehen (müssen), künftig die technische Grundlage.

Bisher im Schatten von The Echo Nest stehende Konkurrenten bereiten sich nun auf einen veränderten Markt vor. hypebot:

Musikki, first created as a real-time IDMB for music, says they're releasing a robust music data API next month. “It's based on the knowledge we used building Musikki,” CEO and Co-Founder Joao Afonso wrote early Wednesday morning. “All Spotify competitors won’t have to wait long for a complete solution.”

Other sources like Kevin Arnold's OpenAura are also gearing up to deliver content and data to music services.

Ob sie den Herausforderungen gewachsen sein werden, wird sich erst zeigen müssen. Die Qualität der Empfehlungen wird allerdings mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in der Anfangszeit zurückgehen.

Die Übernahme ist aus Branchensicht um so bedauerlicher als dass The Echo Nest gut genug positioniert war, um als unabhängiger B2B-Player den Gang an die Börse wagen zu können. Es bleibt die Frage, was die Investoren und Gründer getrieben hat, stattdessen den Exit zur Spotify-Abteilung zu wählen.

Für sachdienliche Hinweise können gern die Kommentare oder Email verwendet werden.

Wir haben über die Jahre regelmäßig über The Echo Nest berichtet:


  1. 90 Prozent davon in Spotify-Anteilen.