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Wird die C3S eine alternative Verwertungsgesellschaft? Erste Informationen.

[Anmerkung: Wolfgang Senges, der Verfasser des Artikels, ist Mitinitiator der C3S –  Cultural Commons Collecting Society.]

Eher unscheinbar im Schatten der re:publica12 hat die C3S ihre ersten Informationen online gestellt. Bei der C3S handelt es sich um eine Initiative zur Gründung einer neuen Verwertungsgesellschaft noch in diesem Jahr. Dies wäre jedoch erst die Grundvoraussetzung für die Beantragung des Status als Verwertungsgesellschaft beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA).

Ziel der C3S ist es, europäischen Urhebern von Musikwerken unter freien oder Creative-Commons-Lizenzen eine Möglichkeit zu bieten, ihre Musik zu monetarisieren – und somit einen ernstzunehmenden Markt für diese Lizenzen zu bieten. Denn hier liegt das Problem: mehr als 50% der veröffentlichten CC-Lizenzen sind NC-Lizenzen und könnten kommerziell verwendet werden, d.h. für ihre Urheber Umsätze generieren.

Leider aber fehlen Infastrukturen zur vollwertigen Integration beim Broadcast. Airplay wird nicht bezahlt, auch wenn die Sender die Künstler gerne honorieren würden. Ursache ist der bislang notwendige Vertragsabschluss mit jedem einzelnen Künstler, der für GEMA-Mitglieder nicht notwendig ist. Außerhalb des Broadcast-Betriebs behindert die häufig rechtliche Unsicherheit bei Lizenznehmern und Künstlern den Vertragsabschluss.

An dieser Stelle bietet es sich an, in meinen (etwas verstaubten) dreiteiligen Artikel unter ContentSphere von 2009 zu schauen, der aufzeigt, wie – wirtschaftlich betrachtet – das Zusammenspiel der festgefahrenen Strukturen als Markteintrittsbarriere für Nicht-GEMA-Mitglieder fungiert. Genauer betrachtet, liegt das Manko…

  • im Fehlen der Infrastruktur bei Sendern
  • der Verfügbarkeit von Alternativen zur GEMA
  • der fehlenden Vertrautheit im Umgang mit Creative Commons Lizenzen
  • in der bei Creative Commons nicht exakten Definition des Begriffs „non commercial“

Die derzeitige Situation lässt sich unseres Erachtens nur durch eine zweite Entität neben der GEMA lösen. Rufe nach dem Gesetzgeber sind nicht sinnvoll, weil die GEMA als Verein nicht der direkten Kontrolle des Gesetzgebers unterliegt. Aus den Reihen der Mitglieder, die sich selber eine neue Satzung geben müssten, scheint keine Veränderung zu erfolgen. Warum auch, geht es doch in erster Linie um Nicht-GEMA-Mitglieder.

Letztendlich geht es aber nicht um die GEMA. Das Ziel der C3S ist nicht die Torpedierung der GEMA oder die Unterwanderung des Urheberrechts. Creative Commons setzt ebenso auf dem Urheberrecht auf, wie die Lizenzen der traditionellen Verwertungsgesellschaften.

Es braucht jedoch eine Alternative, die den übrigen Musikern dient. Denjenigen, die keine Mitglieder traditioneller Verwertungsgesellschaften sein können oder wollen. Eine Alternative, die gleichzeitig mindestens europäisch ausgerichtet ist, und verfügbare Technologien zum automatisierten Playlist-Reporting einsetzt, Strategien des Micro Payments berücksichtigt, transparentes Online-Licensing anbietet, aber auch exakte 1:1-Abrechnungen möglich macht – ohne statistische Verzerrungen, so weit technologisch machbar.

Dass innerhalb einer solchen Verwertungsgesellschaft jedes Mitglied volles und gleiches Stimmrecht hat, ist selbstverständlich. Ebenso wird jedes Mitglied frei entscheiden zu können, welche Werke die C3S verwertet. Ein Blick auf die Website zeigt, dass unser Konzept an diesem Punkt nicht endet.

Der Entschluss, eine eigene und unabhängige Gesellschaft zur Verwertung von Musik in Deutschland und darüber hinaus zu gründen, mag von den meisten als unseriös, wahnwitzig und dumm abgetan werden. Der Ansatz der C3S ist alles andere als das.

Das ist exakt der Grund für die seit Anfang 2010 verstrichene Dauer bis heute. „Quick & Dirty“ mag ab und an gut sein, aber Projekte wie eine Verwertungsgesellschaft verlangen ein gutes Maß an Vorüberlegungen und Konzeption. Die Site, die derzeit online ist, zeigt nur den Kern und einen Bruchteil dessen, was inhaltlich bereits vorbereitet ist. Uns fehlt es auch nicht an Unterstützung. Erste Gespräche haben gezeigt, dass wir auf Unterstützung durch Partner rechnen können.

Ich hoffe, in Kürze in weiteren Artikeln auf einzelne Punkte der C3S eingehen zu gehen.

Hinweisen möchte ich auf den Video-Mitschnitt eines Vortrags zum Thema „C3S: Verwertung von Musik unter Creative Commons“ während der transit 4 „Kreativität und Eigentum“ und die zugehörige Prezi-Präsentation.

Wie Spotify trotz fehlender Einigung mit der GEMA in Deutschland verfügbar sein kann

Zwischen Spotify und GEMA gibt es noch keine Einigung, auch wenn die Verhandlungen „konstruktiv“ verlaufen sollen. Wie kann Spotify trotzdem in Deutschland verfügbar sein?

Musikmarkt hat die Erklärung:

 „Laut Artikel 11 Abs. 2 Urheberrechtswahrnehmungsgesetz ist das möglich“, erklärt die GEMA. Dieser Artikel sehe vor, „dass durch Verwertungsgesellschaften wahrgenommene Rechte unter bestimmten Umständen auch ohne einen entsprechenden Vertrag abgeschlossen zu haben als eingeräumt gelten.“ Gehe ein Unternehmen wie Spotify diesen Weg, sei es legal auf dem deutschen Markt aktiv, ein rechtliches Vorgehen der jeweiligen Verwertungsgesellschaft gegen Nutzer damit gegebenenfalls ausgeschlossen, so die GEMA. „Angefallene Lizenzgebühren werden in diesem Fall nach Vertragsabschluß rückwirkend fällig. Die Möglichkeiten des Urheberrechtswahrnehmungsgesetzes stehen nicht nur Spotify, sondern allen Nutzern offen.“

Warum das neue Ärzte-Album komplett auf YouTube läuft

Richard Meusers auf Spiegel Online:

Wer einem Wahrnehmungsvertrag mit der Gema hat – wie der Komponist und Textdichter Bela Barney Felsenheimer und der Ärzte-Musikverlag PMS – kann bestimmte Onlinenutzungen von diesem Vertrag ausschließen.
Wer das tut, behält die Online-Rechte (welche, zählt der Gema-Berechtigungsvertrag detailliert auf) und lässt in Deutschland durch die Gema nur die anderen Offline-Aufführungs- und Vervielfältigungsrechte vertreten. Wer das tut, muss mit YouTube, Spotify, Simfy und all den anderen Online-Anbietern direkt verhandeln. Ob der Musikverlag PMS und Bela B. einen entsprechenden Gema-Vertrag haben, ist unklar.

Mir war bis jetzt nicht bekannt, dass das so einfach möglich ist.

Widerstand gegen neue GEMA-Tarife für Veranstaltungen

Es regt sich Widerstand gegen die von der GEMA vorgestellten neuen Tarife für Veranstaltungen. Musikmarkt:

Die kürzlich von der GEMA vorgestellte neue Tarfistruktur für Veranstaltungen mit Musik werden vom Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) scharf kritisiert. In einer Pressemitteilung wirft der Bundesverband der GEMA vor, ohne Augenmaß und „mit einer bisher noch nie dagewesenen Vorgehensweise und Arroganz“ die „übermächtige Stellung gegenüber den Musiknutzern in Deutschland“ auszunutzen. Am 2. April hatte die GEMA neue Vergütungssätze vorgestellt, die ab dem 1. Januar 2013 gelten und die Grundlage für die Lizenzierung von Veranstaltungen mit Live-Musik oder Tonträgerwiedergaben bilden. Ausdrücklich hiervon ausgenommen sind reine Konzerte.

Auf openpetition.de wurde eine Petition gegen die neuen GEMA-Tarife gestartet.

Dort heißt es in einer Beispielrechnung:

„Bei durchschnittlich zehn Veranstaltungen pro Monat in einer mittelgroßen Discothek mit 2 Dancefloors von z.B. 410 und 310 qm bei einem Eintrittsgeld von 8 Euro erhöhen sich die GEMA-Gebühren (inkl. aller Zuschläge) von 21.553 Euro netto/Jahr auf 147.916 Euro netto/Jahr (+ 686 %).“

Diese Steigerung erscheint noch absurder,  wenn man bedenkt, dass in der Regel die in Diskotheken gespielte Musik nicht für die GEMA erfasst wird. Die Erfassung wäre notwendig, um sicherzustellen, dass auch die tatsächlich gespielten Urheber beziehungsweise ihre Verwerter entlohnt werden.

Zur Petition gibt es auch eine Debattenseite mit Pro- und Contra-Argumenten zu den neuen GEMA-Tarifen.

 

Erste Zahlen von der Bilanz-Pressekonferenz der GEMA, Steigerung Onlineeinnahmen um 38 Prozent

Hier erste Zahlen von der Bilanz-Pressekonferenz der GEMA, die heute stattfand. Die Einnahmen der GEMA haben sich im Online-Sektor 2011 auf 21 Millionen Euro gesteigert. Das ist ein Wachstum gegenüber dem Vorjahr um 38 Prozent.

Auch die Live-Einnahmen sind gestiegen. Von 299,1 Millionen Euro 2011 auf 312 Millionen Euro 2012.

Tonträgereinnahmen dagegen befinden sich wenig überraschend weiter im freien Fall. 2007 betrugen die Tonträgereinkünfte noch 213,2 Millionen Euro. 2011 nur noch 136,7 Mio. Euro.

Hier die zugehörigen Slides aus der Pressekonferenz:

Gema onlineGema liveNoname

Spotify startete in Deutschland ohne unterschriebenen GEMA-Vertrag. Fehlt noch die App-Klausel?

Heute morgen hat der BR bereits über den fehlenden Vertrag von Spotify mit der GEMA berichtet:

In Deutschland startet der Musikstreamingdienst Spotify. Und das, obwohl mit den Rechteverwertern von der Gema bislang kein Vertrag über Lizenzgebühren besteht. Ein zweiter „Fall Youtube“ droht.

Auf der heutigen Bilanz-Pressekonferenz hat Harald Heker, der Vorstandsvorsitzende der GEMA, auch zu Spotify Stellung bezogen. Die GEMA verhandele seit geraumer Zeit über einen Vertrag mit Spotify. Ein Vertrag ist aber noch nicht unterschrieben.

Heker machte aber nicht den Eindruck, als stehe die GEMA vor einer youtubeähnlichen Konfrontation mit Spotify.

Die nächsten Verhandlungen zwischen GEMA und Spotify finden am 26. März steht.

Die Verhandlungen finden auf der Grundlage des geltenden Streamingtarifs der GEMA statt. Auf Nachfrage sprach Heker von „anderen Vertragsparametern“, über die noch verhandelt werde. Es ist unklar, worum es sich dabei handelt.

Anscheinend zahlt Spotify zu den üblichen Streamingtarifen auf ein Treuhandkonto ein, das nach Abschluss ausgezahlt wird. Warum gibt es keinen unterschriebenen Vertrag, wenn die GEMA keinen gesonderten Streamingtarif mit Spotify aushandeln darf?

Die einzige Erklärung, die mir einfällt, liegt bei den Apps von Spotify. Spotify ist der einzige On-Demand-Streaming-Anbieter mit einem Angebot an diversen Apps. Es ist denkbar, dass die GEMA die Position vertritt, dass diese Apps nicht mit dem herkömmlichen Streamingtarif abgedeckt sind und ihr Einsatz gesondert verhandelt werden muss.

Denn überraschenderweise hat Spotify zum Deutschlandstart bis jetzt keine Apps deutscher Anbieter vorgestellt. Es gibt einige deutsche Apps im deutschen Spotify. Das ändert aber nichts an der Ausgangsvermutung.

Ich habe auch Spotify um eine Stellungnahme gebeten. Eine etwaige Antwort wird nachgereicht.

Sony Music: Im Halbjahrestakt öffentliche Zurechtweisung der GEMA wegen YouTube

Sony Music schießt mal wieder öffentlich gegen die GEMA. Golem.de:

Dass dies [Musikvideos auf YouTube] nicht möglich sei, liege nicht an Sony Music, sondern an der „Verwertungsgesellschaft Gema“, „die Urheberrechte sehr restriktiv lizenziert. Uns gehen dadurch Millionenumsätze verloren“, erklärte [Edgar Berger, Chef von Sony Music International]. Diese Praxis sei auch einer der Hauptgründe, warum der digitale Musikhandel in Deutschland weniger stark ausgeprägt ist. „Ich bin mir aber auch relativ sicher, dass es bei der Gema irgendwann Einsicht zwecks ökonomischer Notwendigkeit geben wird.“

Bereits im Juni letzten Jahres wurde die GEMA öffentlich verdammt: YouTube-Streit: Deutschlandchefs von Universal und Sony Music greifen GEMA hart an

Bayerische FDP-Jugend will GEMA abschaffen

Laut Telepolis bereitet der bayerische Jugendverband der FDP ein Positionspapier für den FDP-Parteitag am 10. März vor, in dem neben einer Forderung nach einer Fair-Use-Regel im deutschen Urheberrecht unter anderem auch die Abschaffung der GEMA gefordert wird. Peter Mühlbauer auf Telepolis:

Noch überraschender ist, dass der nach Angaben aus der Partei „intern gegenwärtig sehr intensiv diskutierte“ Antrag auch die Position der politisch ebenso gut vernetzten wie in der Bevölkerung und bei Musikern unbeliebten Verwertungsgesellschaft GEMA in Frage stellt. Der „nicht mehr zeitgemäßen […] monopolartigen Vermittlerfunktion des Rechteverwerters“ zieht man „flexiblere Konkurrenzmodelle“ oder gleich eine „direkte Vermarktung der Künstler“ vor, die durch den Wegfall von teuren Mittelsmännern für wettbewerbsfähigere Preise sorgen könnte. Ebenfalls gegen die GEMA zielt die Forderung nach Abschaffung der Pauschalabgaben auf DVD-Brenner und andere Geräte, deren Legitimation man durch die in den letzten zehn Jahren eingeführten Kopierverbote ad absurdum geführt sieht.

Eine interessante Entwicklung.

Kein Creative Commons bei der GEMA, weil man das dort einfach nicht will

Nachdem in Frankreich die Verwertungsgesellschaft SACEM mit Creative-Commons-Lizenzen begonnen hat zu experimentieren, hat Telemedicus bei der GEMA nachgefragt, ob diese ähnliches plant. John Weitzmann analysiert auf irights.info das ablehnende Antwort-Schreiben der GEMA:

Anhand der aktuellen Stellungnahme (Volltext PDF) möchten wir hier einmal aufdröseln, was davon tatsächlich Substanz hat und was nicht. Es zeigt sich, dass die Systeme von CC und GEMA tatsächlich an zwei entscheidenden Stellen überkreuz liegen, nämlich beim Spektrum der Rechte und der Lizenzierung einzelner Titel. Das heißt allerdings nicht, dass diese Systeme zwingend inkompatibel sind, vielmehr bräuchte es nur etwas guten Willen aufseiten der GEMA, um hier einiges möglich zu machen. Zu vermuten ist, dass die Machtverhältnisse innerhalb der GEMA für einen solchen Willen keinen Raum lassen.

Besonders interessant: Seine Ausführungen, dass rechtlich nichts gegen CC-Lizenzen bei der GEMA spricht.

(John Weitzmann ist seit 2006 Legal Project Lead für Creative Commons Deutschland.)

Französische Verwertungsgellschaft erlaubt Mitgliedern Creative-Commons-Lizenzierung

Die französische Verwertungsgesellschaft SACEM erlaubt ihren Mitgliedern seit heute, Musik auch unter einer nichtkommerziellen CC-Lizenz zu veröffentlichen. Die SACEM ist die vierte Verwertungsgesellschaft, die diesen Weg geht.

creativecommons.org:

A new pilot project between Creative Commons, Creative Commons’ legal affiliate in France, and the French collecting society SACEM allows SACEM members to license their works under one of the three non-commercial CC 3.0 licenses. Previously, authors and composers of musical works represented by SACEM (the biggest French collecting society) were prevented from using any of the CC licenses, as SACEM requires that its members transfer their rights to the collective on an exclusive basis.

This is the fourth major collecting society pilot supported by Creative Commons. CC maintains ongoing pilots with BUMA/STEMRA (Netherlands), KODA (Denmark), and STIM (Sweden). Each pilot provides the opportunity for members to take advantage of CC licenses in connection with their use under the terms of the agreements reached with each society.

Für die GEMA gilt weiterhin alles oder nichts. Wer einmal Mitglied ist, ist gezwungen die eigene Musik ohne Ausnahme über die GEMA abzuwickeln. Die GEMA erlaubt keine CC-Lizenzen.

(via Nicole Ebber)

Will GEMA mit ihren Tarifen werbefinanziertes Streaming erschweren?

Die diese Woche vorgestellten GEMA-Tarife für werbefinanziertes Streaming gelten auch für die kostenfreien Basisangebote bei Freemium-Anbietern.

Das dürfte die kostenfreien Basis-Angebote von Freemium-Anbietern im On-Demand-Streaming-Sektor wie simfy oder dem nach Deutschland kommenden Spotify sehr stark einschränken, da diese immer mit ‚hohe Interaktivität‘ unter den teuersten Tarif fallen dürften.

Martin Weigert rechnet das am Beispiel des kostenfreien Angebots von simfy auf netzwertig.com vor:

Dienste wie simfy oder das vor einem Deutschlandstart stehende Spotify müssen sich daher genau überlegen, in welchem Maße sie kostenfreies Musikstreaming ermöglichen wollen. simfy erlaubt dies derzeit für fünf Stunden pro Monat – bei 15 Songs pro Stunde wären dies 75 Songs, für die das Kölner Startup gemäß dem neuen Tarif 75 x 0,6 Cent = 0,45 Euro an die GEMA abführen müsste – zusätzlich zu den Lizenzgebühren, die an die Labels fließen.

Damit werden selbst wenige kostenfreie Stunden pro Monat zu einer teuren Ausgabe für Anbieter, wenn sehr viele Nutzer auf das Basisangebot zurückgreifen. Könnte die GEMA bewusst dafür sorgen, die kostenfreien Komponenten so klein wie möglich zu halten?

simfy-CEO Gerrit Schumann kritisiert den neuen GEMA-Tarif für werbefinanzierte Angebote auch gegenüber netzwertig.com:

Wir glauben nicht, dass sich auf dieser Grundlage werbefinanziertes Streaming (legal) langfristig realisieren lässt. Auch wir stehen somit vor der Entscheidung, ob und wie es mit unserem werbefinanziertem Angebot in Deutschland weitergeht. Die internationale Wettbewerbsfähigkeit des deutschen digitalen Musikmarktes sehe ich somit nicht gewährleistet, denn im Vergleich zu anderen Ländern sind die Tarife deutlich zu hoch.

Während das letzte Woche auch in Deutschland gestartete rara.com nur kostenpflichtig verfügbar ist, bietet das diese Woche in Deutschland an den Start gegangene, aus Frankreich kommende Deezer auch eine kostenlose Komponente an.

Bleibt die Frage, ob aus Erfahrungswerten mehr über den deutschen Markt weiß als Deezer oder ob man einfach ungehalten ist, dass man nicht mehr der einzige On-Demand-Streaming-Anbieter mit GEMA-Vertrag und damit auf dem deutschen Markt ist.

So oder so, 2012 wird das Jahr des Streamings in Deutschland. Und es wird sich auch im internationalen Vergleich der hierzulande verfügbaren Services im Laufe des Jahres zeigen, ob die GEMA-Tarife zu hoch sind, wenn hierzuland die Dienste nur stärker beschnittene Free-Komponenten anbieten.

GEMA veröffentlicht Zahlen zu neuem Streaming-Tarif für werbefinanzierte Services

Gestern hat die GEMA die Veröffentlichung dreier neuer Tarife angekündigt, die teilweise im Rahmen der Einigung mit dem BITKOM ausgearbeitet wurden.

Neben zwei Tarifen, die die Lizenzierung von für den Nutzer kostenpflichtigen Diensten abdecken und direktes Ergebnis der Verhandlungen mit der BITKOM sind, wird in der neuen Pressemitteilung ein dritter für kostenlose (werbefinanzierte) im Detail beschrieben.

Künftig werden 10,25% der durch die Musiknutzung erzielten Einnahmen für die Vergütung der durch die GEMA vertretenen Urheber und ihrer Verlage zugrunde gelegt, um diese angemessen an der Nutzung ihrer Rechte zu beteiligen. Das Tarifmodell wird ergänzt um abgestufte Mindestvergütungen von 0,6 Cent/Stream für Dienste mit hoher Interaktivität, von 0,31 Cent/Stream für Dienste mittlerer und von 0,025 Cent/Stream für Dienste niedriger Interaktivität.

Die Höhe der Gebühr kann gesenkt werden, wenn der jeweilige Service einen Gesamtvertrag mit der GEMA abschließt. In diesem Fall beträgt die Abgabe 8,2% der Einnahmen, mindestens aber 0,48 Cent / 0,25 Cent / 0,02 Cent pro Stream bzgl. der oben beschriebenen Abstufung von hoher, mittlerer und niedriger Interaktivität.

Damit bietet die GEMA nach eigener Aussage ein „reformiertes Tarifsystem“ an:

Mit diesen drei Tarifen veröffentlicht die GEMA insgesamt ein neues, reformiertes Tarifsystem für praktisch alle Anwendungen und Geschäftsmodelle im Bereich Music-on-Demand. Auf dieser Basis können nun kostenlose – d. h. insbesondere werbefinanzierte –, entgeltliche und Freemium-Modelle mit Musikinhalten nach einem einheitlichen Tarifsystem lizenziert werden.

Fraglich bleibt die genaue Definition und Granularität des Begriffs „Interaktivität“ in diesem Zusammenhang. Nahe liegt eine Einstufung von YouTube als „hoch interaktiv“. Wie wenig interaktiv Services sein müssen, um als „niedrig interaktiv“ zu gelten, ist unklar. Hier sieht auch Steffen Holly (AUPEO!) noch Gesprächsbedarf.

Zur Pressemitteilung der GEMA äußerte sich BITKOM-Bereichsleiter Mario Rehse gegenüber dpa (via heise online) wie folgt:

Werbefinanzierte Dienste werden von unserer bisherigen Einigung mit der Gema nicht umfasst.

Die einseitige Tarifveröffentlichung der Gema war aber ein Szenario, mit dem wir rechnen mussten.

Laut heise online prüft der Bitkom, wie mit den neuen Forderungen umzugehen sei.

BITKOM und GEMA einigen sich auf Streaminggebühren, Deutschlandstart von Spotify nah

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BITKOM (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V) und GEMA konnten sich zu Gebühren für Musikdienste einigen. Das dürfte das letzte Puzzleteil für den bevorstehenden Deutschland-Start von Spotify sein.

n-tv.de über die Einigung auf Gebühren, die mir immer noch zu hoch erscheinen:

Der Vertrag regelt die Höhe der Urhebervergütungen, die von den Betreibern von Internet-Musikportalen abgeführt werden müssen. Die Lizenzgebühren betragen pro Musikstück jetzt in der Regel zwischen 6 und 9 Cent netto, Bitkom-Mitgliedsunternehmen erhalten einen Rabatt.

Für Download-Shops erhöht sich außerdem die maximale Länge von Hörproben von 30 auf 90 Sekunden, wie es in den USA üblich ist. Wichtiger allerdings ist Folgendes:

Der neue Vertrag, der rückwirkend zum 1. Januar 2002 gilt, enthält auch eine Lizenzierung von Urheberrechten für Streaming-Angebote, also die Direktübertragung von Musikstücken über das Internet. „Einzelne Dienste, die bisher im Ausland erfolgreich sind, finden jetzt auch in Deutschland ähnliche Lizenzierungsbedingungen vor. Wir gehen deshalb davon aus, dass es künftig noch mehr Musikdienste in Deutschland geben wird, bei denen Nutzer für eine monatliche Pauschalgebühr alle Titel vollständig online hören können“, sagt BITKOM-Vizepräsident Smid.

Man braucht nicht viel Phantasie, um aus dieser Aussage des BITKOM-Vizepräsidenten herauszulesen, dass man zumindest dort überzeugt ist, dass nun mit Spotify der weltweit erfolgreichste On-Demand-Streaming-Dienst nach Deutschland kommen kann und wird.

Bereits seit längerem munkelt man in der Branche, dass Spotify vor seinem Eintritt in den deutschen Markt steht, auch wenn Spotify selbst noch auf der Popkomm einen Deutschland-Start in absehbarer Zeit indirekt von sich wies. Die Hinweise verdichten sich, dass dieser aber nun  endlich kommt.

Ich weiß von zwei unabhängigen Quellen, dass ein Deutschland-Start von Spotify kurz bevorsteht. Mir nicht bekannt ist der genaue Zeitpunkt.

Möglich, dass nur noch der Abschluss der Verhandlungen zwischen BITKOM und GEMA, der in Verbindung mit den GEMA-Verhandlungen von Spotify gestanden haben kann, dem entgegenstand und Spotify in den nächsten Tagen bis Wochen in Deutschland startet. (Zumindest in der Öffentlichkeit sahen etwa die Deutschlandchefs von UMG und Sony Music nur die GEMA als letzten Hinderungsgrund für ein deutsches Spotify.)

Unabhängig davon hat Spotify bereits begonnen, Mitarbeiter in Deutschland anzustellen oder für den Berliner Standort zu suchen. In Berlin sitzt etwa Axel Bringéus, laut LinkedIn-Profil seit August 2011 Director International Growth bei Spotify. Für den Berliner Standort sucht Spotify aktuell außerdem nach einem Sales Planner, einem Traffic Manager und einem PR Manager für den DACH-Raum. Zusätzlich sucht Spotify einen Senior Account Manager für die Labelbeziehung in Deutschland, Österreich und der Schweiz, der ebenfalls in Berlin sitzen wird.

Spotify, das letzte Woche erst eine App-Plattform gestartet hat, ist in den letzten Wochen in Österreich und der Schweiz gestartet. Der Dienst hat weltweit mindestens 2,5 Millionen bezahlende Nutzer und über 10 Millionen registrierte Nutzer.

Der deutsche Konkurrent Simfy wird sich diesen Winter warm anziehen müssen.

Für viele Musiker ist die GEMA ein Verlustgeschäft

Im Rahmen der aktuellen Diskussion bin ich auf folgenden Kommentar eines Users auf Telepolis gestossen:

Der gemeine Nachwuchsurheber schreibt seine Songs und ihm ist klar, dass WENN die Songs Erfolg hätten, er praktisch gar nicht kontrollieren kann, ob irgendwo gegen das Urheberrecht verstoßen wird.

Also GLAUBT er, die GEMA könne dabei helfen, indem sie bei allen zumindest öffentlichen Verwertungen im größeren Rahmen natürlich Inkasso macht, was für den Urheber dann ein kleines Zusatzgeschäft darstellt.

Mir ging es damals nicht anders.

Ist man in dem Laden dann drin, lernt man Folgendes:

– man hat einen Knebelvertrag unterschrieben, der einen mindestens für 6 Jahre verpflichtet, Gebühren zu entrichten und alle Werke zwangsläufig anzumelden.

– Für seine eigenen musikalischen Veröffentlichungen tritt man selbst als Urheber in Vorleistung, bekommt aber das Geld nur zu ca. 70% wieder zurück.

– Die Auszahlung der GEMA-Ausschüttung zieht sich über viele Monate und die Abrechnung ist vollkommen undurchsichtig.

Der Nutzen für 98% aller Urheber dieses Landes geht gegen Null bzw. ist eine Verlustrechnung.

Das sind auch die Erfahrungen, die ich von GEMA-Mitgliedern gehört habe. Besonders der letzte Punkt ist wichtig: Es werden wohl nicht ganz 98 Prozent sein, aber für die Mehrheit der GEMA-Mitglieder ist ihre Mitgliedschaft tatsächlich ein Verlustgeschäft. (Man muss nicht Verschwörungstheoretiker sein, um in der immer wieder angeprangerten Intransparenz der GEMA ein bewusstes Verschleiern der bestehenden Verhältnisse zu sehen, die gegen den aktuellen GEMA-Verteilungsschlüssel und den grundsätzlichen Aufbau und Arbeitsablauf der GEMA sprechen.)

Das Problem mit einer in der Branche so fest verwurzelten Institution wie der GEMA geht allerdings noch weiter als im Kommentar angesprochen:

Die meisten Musiker haben gar keine andere Wahl, als Mitglied in der GEMA zu werden, selbst wenn sie das vielleicht gar nicht wollen: Deutsche Presswerke weigern sich, CDs oder Vinyl zu pressen, bis vom Label nachgewiesen wurde, dass alle auf dem Werk vertretenen Künstler GEMA-Mitglieder sind und die Aufnahme entsprechend bei der GEMA gemeldet ist.

Hier sorgt die GEMA-Vermutung de facto für einen Mitgliedschaftszwang.

Interessant ist in diesem Zusammenhang natürlich, dass gerade der Rückgang des Tonträgergeschäfts dafür sorgt, dass nachwachsende Musiker diesen Zwang immer weniger verspüren.

Die aktuelle Debatte um Events mit CC-Musik und die GEMA-Vermutung ist ein erstes Symptom dieses Wandels, der allerdings für viele Beteiligte noch schmerzhaft(er) werden wird.

Update: Eine weiterführende Diskussion zum Thema hat sich auf Google+ ergeben.

Update2: Der VUT hat einige Antworten von Pressewerken zu diesem Thema eingeholt und in den Kommentaren auf Google+ veröffentlicht. Alle angefragten Pressewerke haben eine wie im Artikel beschriebene Praktik verneint. Es scheint also nicht so verbreitet zu sein, wie ursprünglich im Artikel vermutet.

Event muss an GEMA zahlen, obwohl nur CC-Musik lief

Jan Stern hat eine Veranstaltung organisiert, auf der nur mit Creative Commons lizenzierte Musik lief. Die GEMA hat aufgrund der GEMA-Vermutung erreicht, Geld für das Event zu bekommen obwohl keine Musik eines GEMA-Mitglieds lief. Das Kraftfuttermischwerk berichtet:

Jan recherchierte daraufhin einige der Urheber, aber eben nicht alle. Wenn man sich vorstellt, was in einer Zeit von gut acht Stunden so an einzelnen Tracks über einen Dancefloor geht, ist das durchaus nachvollziebar, kommt man doch dabei auf locker 100 Tracks. Diesen sollten nun alle den bürgerlichen Namen der Produzenten zugeordnet werden, die zusätzlich dazu auch erstmal noch recherchiert werden müssten. Gemessen daran, dass Netaudio eine sehr internationale Angelegenheit ist, die zudem manchmal mit Infos dieser Art eher geizig umgeht, eine fast unmöglich zu erfüllende Aufgabe. Dazu kommt, dass viele der einstigen Netlabels nicht mehr existieren und die Kommunikationswege zu den Künstlern deshalb abgeschnitten wurden.

Die GEMA machte es dem Veranstalter sichtbar schwer, nachzuweisen, dass keine GEMA-Musik auf dem Event lief. Er schreibt in einer Email an die GEMA:

Es ist mir unerklärlich, wie Sie selbst jeglichen Arbeitsaufwand von sich weisen, sich mit Antworten unverhältnismäßig lange Zeit lassen und stattdessen vom Veranstalter verlangen, alle bürgerlichen Namen der Urheber (und sicherlich auch Geburtsdatum und Wohnort) innerhalb kürzester Zeit zu recherchieren.

Schließlich gab er nach und zahlte die geforderten 200 Euro.

Rechtsanwalt Thomas Stadler erklärt die GEMA-Vermutung, die Umkehr der Beweislast, die auch hier zur beschriebenen Situation führte:

Die sog. GEMA-Vermutung führt faktisch zu einer Umkehr der Beweislast. D.h., der Veranstalter muss die GEMA-Vermutung widerlegen und im Zweifel nachweisen, dass ausschließlich GEMA-freie Musik gespielt wurde. Das bedeutet, dass man nicht nur eine vollständige Tracklist braucht, sondern auch die Daten der Urheber (Komponisten/Texter).

Das Problem ist nun aber, dass die GEMA-Vermutung alternativen Ansätzen, die eher der durch das Internet umgeformten Realität entsprechen, es schwer macht, weil die GEMA damit quasi eine nukleare Waffe hat, die sie auch einsetzt. (Aus welchen Gründen auch immer. Sicher spielt auch institutionaler Selbsterhalt eine Rolle.)

Wenn sich immer mehr Musiker weigern, in die GEMA einzutreten und es de facto möglich ist, ganze Musikveranstaltungen ohne GEMA-Musik zu bestreiten, dann müsste eigentlich auch, irgendwann ab einem bestimmten Grad, die GEMA-Vermutung rechtlich neu geprüft werden.

Der Veranstalter schreibt zu recht in einer Email an die GEMA:

Die GEMA-Vermutung mag Ihnen Recht geben. Mit Gerechtigkeit hat dies allerdings rein gar nichts zu tun. Spätestens seitdem es für eine breite Masse möglich geworden ist, zu Hause am eigenen PC Musik zu produzieren und diese über klassische Wege, also auf Tonträgern odereben auch über das Internet in MP3-Form zu vertreiben, ist die Annahme, der Großteil aller Musiker sei bei der GEMA organisiert, erneut zu prüfen und entsprechend anzupassen.

Dass die GEMA eher eigenwillig Außenkommunikation betreibt, kann man im übrigen auch recht schön daran sehen, dass seit Jahren GEMA-Vertreter für Paneldiskussionen auf Musik-Konferenzen eingeladne werden, diese manchmal zusagen und dann aber praktisch immer kurz vorher aus diesem oder jenem Grund nicht können. Wann war das letzte Mal ein GEMA-Vertreter bei einer öffentlichen Diskussion zur GEMA anwesend? Die GEMA verweigert sich damit auch der Diskussion mit bestehenden und potentiellen Mitgliedern.

Sie kann das aus dem selben Grund machen, aus dem sie für Events kassieren kann, ohne nachweisen zu müssen, dass sie dafür überhaupt berechtigt ist: Sie ist eine monopolistische Quasi-Behörde mit Sonderrechten. Das hat Vorteile für die Mitglieder aber eben auch zunehmende Nachteile für die Musikbranche allgemein.

Je weiter sich Creative Commons verbreitet und je weiter sich die nichtprofessionelle Musikszene im Netz ausbreitet, desto stärker wird es hier zu Spannungen und zur Sichtbarkeit des Ungleichgewichts führen. Dieses Beispiel dürfte erst der Anfang sein.

Update: Franco Walter von der GEMA kommentiert auf Kraftfuttermischwerk:

wie im Artikel-Update erwähnt, hat die Bezirksdirektion Dresden die Titelliste, die die Künstler bzw. Interpreten enthält, deren Stücke an dem Abend gespielt wurden, erhalten. Diese konnte leider nicht überprüft werden, da Interpreten oft nicht identisch mit den Urhebern sind. Die GEMA benötigt jedoch die an den Titeln beteiligten Urheber. Daraufhin wurde vom Veranstalter eine Liste mit vier Urhebern übermittelt. Leider reicht die Nennung von lediglich vier Urhebern allein nicht aus, um von einer GEMA-Freiheit aller Werke auszugehen. Wir hoffen allerdings, die Unklarheiten bei einem persönlichen Gespräch ausräumen zu können, das in den nächsten Tagen stattfinden wird.

YouTube-Streit: Deutschlandchefs von Universal und Sony Music greifen GEMA hart an

Im eskalierenden Streit zwischen GEMA und YouTube-Besitzer Google zu Lizenzen für Musikvideos melden sich jetzt die Deutschland-Chefs von Universal Music und Sony Music erstaunlich offen und direkt zu Wort. Spiegel Online:

„Man darf sich die Frage stellen, warum eine Einigung zwischen Verwertungsgesellschaften und YouTube in vielen Musikmärkten möglich ist, nicht aber in Deutschland, dem wichtigsten Markt Europas“, sagt Frank Briegmann, der Deutschland-Chef von Universal Music, zu SPIEGEL ONLINE.

Auch der Deutschland-Chef von Sony Music, Edgar Berger, verliert die Geduld: „Alles muss durch ein Nadelöhr, den Gema-Aufsichtsrat. Einige Mitglieder scheinen noch nicht im digitalen Zeitalter angekommen zu sein“, sagt er auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE. Es gebe „offenbar kein Interesse daran, werbefinanzierte Musik-Streamingdienste wie Vevo, YouTube und Spotify in Deutschland zuzulassen“, so Berger. Dadurch entgingen den Künstlern und den Musikkonzernen potentielle Einnahmen in Millionenhöhe.

Hinter den Kulissen dürfte es also schon länger brodeln.

Nachdem die GEMA YouTube-Betreiber Google verklagt hat, sieht dieser keine Grundlage mehr für weitere Verhandlungen. Die GEMA ist eine Verwertungsgesellschaft, die dank ihres Sonderstatus‘ ein Monopol auf Musikverwertungsrechte in Deutschland geniest. Im Gegensatz zu anderen Ländern wie etwa Großbritannien muss die GEMA nicht mit anderen Verwertungsgesellschaften konkurrieren. Dass das keine wünschenswerte Ausgangslage sein kann, kann man unter anderem seit Jahren am deutschen YouTube beobachten, das allerdings nur die sichtbarste Folge dieses Missstands ist.