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Bezahlte Livestreams von Konzerten

Hypebot:

Unexplored for the most part, live show webcasts are ripe for artists adoption. Quiet Hounds are a relatively new band looking to be on the forefront of exploration with their newest adventure, ‘We Formally Invite You To Go Nowhere’. With one live show broadcast under their belts, the band is having their second on February 24th. Originally set to use livestream and attendstar, the band will now be hosting the broadcast themselves, keeping 100% of the modest $5 ticket price. Beyond looking for different revenue streams aligned with performing music, Quiet Hounds appear to have an interest in pushing technological advancements forward in the space.

Interessanter Ansatz, dem natürlich noch die Infrastruktur fehlt. Ein spezialisierter Anbieter könnte hier einen neuen Markt aufmachen.

Amanda Palmer setzt auf ‘Bezahl was du willst’

Nachdem Amanda Palmer erfolgreich über Crowdfunding 1,2 Millionen US-Dollar für ihr neues Album eingesammelt, geht sie weiter den innovativen Weg und bietet die neue CD praktisch ohne Preis an. Den zu zahlenden Preis legt jeder selbst fest.

Pay What You Want – Amanda Palmer:

the store below has two versions of the record. one is totally free, and one has a minimum price of $1.00 so that i can cover the cost of covering other artists’ songs.

once you have it, SHARE SHARE SHARE!  COPY COPY COPY! SPREAD THE EVIL!!!

‘Bezahl was du willst’ kann für große Bands wie Radiohead genau so gut funktionieren wie für sehr viel weniger bekannte Jazzmusiker.

Apps als die Nachfolger von Alben? Nein.

DRadio Wissen:

Popdiva Lady Gaga hat ihr neues Album angekündigt. Das Besondere: Nicht nur als MP3 und Compact Disc, sondern auch als App soll das neue Werk erhältlich sein. So will die exzentrische Pop-Ikone ihrer Musik durch Einblicke in ihr Leben als Sängerin noch mehr Persönlichkeit verleihen. Ist das jetzt die Zukunft der Musikindustrie? 

Die Vorstellung einzelne Apps könnten die Nachfolger von Alben sein, ist eine Murksidee. Warum? Weil es nicht darum geht, einen Mehrwert anzubieten, sondern -erneut- nur darum, den analogen Musikverkaufsprozess irgendwie in das Digitale herüberzuretten. Der Kostenaufwand für einen tatsächlichen Mehrwert solcher Albumapps dürfte praktisch immer mögliche Gewinne aufessen. Ganz zu schweigen vom falschen Medieneinsatz, der die Idee für Endkonsumenten unattraktiv macht. (Man könnte auch sagen, TV-Sender sind die neuen Alben und für jedes Album einen neuen Spartenbezahlkanal starten.)

Natürlich werden sich weite Teile der Tonträgerindustrie auf die Idee versteifen, dass Apps die legitimen Nachfolger der Alben sind. Und natürlich werden sie in 90 Prozent der Fälle scheitern, weil sie sich nicht am Markt sondern – mal wieder – an ihren eigenen Kostenstrukturen und Geschäftsprozessen orientieren, was sich etwa in der Preisgestaltung widerspiegeln wird.

Hurra, ein verkaufbarer Container!

Dubstep-Musiker nutzt BitTorrent, um bekannter zu werden

TorrentFreak zitiert eine Studie von Musicmetric. TorrentFreak:

Earlier this year dubstep artists Bill Van setup a deal with BitTorrent Inc to distribute his Cardigan EP. That appears to have paid off. The release is the number one torrent being downloaded in 5 of the top 20 countries worldwide as measured by number of downloads.

“It has become hugely popular in place of other illegal content in a quarter of the top 20 countries for downloads,” Musicmetric explain.

Eine Zusammenarbeit mit BitTorrent, dem Unternehmen, kann sich also für Musiker enorm lohnen, um ihre Reichweite zu maximieren.

Musikerin Amanda Palmer sammelt in 3 Tagen über 340.000 US-Dollar über Crowdfunding ein

Die Musikerin Amanda Palmer hat über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter innerhalb von 3 Tagen über 340.000 US-Dollar eingesammelt. Die ursprüngliche Summe von 100.000 US-Dollar, die sie für die Finanzierung der Produktion eines Studioalbums einsammeln wollte, erreichte sie innerhalb von 6 Stunden.

Zusätzlich führt Palmer mit Loanspark ein neues Projekt ein:

Also, with this project, Amanda announced a new project called Loanspark, which is kind of like a Kickstarter, but as a loan, where the money gets paid back (assuming it’s made up) and the “interest” isn’t monetary, but creative. This is definitely for larger amounts, but you can see the listing of options, which include things like getting a home concert (or for a charity) or a work of art created by Amanda. Who knows if anyone will take her up on it, but it’s another interesting idea worth watching.

Amanda Palmer hatte vor Jahren bereits ihr erstes Album selbst finanziert und ihre Fanbasis selbst aufgebaut. Nach einem kurzen Zeitraum bei einem Majorlabel ist sie heute wieder labelfrei.

Das Kickstarter-Projekt läuft noch 29 Tage.

Vinylabsatz ist 2011 in Deutschland um 10,3 Prozent gewachsen

heise online zu den heute veröffentlichten BVMI-Zahlen:

Der Umsatz mit CDs und anderen physischen Tonträgern sank um 3,8 Prozent auf 1,24 Milliarden Euro; 2011 setzte die Branche 97 Millionen CDs (-1,7 Prozent) sowie noch rund 700.000 Vinyl-LPs (+10,3 Prozent) ab.

Das verwundert nicht. Vinyl eignet sich viel besser für das Souvenir im Regal als CDs.

Die Unterschiede bei den absoluten Zahlen machen Vinyl aber trotzdem bedeutungslos für die Tonträgerindustrie. Interessant ist die Entwicklung deswegen auch weniger für die großen Labels und mehr für Musiker, die entweder selbst oder mit kleinem Label ein filesharingsicheres Geschäftsmodell nutzen wollen:

Vinyl behält den Souvenircharakter und ist etwa in einer (teureren) Limited Edition nach wie vor beliebt bei Musikfans. Mit dem Rückgang von CDs und dem Aufstieg von Streaming dürfte die Bedeutung sogar weiter zunehmen.

Madonna verschenkt neues Album an Konzertgänger

Musikmarkt: USA: Madonna verschenkt neues Album “MDNA”:

Für ein Konzert von Pop-Queen Madonna müssen Fans tief in die Tasche greifen. So kosten etwa die Karten für die Madonna-Show im New Yorker Yankee Stadion am 6. September zwischen rund 140 US-Dollar und knapp 360 US-Dollar. Als Kaufanreiz hat sich Madonna etwas Besonderes ausgedacht: Wer sich in den USA ein Ticket kauft, erhält gratis dazu das neue Madonna-Album, “MDNA”, das hierzulande am 26. März über Universal Music erscheint .

Das ist clever. Das Album wird als Zugabe zum teuren Konzertticket verschenkt. Die Kosten für die ‘verschenkte’ Einheit des Albums ist minimal. Der Fan freut sich aber, dass er mehr bekommt.

Erfahrungsbericht: Nur 1,3% der Fans beteiligten sich an Crowdfunding

Caren Kelleher hat auf Digital Music News ihre Erfahrungen aus einem Kickstarter-Projekt zusammengefasst, mit dem sie als Managerin für die Band The Lighthouse and the Wahler über 10.000 $ erfolgreich eingesammelt hat. Unter anderem interessant ist die Beteiligungsrate der Fans:

Just 1.3% of The Lighthouse and the Whaler’s online fans contributed to our Kickstarter campaign – a good response rate were it a traditional direct marketing campaign.  But few DIY bands would know that to be normal.  The consequence is that many will look at their Facebook or MySpace fan counts and overestimate how much money they can raise.

Dieser Prozentsatz entspricht auch ungefähr der Aufteilung zwischen Free und Premium bei Freemium-Angeboten. Ähnliche Verteilungen lassen sich auch bei “Bezahl was du willst” etc. beobachten. Das ist nicht zwingend schlecht: Entscheidend ist, was unter dem Strich herauskommt. Ein bis zwei Prozent der Fans mit Crowdfunding mobilisieren kann mehr bringen als den traditionellen Weg zu gehen.

Zusätzlich dürfte diese Zahl auch stark davon abhängig sein, wie gut die Musiker mit ihren Fans auf Facebook, Twitter, etc. vernetzt sind. Sprich also: Wie einfach sie ihre Fans erreichen und mobilisieren können.

Weitere Erkenntnisse von Kelleher sind die Bedeutung größerer Geldgeber und die Tatsache, dass Fans Einfluss wollen, keine Gimmicks:

Consider a sample of thirty recently-successful music projects on Kickstarter.  In comparing the number of backers against pledge packages selected and dollars raised, it turns out that 30% of funding came from backers that did not select merchandise packages to match their pledge amounts.  In other words, one-third of each successful Kickstarter project came from fans that either didn’t want stuff, or bought it separately on their own.  It turns out that superfans simply aren’t that motivated by merch.

 

Musiker launcht Album exklusiv auf Groupon

Ein Musiker aus Großbritannien veröffentlichte am 27. Juni sein Album zuerst exklusiv auf Groupon:

In an interesting first for Groupon, the company is not only offering a discount on British musical artist David Gray’s newest album “Lost and Found—Live in Dublin”—it’s actually debuting the album. Yes, Gray is releasing his album exclusively on Groupon, beginning Monday, June 27, for only $6, more than half off the $13 retail price.

Ein nettes Marketing-Gimmick, nicht mehr aber auch nicht weniger. Da es ein Live-Album ist, erscheint das nicht zuletzt als ein interessanter Weg, die Konzerte zu bewerben.

Erfolgversprechende Geschäftsmodelle im Filesharing-Zeitalter

Auf der diesjährigen re:publica haben Leander Wattig und ich eine Session über Geschäftsmodelle im Filesharing-Zeitalter gehalten.

Die Veranstaltung kam beim Publikum sehr gut an. Auf neunetz.com habe ich eine Zusammenfassung gepostet. Hier die Slides:
Erfolgversprechende Geschäftsmodelle im Filesharing-Zeitalter

(Foto: re:publica 2011; CC-Lizenz)

Crowdfunding: 2010 gab es mehr als 1.140 erfolgreiche Musik-Projekte auf Kickstarter

Kickstarter berichtet, dass sie 2010 mehr als 1.140 erfolgreich finanzierte Musikprojekte auf ihrer Crowdfunding-Plattform verzeichnen konnten. Das heißt, über 1.140 Musikprojekte haben die vorgegebene Summe oder mehr von Unterstützern im Vorfeld einsammeln können. Eine bemerkenswerte Anzahl. Alle erfolgreichen Kickstarter-Musikprojekte kann man auf dieser Seite einsehen.

Als erfolgreichstes Projekt im Bereich Musik stellt Kickstarter den Musiker Bleu vor. Der Singer-Songwriter wollte 8.000 US-Dollar über Crowdfunding erhalten und bekam am Ende über 39.000 US-Dollar. Kickstarter über Bleus Crowdfunding-Projekt:

The singer-songwriter, who has toured with John Mayer and written songs for the Jonas Brothers and Hanson, among others, came to Kickstarter after dealing with the type of red-tape only the music industry (or US gov’t) could serve up. But prior setbacks couldn’t hold Bleu from getting his solo music to his fans. Rather than simply using Kickstarter as a way to fund his latest record, Bleu took it to another level — cooking three-course meals for fans, playing in backers living rooms, playing special birthday songs and even collaborating with backers on new material. Bleu did it all, and he did it well.

Musopen, das Projekt, das gemeinfreie klassische Musikaufnahmen erstellt, bekam über Kickstarter über 68.000 US-Dollar zur Finanzierung seiner Vorhaben.

Public Enemy finanzierte sein neues Album über Sellaband ebenfalls mit Crowdfunding und erhielt auf diesen Weg 75.000 US-Dollar.

Erfolgreich mit ‘Bezahl was du willst’: Radiohead und Jason Parker

Für große Bands:

Radiohead war mit dem ‘Bezahl was du willst’-Experiment, dass sie mit ‘In Rainbows’ ausprobierten überaus erfolgreich. Music Ally zitierte 2008 den Publisher von Radiohead, Warner Chappell:

The publisher will also confirm that Radiohead had made more money before ‘In Rainbows’ was physically released than they made in total on the previous album ‘Hail To the Thief’. It should be pointed out that Radiohead’s existing digital income was of course low, because they had withheld licensing the likes of iTunes.

The topline figure, though, is that there were three million purchases of In Rainbows, including physical CDs, box-sets, and all downloads – including those from the band’s own website and from other digital music stores.

Das Entscheidende bei solchen Experimenten ist die Frage, wie die Ergebnisse sich vom üblichen Herangehen unterscheiden:

[..]according to Dyball there were a total of three million album purchases including the box sets, CDs and all downloads including iTunes and pay-what-you-like downloads via their official site. That’s an incredible number, given that their previous three albums sold in the low hundreds of thousands.

Es ist nicht wahrscheinlich, dass man ein solches Experiment mit ähnlich bombastischen Zahlen mehrfach wiederholen kann. Radiohead profitierten davon, die ersten zu sein, die so etwas probieren. Aber das heißt nicht, dass es kein Erfolgsmodell mit bescheideneren Zahlen sein kann.

Und: Man sollte diese Zahlen immer im Kopf behalten, wenn wieder jemand behauptet, dass Radiohead-Experiment sei ein Misserfolg gewesen, weil sehr viele Leute das Album kostenfrei heruntergeladen hätten ohne zu kaufen. Dieses Argument ist nämlich völlig irrelevant. Entscheidend ist, wie das Resultat im Vergleich zu anderen Herangehensweisen abschneidet. (siehe oben)

 

Für kleinere Bands und Musiker:

Der Vorwurf, dass solche Vorgehen nur für sehr bekannte Bands und Musiker funktioniert, wird oft vorgebracht, ist aber in der Praxis nicht haltbar.

Techdirt hat bereits letztes Jahr über diverse Bands geschrieben, die erfolgreich mit dem ‘Bezahl was du willst’-Modell bei ihrem Merchandise gearbeitet haben:

The bands that have tried this found that this made fans much happier. Many fans paid more than list price (even when told the “recommended price”) because they really wanted to support the band. Other fans, who wouldn’t have been able to afford the merch at the list price, came away much happier because they were able to afford stuff. Those fans become committed lifelong fans who are much more willing to spend more money in the future as well.

Techdirt berichtet jetzt vom Jazzmusiker Jason Parker, der ebenfalls erfolgreich mit dem ‘Bezahl was du willst’-Modell arbeitet:

It started with a “weekend experiment,” late last year, where Parker reduced the required price of the download of his albums, to $0 from $5, and tweeted to his followers that they could pay whatever they wanted for it. He had considered setting a minimum of $1, but decided to see what happened if he went totally free.

Jason Parker ist sichtlich begeistert über das Resultat:

And what’s even more impressive to me is that many of the people who downloaded the CD’s actually paid for them, even though they didn’t have to! In fact, I made more money from sales this weekend than in any other three-day period since the days right after the release of our latest CD, “No More, No Less”. All while giving them away for free!

Mike Masnick fasst das Resultat bei Jason Parker zusammen:

The CDs, by themselves, are obviously not a huge moneymaker, but still, the revenue has gone from about $15/month to around $300/month. By giving it away for free and letting people pay what they want. Not bad.

Das mag in absoluten Zahlen nicht viel Geld sein. Aber entscheidend ist der relative Anstieg: es führte zu einem beträchtlichen Zuwachs an Einnahmen, als Parker von einem festen Preis zur freiwilligen Bezahlung wechselte.

Jason Parker hat auch noch auf weiteren Wegen mit freiwilliger Bezahlung experimentiert und gute Resultate erzielt. Im Detail kann man das auf Techdirt nachlesen.

Über die vermeintliche Gratiskultur und den Kontakt mit den Fans erzählte Jason Parker Techdirt:

I think it is about continually connecting with your fans and potential fans. For me the best thing has been to reach out to people on Twitter as a person, not as a musician. When they get to know me as a person, they are MUCH more likely to buy the CD. That’s where the majority of my Bandcamp sales are coming from. It does take work to be consistently chatting with folks and finding new folks, but I see a direct correlation between how much I converse on Twitter and how many downloads I sell. It’s a no-brainer.

I disagree that people “just want stuff for free”. The way I see it, people will take for free what they have no connection to.

Erfahrungsbericht: 5 Wege für Musiker zu neuen Fans

Anm. d. Red.: Der folgende Text erschien ursprünglich als Kommentar zum Artikel 3 Wege, wie Musiker über bestehende Fans neue Fans erreichen können. Musiker Ey Lou Flynn über seine Erfahrungen:

Ich hab selbst ein kleines Musikprojekt laufen und liste mal auf, was für mich ganz persönlich gut funktioniert hat:

1) Wie es der Blogeintrag ja schon so ähnlich vorschlägt – jedem CD-Käufer (unangekündigt) eine zweite CD beilegen, inklusive netter “verschenk mich”-Aufforderung. CDs sind auch bei kleinen Auflagen nicht wirklich teuer, da braucht es eigentlich keine “Billig-Version”. Weiterverkauf über eBay? Wird fast nie passieren. Wenn man Leuten Vertrauen entgegenbringt, nutzen es die wenigsten aus.

(Kostenlose Aufkleber beizulegen, falls vorhanden, ist auch nie verkehrt. Aufkleber sind Pfennigkram und im Grunde kleine Werbeflächen für die Band.)

2) Songs unter Creative Commons stellen, verständlich erklären, was das bedeutet und dass die Weitergabe der Musik erwünscht ist. Das ist natürlich nur etwas für Bands, die kein Problem damit haben, dass von dem CC-Konzept dann auch in jeder Hinsicht Gebrauch gemacht wird.

3) Ein paar phantasievolle (Youtube-)Musikvideos drehen. Die werden weitergegeben, gebloggt und rumgezeigt wie irre.

4) Jede Form von persönlicher Interaktion mit Fans und Interessierten. Das muss nicht extrem zeitaufwendig laufen, aber es muss aufrichtig sein. Wenn ein gewisses ‘freundschaftliches Verhältnis’ besteht, empfehlen viele Leute Musik, Videos oder die Band freiwillig und gerne weiter. Und wenn nicht, kann man einfach mal direkt darum bitten.

5) Ein Forum / Streetteam / Fanclub ins Leben rufen und der ganzen Fanschar, egal wie klein, die Möglichkeit geben, sich untereinander auszutauschen. Wenn das ein positives Erlebnis ist, werden öfters Freunde nachgeholt.

Punkte 4 und 5 sind natürlich etwas aufwendiger, aber auch in anderer Hinsicht wahnsinnig wertvoll, wenn gut umgesetzt.

Entscheidend ist auch folgendes: Egal, was die Band tut, die meisten Fans können/werden nur in sehr geringem Ausmaß zu neuen Fans beitragen und fast nie Mund-zu-Mund-Werbung betreiben. Eine Minderheit ist diesbezüglich dagegen sehr aktiv. Und sozial ganz besonders gut vernetzt. Und genießt einen gewissen “Trendsetter”-Status.

Ganz simples Beispiel für so eine Person: Ein Musikblogger mit Stammleserschaft. Solche Menschen unter den eigenen Fans zu finden und bestmöglich zu fördern, ist grundsätzlich eine sehr gute Idee.

Weniger sinnvoll, meiner Meinung nach:

- “A song for a tweet”, “A song for a facebook-share” und solche Dienste. Das ist ziemlich ineffektiv und man fühlt sich als Musikfan schnell zu etwas genötigt, was man eigentlich nicht will.

Wie gesagt, alles nur persönliche Erfahrungen ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit.

3 Wege, wie Musiker über bestehende Fans neue Fans erreichen können

In der Brainstorming-Session zu Mike Masnicks Vortrag auf dem all2gethernow, in der ich mit Andrew Dubber (von New Music Strategies ) saß, wurden drei interessante Wege angesprochen, wie man die bestehende Fanbasis nutzen kann, um potentielle neue Fans zu erreichen:

  1. Fünf Konzerttickets zum Preis von drei verkaufen. (Bestehende Fans werden versuchen, ihre Freunde angesichts des guten Deals zum Besuch des Konzerts zu überreden.)
  2. Digitale Downloads von Alben mit Gutscheinen für weitere Einheiten verkaufen. zum Beispiel: Zum Preis von einem Album erhält man zusätzlich Gutscheine für neun weitere Downloads des Albums, die der Käufer an seine Freunde verteilen kann. (Sprich: Kauf ein Album, erhalte zehn.)
  3. Zur teuren, limitierten, physischen Ausgabe des Albums weitere billige, physische Ausgaben des Albums beilegen. Diese günstigeren Versionen kann der Fan an seine Freunde verteilen.

Über das ‘Connect with Fans’ in ‘CwF + RtB’

Mike Masnick von Techdirt hat auf der all2gethernow über sein Grundmodell für Geschäftsmodelle für Musiker gesprochen, dass er mit “CwF+RtB=$$$” abkürzt. Ausgeschrieben heißt das:

Connect with fans + Reason to Buy

Oft beschäftigt man sich nur mit dem zweiten Punkt, RtB, so Masnick, weil man wie er davon ausgeht, dass sich jeder mit Connect with Fans auskennt. Ein Fehler, wie Masnick zugab. Deshalb sprach er auch auf der all2gethernow über die Möglichkeiten und Wege, wie Künstler besser mit Fans in Kontakt treten und Beziehungen aufbauen können.

Gute Musik reicht heute seiner Meinung nach schlicht nicht mehr aus. (Mehr oder weniger weil es zu viel gute Musik gibt.) Musiker müssen mit ihren Fans in Kontakt treten und dabei sowohl Mehrwert als auch Knappheiten in ihre Überlegungen einbeziehen. Das ist die Basis für “CwF”.

Masnick nannte als Knappheiten unter anderem:

  • Zugang
  • Aufmerksamkeit
  • Authentizität
  • Exklusivität
  • (Neue) Kreationen
  • Zeit
  • Komfort bzw. Nutzerfreundlichkeit
  • Zugehörigkeitsgefühl

Um erfolgreich zu sein, sollte man mehrere Modelle kombinieren. Und dabei muss man, das ist besonders wichtig, die Besonderheiten des Musikers mit einbeziehen. Nicht jeder Weg bietet sich für jeden Musiker an. Imitieren von von anderen erfolgreich beschrittenen Wegen ist also nicht unbedingt das beste Vorgehen.

Masnick hat einige Beispiele genannt für das erfolgreiche Verbinden von CwF und RtB genannt:

Josh Freese hat eine relativ absurde Preisstaffelung bei seinem neuen Album von sieben bis 75.000 Dollar eingeführt, die seinem Charakter entspricht und seine persönliche Vergangenheit mit einbezog. Das “since 1972 $10,000 package – limited edition of 1″ beinhaltet:

Signed CD/DVD
T-shirt
A signed DW Snare drum from my personal collection.
Drum lesson or his and hers foot/back massage.
We go to lunch at “Club 33″ (super exclusive, private restaurant at Disneyland located above the Pirates Of The Caribean) and hit a couple rides afterwards (preferably the “Tower Of Terror, The TIki Room and The Haunted Mansion”)
At the end of the day at Disneyland drive away in my Volvo. It’s all yours…..take it. Just drop me off at home on your way out though please.

Das limitierte 20.000(!) Dollar Package wurde übrigens mittlerweile verkauft. Das 75.000 Dollar Package ist noch zu haben.

Jill Sobule hat mit “Jill Sobules next record” ebenfalls mit einer unterhaltsamen Preisstaffelung ihre Fans erreicht, die (in diesem Fall) Spenden für die Albumproduktion befördert hat. Jill Sobule hat bekanntlich über 80.000 Dollar an Spenden von ihren Fans in zwei Monaten eingesammelt.

Der Künstler Moldover hat das Case seiner CD in ein Mini-Theremin verwandelt.

Matthew Ebel bietet auf matthewebel.net einen Backstage Pass mit speziellen Vergünstigungen an:

A Matthew Ebel dot net subscription brings you live recordings, new music, behind-the-scenes videos, exclusive invitations, and more from Matthew Ebel. It’s your own personal VIP pass that gets you closer to one of your favorite artists!

Pearl Jam betreibt einen Fanclub. Die Mitglieder erhalten regelmäßig Vorzüge und Giveaways, die auf Club-Mitglieder beschränkt sind:

  1. Our promise to do our darndest to get you the absolute BEST tickets in the house to Pearl Jam shows around the world.
  2. Access to Ten Club members-only merchandise like limited edition silk-screened posters from Pearl Jam tours.
  3. A holiday 45 RPM vinyl single with songs not found anywhere else.
  4. Pearl Jam’s full-color printed DEEP Magazine mailed to you
  5. Full access to the Pearl Jam Online Community
  6. Members-only contests and giveaways

In verschiedenen Brainstormingsessions hat das Publikum in einzelnen Gruppen anschliessend versucht, für verschiedene Musiker Wege zu finden, wie sie “CwF+RtB” sinnvoll umsetzen können. Neben grenzwertigeren Ansätzen (die aber, wie man bei Josh Freese sehen kann, auch funktionieren können), wie einer Tour für Fans durch das Heimatviertel eines Rappers wurden auch spannende Wege angesprochen, wie man die bestehende Fanbasis vergrößern kann.

Ein Beispiel war die Verbindung von zwei Gefolgschaften: Ein Musiker arbeitet mit einem Fashiondesigner zusammen und gibt ein Konzert auf dessen Vernissage. Ein anderes Beispiel waren Filmscreenings mit angeschlossenen Konzerten. Zusätzlich wurden noch einige interessante Wege genannt, wie man mit den bestehenden Fans neue Fans erreichen kann.

Free und Freemium im Musikgeschäft

Stefan Peter Roos hat auf der all2gethernow einen guten Vortrag über Geschäftsmodelle für Musiker im Zeitalter der Digitalisierung gehalten. Der Vortrag war ein guter Überblick über die Richtung, in die erfolgreiche Geschäftsmodelle heute gehen sollten.

Hier die Folien des Vortrags:

(via)