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Musikvideos: Vevo startet offiziell in Deutschland, ohne YouTube

Logo von Vevo
Das ging schneller als erwartet. Das Musikvideoangebot Vevo ist offiziell in Deutschland gestartet. Vevo bietet über "75.000 Musikvideos, Live-Konzertmitschnitte und eigenproduzierte Programminhalte".

Gegenüber W&V erklärt Nic Jones, Senior Vice President Vevo International, dass man zwei Jahre daran arbeiten musste, um für den Deutschen Markt eine Einigung mit der GEMA zu finden. Im November 2010 hatte man diesbezüglich auch eine Story in der Financial Times Deutschland platzieren können.

Vevo setzt neben Musikvideos auch stark auf eigene, beziehungsweise von Partnern exklusiv erhaltene Inhalte. W&V:

Neben Musikvideos will Vevo die User mit eigenen Shows unterhalten. "Live on Letterman" etwa zeigt legendäre Auftritte internationaler Stars wie Norah Jones, Coldplay und Peter Gabriel aus der US Late Night Show. Bei der "Go Show" trifft eine angesagte Band oder ein Künstler auf eine Handvoll Fans, um mit ihnen bei einer Secret-Show zu feiern. Das Format "Lift" begleitet Newcomer wie John Newman über acht Wochen hinweg auf ihrem Weg nach oben. Daneben gibt es Comedy-Formate und Mode-Specials.

Vevo, das ein Joint Venture von Sony, Universal und YouTube (Google) ist, ist wenig überraschend inhaltlich als auch technisch gut aufgestellt und auch auf den immer wichtiger werdenden TV/Wohnzimmer-Plattformen Apple TV und Xbox vertreten.

In Deutschland startet Vevo ohne YouTube, weil letztere noch keine Einigung mit der GEMA gefunden haben. Von den 13 Ländern, in denen Vevo verfügbar ist, ist der deutsche Markt der erste, in dem Vevo ohne YouTube startet.

Wie bereits bei der Ankündigung von Vevo angemerkt, wird es nun spannend, ob das Berliner Startup Tape.tv ein zweites Simfy verhindern kann.


Alle Artikel zu Vevo

C3S gründet sich, sammelt über 100.000€ mit Crowdfunding ein

Am 25.9. hat sich die C3S, die künftige Alternative zur GEMA, als Genossenschaft mit 50 Gründungsmitgliedern gegründet.

Die Gründung ist ein erster Schritt. Die C3S kann aber noch nicht als Verwertungsgesellschaft tätig werden.
Gideon Gottfried im Musikmarkt:

Gründung heißt jedoch nicht, dass die C3S bereits ihre Arbeit als GEMA-Alternative aufnehmen kann. Beim Reeperbahn Festival 2013 wurde lediglich die Satzung der C3S bestimmt sowie ein Verwaltungsrat gewählt. Die beschlossene Satzung muss nun noch von einem Verband geprüft werden. Nach dessen Zustimmung kann die Eintragung der C3S als Europäische Genossenschaft erfolgen.

Das Crowdfunding auf startnext läuft noch 3 Tage und liegt bereits bei über 100.000 Euro.

Die 200.000 Euro Eigenmittel, die das Land Nordrhein-Westfalen als Voraussetzung für eine Förderung in gleicher Höhe fordert, werden über den Crowdfunding-Weg so wohl leider nicht mehr zusammen kommen.

Aber trotzdem: Die C3S ist bereist jetzt ein kleiner Erfolg. Der Grundstein für eine Alternative zur GEMA ist gelegt.

Aus der Selbstbeschreibung im Crowdfunding-Projekt:

Wir haben lange gewartet auf eine Änderung innerhalb der GEMA und eine Verbesserung zugunsten unabhängiger Musiker. Eine Änderung zugunsten einer digitalen Musikwirtschaft und zugunsten der Gesellschaft. Weder die GEMA selbst, noch die Politik oder das Deutsche Patent- und Markenamt (DPMA, die Aufsichtsbehörde der GEMA) können die Situation ändern.

Wir brauchen eine neue, faire und flexible Verwertungsgesellschaft. Eine bessere. Eine Konkurrenz.


Disclosure: neumusik.com-Mitautor Wolfgang Senges ist einer der Initiatoren und Mitgründer der C3S.

Schweiz: Youtube einigt sich mit Verwertungsgesellschaft SUISA

Achim Sawall berichtet auf Golem über die Einigung zwischen Suisa und YouTube:

Youtube hat sich mit der Suisa geeinigt, dem schweizerischen Gegenstück zur Gema in Deutschland. Durch den Vertrag werde das Repertoire auch für andere Länder an die Google-Tochter lizenziert, so die Suisa. [..] Die Rechteinhaber erhalten eine Vergütung für die Nutzung ihrer Musikwerke auf Youtube in der Schweiz. Angaben zur Höhe der Zahlungen und den Konditionen wurden nicht gemacht.

Die Meldung der SUISA findet man hier.

Im Blog der SUISA wurden einige Aspekte zum neuen Lizenzvertrag betrachtet.

Der Vertrag gilt für die Nutzung ab dem 1. September 2013:

Weiter tritt der Vertrag wie in der Medienmitteilung angegeben ab 1. September 2013 in Kraft. Er gilt somit nur für Videoklicks, die ab diesem Datum gemacht werden. YouTube wird der SUISA zukünftig in regelmässigen Abständen Statistiken über die Videonutzungen zur Verfügung stellen. Die Nutzungsstatistiken zeigen, welche Musikwerke tatsächlich genutzt wurden und wie oft sie genutzt wurden. Anhand dieser Angaben wird der Vergütungsanteil pro einzelnem Werk berechnet.

Sobald die ersten Statistiken von YouTube eingetroffen sind, kann diese Berechnung erstmals vorgenommen werden. Danach leitet die SUISA das Geld von YouTube an die Urheber der jeweiligen Werke weiter. Die SUISA sieht vor, dass die Verteilung der Vergütungen halbjährlich stattfindet.

Edjing erhält 2,5 Millionen US-Dollar

Die DJ-App Edjing hat 2,5 Millionen US-Dollar Risikokapital bekommen. Zu den Kapitalgebern zählt der Deezer-Gründer Daniel Marhely.

Bruce Houghton auf Hypebot:

Edjing, the cross platform DJ app, has raised $2.5 million in a round led by Entrepreneur Ventures with participation from Deezer founder, Daniel Marhely, who joins the company’s Advisory Board. Edjing claims to already breaking even with this freemium app that only charges for in-app purchase of track and "DJ sound packs".

Edjing is available for iOS, Android, Amazon’s mobile platform and Windows. It sources music from the devices local music library, Soundcloud and Deezer Premium.

Besonders wichtig erscheint mir hier die Integration mit Deezer Premium.

Das Unternehmen will das Kapital für die internationale Expansion nutzen.

Musikvideo-Dienst VEVO kommt bald nach Deutschland

Der Musikvideo-Dienst VEVO kommt „bald“ nach Deutschland. Carsten Drees auf mobilegeeks.de berichtet:

VEVO und die GEMA einigen sich und das bedeutet unter dem Strich, dass das Angebot von VEVO bis zum Jahresende auch in Deutschland zur Verfügung stehen wird. Über 75.000 Musikvideos, Live-Konzertmitschnitte und auch eigenproduzierte Inhalte wie Musik-Dokumentationen werden zum Angebot gehören.

Wir werden VEVO über die Webseite aufrufen können, dazu gibt es dann aber natürlich auch Apps, mit denen wir auf die ganze Musik-Palette auch per Tablet und Smartphone zugreifen können. Darüber hinaus gibt es VEVO auch für Besitzer der Xbox oder Apple TV.

„Ende des Jahres“ ist allerdings kein bestätigter Termin. Einzig Mobilegeeks berichtet über diesen Zeitpunkt. Financial Times:

While the company has yet to reveal a launch date, it said it will soon bring 75,000 music videos, live concert events and original programming to Germany across all of Vevo’s web, mobile and connected TV apps, including the recently launched Apple TV.

Eine Teaserseite auf VEVO gibt es auch bereits.

VEVO ist ein Joint Venture für Musikvideos, das von Majorlabels (UMG, Sony Music Group; EMI lizenzierte die Inhalte) und YouTube 2009 gestartet wurde und dank der Inhalte sofort erfolgreich war.

VEVO wird in Deutschland ohne YouTube als Partner an den Start gehen. Musically:

“This is a very different launch from the ones we’ve done before,” Vevo’s Nic Jones tells the Financial Times, referring mainly to the fact that Vevo will be entering Germany alone rather than with YouTube as a partner. That said, as the owner of a reportedly-7% stake in Vevo, YouTube is still in the background of the deal, even if it’s not (for now) a distribution partner in Germany.

GEMA and YouTube had been negotiating last year to resolve their dispute, but the talks broke down in January with GEMA filing for damages for more than 1,000 songs through the German Patent and Trademark Office, then followed with a cease-and-desist order demanding YouTube stop telling German users trying to visit blocked videos that GEMA was the cause.

Über die Schwierigkeiten von VEVO mit der GEMA hatten wir 2010 kurz berichtet. VEVO ist regelmäßig Thema in unseren Musikbusinessnews-Übersichten.

Im März 2012 hat VEVO Personalisierung und eine tiefere Facebook-Integration eingeführt. Bereits 2011 startete VEVO in Großbritannien.

Das in Berlin ansässige Musikvideoangebot Tape.tv wird sich warm anziehen und anstrengen müssen, um nicht  das gleiche Schicksal zu erleiden wie das deutsche Simfy, dass nach der GEMA-Einigung und dem darauf folgenden Markteinstieg von Spotify, MOG, Rdio und anderen in Deutschland signifikant an Bedeutung verlor und verliert.

Wie ein Song über Spotify in die Charts kam

Will Page, Director of economic development bei Spotify, zeigt an einem Beispiel, wie ein Song auf und über Spotify berühmt werden kann:

Using the recent example of the hit single “Royals” from New Zealand singer Ella Yelich-O’Connor (aka Lorde), Page explained that sharing on Spotify was pretty evenly distributed between people adding the song to playlists, listening to the song on other people’s playlists, and finding it via Spotify organically (via search). However, when Spotify’s Sean Parker added Royals to his “Hipster International” playlist back in April, the song went super nova — grabbing a significant increase in listener activity over the next 24 hours and pushing her to the second most popular song on Spotify two weeks later.

Die Macht populärer Playlists.
Die Auswirkungen können signifikant sein und sind nicht auf Spotify beschränkt:

It also suggests that Spotify is actively helping to diversify hit songs across the board. For instance, last week Lorde reached the top 10 on Billboard’s Alternative music chart — the first time a female lead musician has done so in 17 years.

Der Song hätte vielleicht auch ohne Spotify die Charts erklommen, aber es erscheint recht naheliegend, dass Spotify zumindest eine tragende Rolle beim Erfolg des Liedes gespielt hat.

Die High-Fidelity-Pure-Audio-Disc-Totgeburt

Universal Music Group will die Erfolgsgeschichte der CD wiederholen oder zumindest an sie anschliessen. Mit einer neuen Plastikscheibe namens High Fidelity Pure Audio. Vorgestellt hat UMG das Format am 20.6. in London.

Bobby Owsinski in Forbes:

So what exactly is this stealth format? High Fidelity Pure Audio (HFPA) is basically a Blu-ray disc that delivers 96kHz/24 bit audio recordings in three lossless formats: uncompressed PCM, DTS HD Master Audio and Dolby TrueHD. Most discs include the option to download MP3 and lossless FLAC versions of the songs as well. The discs will also play on any Blu-ray player or PS3 device.

Didn’t we just play this game about 10 years ago with the DVD Audio disc and SACD, formats that both failed miserably? While it’s laudable that Universal is even considering bringing a higher fidelity product to the marketplace, haven’t they learned anything from history?

Techdirt:

UMG may think there’s an underserved niche market that needs to be filled, but any physical music format at this point is really a niche. I don’t think it’s actively trying to fill a void as much as it’s trying to see how many people are willing to purchase something again in a shiny, new format. That’s really not how „repeat business“ is supposed to work.

I have to imagine the costs of this effort are going to outweigh the profits, which in an industry that has spent 15 years hollering about how uncomfortable its deathbed is, makes absolutely no sense at all.

Der Zug für ein neues physikalisches Format ist zur Jahrtausendwende abgefahren, falls er jemals existiert hat. (Die CD ist von der Audioqualität her völlig ausreichend für normale Konsumenten. Auch das hat die MP3, die trotz schlechterer Audioqualität populär wurde, gezeigt und auch diese Lektion wird bis heute von der Tonträgerindustrie ignoriert.)

Panasonic übernimmt deutsche Onlineradioplattform Aupeo

Alex Hofmann auf Gründerszene:

Für welchen Betrag das 20-Mann-starke Team um die Geschäftsführer Holger G. Weiss und Armin G. Schmidt an den US-Automotive-Ableger des japanischen Großkonzern geht, wollte man beim Investor Ventegis Capital nicht verraten. Aupeo soll auch künftig als eigenständiges Unternehmen weitergeführt werden.

Zwischen Aupeo und Panasonic gab es schon seit Monaten eine engere Kooperation, wie Stephan Beyer, Investment Director bei Ventegis Capital (www.ventegis-capital.de) gegenüber Gründerszene erläutert. Damit sei der jetzige Exit eine konsequente Weiterentwicklung der Zusammenarbeit, insbesondere da die Make-or-Buy-Entscheidung in dem Markt durch die notwendige Geschwindigkeit beeinflusst sein dürfte.

Aupeo ist eine Art deutsches Pandora und bietet unter anderem Stationen von Musikmagazinen wie De:bug  und intro an.

Französische Verwertungsgesellschaft SACEM erneuert Lizenzvertrag mit YouTube

Andreas Wilkens auf heise online:

Die französische Verwertungsgesellschaft Sacem hat den Lizenzvertrag für Google Videoplattform YouTube verlängert. Laut Sacem-Mitteilung hat auch Universal Music Publishing International (UMPI) die Vereinbarung unterschrieben. Danach sollen Musikvideos aus dem Repertoire der Künstler, die von Sacem oder UMPI vertreten werden, in 127 Ländern in Europa, Afrika, dem Nahen Osten und Asien auf Youtube zu sehen sein.

Die SACEM ist das französische Äquivalent zur GEMA. Über die Höhe der Zahlungen ist nichts bekannt.

SoundCloud führt günstigere Pro-Accounts ein, unbegrenzter Upload für 9€/Monat

Es war längst überfällig: SoundCloud hat auf dem SXSW-Festival eine neue Preisstruktur vorgestellt, die nicht nur einfacher sondern insgesamt auch günstiger ist. Neben der Free-Variante gibt es nun zwei kostenpflichtige Pro-Alternativen:

  • "Pro" mit vier Stunden Sound, Spotlight, "Quiet Mode"-Option (Kommentare abschalten oder privat schalten) und einfache Statistiken für drei Euro pro Monat oder 29 Euro pro Jahr
  • "Pro Unlimited" mit einem (theoretisch) unbegrenzten Uploadvolumen und detaillierteren Statistiken für neun Euro pro Monat oder 99 Euro pro Jahr

Vorgestellt wurde die neue Preisstruktur am 11.3. auf dem SXSW-Festival. Verfügbar sein soll sie ab heute, den 12.3.

Bis dato setzte SoundCloud auf eine verwirrende Preisgestaltung mit neben dem Free-Account vier verschiedenen Premiumvarianten, welche von 29€/Jahr bis 500€/Jahr reichten. Die Struktur richtete sich eindeutig an die Unterscheidung Hobbymusiker/Professioneller Musiker/Label. Diese Aufteilung der Nutzerschaft ergibt aber keinen Sinn, wenn man wie SoundCloud nicht ’nur‘ eine Plattform für Musiker sein will sondern das ‚YouTube für Audio‘ werden will.

Mit dem neuen Account ‚Pro Unlimited‘ ist SoundCloud nun mit einem Schlag auch eine attraktive Hostingplattform für Podcasts geworden, was bereits zeigt wie besser die neue Preisstruktur ist. (neunetzcast, der Podcast von neunetz.com, läuft bereits seit längerem auf SoundCloud.)

Auf dem Blog von SoundCloud heißt es zu den weiteren Neuerungen, die auch die Upload-Tools umfassen:

We really appreciate all of you who’ve already been using Premium to share your sounds, making such a huge contribution to the SoundCloud community. If you’re already a Premium subscriber, from tomorrow you can upgrade your account to Pro at no extra cost.

More news: we’ve also been working on some improvements to the platform. When we introduced the new SoundCloud last December, one thing that you told us was that you needed us to improve the tools you use for posting sounds, as well as communication tools. So we’ve been rebuilding upload and messaging from scratch, making them native to the new platform, and Flash-free.

Look out for the updated tools, coming very soon: we’ll be rolling them out and building their functionality as we go. We’re also making private messaging simpler as part of the process, clearing up things that have caused technical issues and spam in the past.

Des weiteren, und nicht minder spannend für das Geschäftsmodell von SoundCloud, wurde außerdem ein neues Angebot für Partner eingeführt, welches nur auf Einladungsbasis zur Verfügung gestellt wird. The Next Web:

Pro Partners get the ability to brand their profile pages with a large banner image. They also get access to a new ‚Moving Sound‘ feature that that shows a slideshow of images to accompany audio. This will allow, for example, artists to add a visual accompaniment to their songs, while brands can add additional messaging to the audio they share.

Launchpartner sind Red Bull, Snoop Lion, Chris Hardwick, The Grammys, The-Dream, SModcast, The Guardian, Blue Mic, KQED und Blue Bottle Coffee.

Die Pro-Partner-Features sollen auch zum Rest der Plattform kommen:

While features like Moving Sound, and others that will follow it in the future, will first be offered to Pro Partners, SoundCloud says that they will "quickly" be added to other tiers of Pro membership.

An additional benefit for Pro Partners is the ability to promote their accounts, Twitter-style, in a revamped ‚Interesting‘ section, available to all users. This offers suggestions of accounts that users may want to subscribe to, based on their behavior. Pro Partner accounts will be given prime place here.

Mit "Moving Sounds" wird etwa auch Werbung möglich. GigaOm:

But the real opportunity here will be for advertisers. It is now much easier to imagine a scenario where brief ads are inserted into streaming playlists, in between tracks, with both audio and moving graphics being part of the deal. And, asked whether this is the direction in which SoundCloud is heading, Wahlforss certainly didn’t deny the possibility:

"In general, there is a whole movement of native advertising. We’ve seen success with YouTube with promoted content, so we feel there isn’t anything happening in audio on the native advertising side. We think we’re the best positioned of any service out there to do that and to really work with creators.
"[However] we’re in the early stages right now; it’s in the experimental phase. Right now these pieces of content won’t appear unless a friend of yours reposts the content."

Adweek fantasiert bereits über SoundCloud als trojanisches Pferd im neuen Musikfeed von Facebook:

Last week, Facebook began adding a new Music feed where users can see what their friends are listening to on Spotify and learn about their favorite bands‘ upcoming concerts or album releases. Since Facebook isn’t yet rolling out ads to the Music feed, non-musical brands are pretty much locked out—unless they have a way to sneak in through a SoundCloud account. Conceivably, if a brand posts sounds to SoundCloud that get shared to Facebook through Facebook Connect, that sound will show up in the Music feed. That means Bud Light Platinum could promote on SoundCloud a clip of Justin Timberlake’s Suit &Tie, which appears in the Bud Light’s TV ads. When the clip that song gets shared to Facebook by Bud Light or its SoundCloud followers, that Facebook post would be distributed within the Music feed.

Internationale Musikindustrie legt erstmals seit 1999 zu – nicht aber in Deutschland

Die IFPI (International Federation of the Phonographic Industry) hat gestern den jährlichen Digital Music Report veröffentlicht.

Kern: International betrachtet, hat sich die wirtschaftliche Situation der Musikindustrie nicht nur gebessert, die Umsätze sind erstmals seit 1999 um 0.3% zum Vorjahr auf 16.5 Millarden US-Dollar gestiegen.

Die Umsätze im Digitalgeschäft stiegen um 9%. Der Rückschluss der IFPI:

Music is helping fuel the digital economy, but barriers to growth need to be addressed

Die IFPI merkt an, dass die legalen Musikdienste nachweislich die Bedürfnisse der Konsumenten erfüllen – denn 62% der Internet-User hätten in den vergangenen sechs Monaten einen solchen Dienst in Anspruch genommen:

Licensed music services are demonstrably meeting consumers‘ needs. New consumer research published today by Ipsos MediaCT, covering nine markets in four continents, shows that 62 per cent of internet users have used a licensed music service in the last six months.

Es bliebe zu fragen, ob die verbleibenden 38% der Internet-User – immerhin deutlich mehr als ein Drittel – Musik nicht oder eben anderweitig digital konsumieren. Abgesehen davon, wenn ich iTunes & Co nutze, dann heißt es nicht unbedingt, dass der Service meine Ansprüche erfüllt.

heise online weist auf den deutschen Markt hin, der ebenso wie der britische weiterhin „leicht rückläufig“ sei. heise online:

Sony-Chef Berger begründete dies mit dem bisher hohen Anteil von physischen Tonträgern am Gesamtmarkt in beiden Ländern. Genaue Zahlen für Deutschland nannte IFPI am Dienstag nicht.

Der IFPI-Report steht hier zum Download bereit (PDF):

Daniel Ek: Spotify wird dieses Jahr 500 Mio. $ auszahlen

evolver.fm:

Spotify chief executive and co-founder Daniel Ek dropped a startling statistic at Los Angeles‘ Innovation Forum event on Tuesday: that his freemium music service is on track to pay out $500 million to music copyright holders over the course of this year.

Das wäre eine Hausnummer. Wieviel davon bei Musikern ankommt, hängt von den Konditionen der Labels mit Spotify und mit den Musikern ab.

Die Auswirkungen der Deals von Spotify mit Netzbetreibern

Auf neunetz.com habe ich über die Implikationen der Deals von Spotify mit vielen europäischen Netzbetreibern geschrieben. Spotifys europäischer Marsch gegen die Netzneutralität — neunetz.com:

Jeder Vertrag von Spotify mit einem weiteren europäischen Netzbetreiber ist ein weiterer Nagel im Sarg einer möglichem europäischen Festschreibung der Netzneutralität. Denn jeder Vertrag schafft Tatsachen, in jedem europäischen Land. Je mehr solche Tatsachen existieren, desto schwieriger wird eine Rechtfertigung für eine neue gesetzliche Regelung.

Die Strategie der Netzbetreiber ist einfach:

1. Der Kunde freut sich heute. Mit diesem T-Mobile-Tarif kann ich so viel Spotify streamen wie ich will, auch wenn ich unterwegs bin!

2. Der Kunde ärgert sich morgen, wenn es zu spät ist. Mit diesem Tarif bekomme ich Spotify und YouTube inklusive, aber ein langsames Facebook. Bei dem anderen Tarif zahle ich 10 Euro mehr, aber erhalte neben YouTube auch Facebook und SPON in schnell, aber kein Spotify. Und, oh Gott, meine Nase blutet!

Ohne Netzneutralität wird das Abschließen eines Internetzugangs so verständlich wie der Abschluss einer Versicherung werden.

Wer hätte gedacht, das ein beliebtes Musikstartup aus Schweden das Ende für eine Festschreibung der Netzneutralität auf europäischer Ebene darstellen könnte?

Was hat Dropbox mit Audiogalaxy vor?

Hypebot spekuliert über die Gründe, warum Dropbox Audiogalaxy gekauft hat:

Most obviously, Dropbox would use Audiogalaxy — or maybe just the people who built it — to add some sort of music functionality to Dropbox. We can think of two reasons this might take a while: 1) Negotiating the licensing for something like that will be tough, especially considering that Dropbox is as much a collaborative tool for file sharing as it is an online repository for individual people’s data; and 2) Audiogalaxy and Dropbox are sort of apples and oranges, for the reasons mentioned above. [..] Nobody — not Amazon, Apple, or Google — has begun to dominate the music locker space. Dropbox, with its hordes of users/salespeople, could make a big dent fast, assuming it has the will and legal resources to make that happen.

Dropbox dürfte mehr Nutzer haben als iTunes Match, Google Music und Amazon Web Player zusammen. Die Mehrzahl der iPad-Nutzer dürfte auch Dropbox-Nutzer sein. Auf einigen Samsung-Geräten ist Dropbox mittlerweile dank einer Kooperation vorinstalliert. Kurz: Der Einstieg von Dropbox in das Webmusik-Geschäft wird aller Voraussicht nach hohe Wellen schlagen.

Dass etwas in dieser Richtung kommen wird, dürfte jedem nach der Übernahme von Audiogalaxy letztes Jahr klar sein.

„Musikindustrie will stärker von Zwangsabgaben profitieren“

Thomas Pany findet bei Telepolis die richtige Überschrift für Dieter Gornys Forderung nach einen gebührenfinanzierten Musiksender.

Ableton AG: 19% Umsatzsteigerung auf 14,7 Mio. Euro 2012

Die Berliner Zeitung porträtiert Jan Bohl, den kaufmännischen Vorstand der Ableton AG, und liefert einen kurzen Überblick über die Position des Unternehmens:

Heute hat das Unternehmen 150 Mitarbeiter. Allein im vergangenen Jahr konnte Ableton seinen Umsatz um 19 Prozent auf 14,7 Millionen Euro steigern, wobei 90 Prozent des Geschäfts im Ausland gemacht werden. Die USA sind mit einem Umsatzanteil von 42 Prozent der wichtigste Markt, weshalb das Unternehmen auch Büros in New York und Los Angeles betreibt.

Tipps zum in Deutschland gestarteten Google Play Music

Wie angekündigt ist Google Music in Deutschland am 13.11. gestartet.

Matthias Gutjahr im New Urban Music Blog:

Im Google Play Store ist eine neuer Menüpunkt „Musik“ zu finden, dort gibt es ab sofort MP3s mit 320 kbit/s zu kaufen. Die Preise liegen nach ersten Berichten zwischen den üblichen 99 Cent und 1,29 € pro Titel bzw. zwischen 6,99 € und 15,49 €.

[..]

Die Wiedergabe der Musik erfolgt übrigens im Browser oder über geeignete Clients. Für Android-Nutzer gibt es schon länger eine die zugehörige Player-App, die Musik direkt aus der Cloud streamen kann und auch das Herunterladen der eigenen Musik ermöglicht, so dass die Musik auch offline gehört werden kann.

Für Linux-Nutzer lohnt sich die Installation des Nuvola Players, der sich gut in meinen Gnome-Desktop integriert.

Musik ist nur eine Abteilung von Google Play, Googles neuem Äquivalent zu Apples iTunes. Zu Google Play gehören auch Books, Movies und Android Apps.

Ein paar weitere Tipps zu Google Music hat Carsten Knobloch: Google Music: ohne Kreditkarte nutzen, ein Desktop-Player und Multimedia-Tasten und Google Musik: Playlisten hochladen, so geht’s

Umsatz von simfy ist 2012 um 400 Prozent gestiegen

simfy, von dem am Wochenende bekannt wurde, dass die verbliebenen Gründer das Unternehmen verlassen, kann 2012 zumindest keine schlechten Trends vorweisen, wie  simfy-CEO Gerrit Schumann im Interview mit netzwertig.com zeigt:

2012 war für uns insgesamt ein sehr, sehr gutes Jahr, was unsere Kernmetriken im Vergleich zum Vorjahr anbetrifft: Der Umsatz stieg um mehr als 400 Prozent, der Verlust wurde um 85 Prozent verringert, die Zahl der zahlenden Abonnenten nahm um 500 Prozent zu und die Kündigungsquote konnte um 60 Prozent reduziert werden. Entsprechend sehe ich auch die Aussichten für simfy mehr als optimistisch. Absolute Zahlen werden wir voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte nächsten Jahres bekannt geben können.

Im Frühjahr nächsten Jahres sollen neue mobile Apps erscheinen.

simfy trägt auch bereits anderweitig in der Branche Früchte: Mit endore.me hat Tobias Schiwek, vor seinem Abgang Vice President of Business Development von simfy, einen Inhalteaggregator für Musiker und Musikfans geschaffen.

Vinylverkäufe in USA 2012 um 16,3 % gewachsen

Digital Music News:

According to year-to-date Nielsen Soundscan stats published by Billboard, vinyl LPs are up another 16.3 percent this year, with 3.2 milllion units sold.

Vinyl ist nicht tot zu bekommen. Zumindest so lang die veraltenden Presswerke noch laufen.

(Mittelfristig besteht das Problem, dass bei Vinyl-Presswerken keine Ersatzteile für ausfallende Machinen mehr existieren. Es bleibt die Frage, ob der Vinyl-Umsatz den Markt groß genug machen kann, um hier Investitionen zu rechtfertigen.)

(via Christian Grasse)

Wie Eminem und andere Musiker von Labeln beim Onlinevertrieb betrogen wurden

heise berichtet über den nun beigelegten Rechtsstreit zwischen Eminem und Universal:

Wieviel Eminem bekommt, bleibt geheim. Universal will vermeiden, dass ein Präjudiz geschaffen wird. Denn es läuft eine ganze Reihe ähnlicher Klagen anderer Musiker gegen verschiedene Label. Die bis Anfang des Jahrtausends üblichen Verträge sehen für Lizenzeinnahmen eine höhere Beteiligung der Urheber vor als bei Verkäufen. Den Vertrieb von MP3-Dateien und Klingeltönen behandelten die Labels allerdings rechtswidriger Weise nicht als Lizenzgeschäft, sondern als Verkauf.

Die rechtswidrige Behandlung des MP3-Datei-Vertriebs als Verkauf ist auch vor dem Hintergrund interessant, dass die Labels einen Weiterverkauf ‚gebrauchter‘ MP3-Dateien untersagen wollen, wie unter anderem der Fall ReDigi zeigt. Wie so oft machen sich die Majorlabels die Welt so wie sie ihnen gefällt.

Die Unverschämtheit der Majorlabels und hier konkret von Universal scheint keine Grenzen zu kennen:

Dabei machten sie sogar die bei physischen Tonträgern üblichen Abzüge geltend, etwa für „Verpackungskosten“ oder Urheberrechtsabgaben für „mechanische Vervielfältigung“. Selbst das aus Zeiten der Schellackplatten stammende Pauschale für auf dem Vertriebsweg zerbrochene Tonträger fehlte nicht.

(via Leander Wattig)