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Google Music bekommt werbefreie Onlineradioversion in den USA

Eine kostenfreie Radiovariante à la Pandora und co. ergibt für On-Demand-Streaming-Anbieter als Zusatzoption viel Sinn. Spotify hat es, andere auch. Jetzt auch Google. Google schaltet außerdem keine Werbung, nimmt also Verluste hin, um Marktanteile aufzubauen. Vorerst US-only. Auch das Timing ist interessant.

Mac Rumors:

Google today announced that it’s adding a free tier to its Google Music subscription service, just a week ahead of the launch of Apple Music. Apple Music doesn’t include a free listening tier, but it is accompanied by a free ad-supported radio service that provides users with a way to access music without shelling out cash.

Google’s free listening tier is built around Songza, the radio-based streaming service that Google purchased last July. It includes curated radio stations and playlists, which Google describes as human-curated and crafted „song by song“ for moods and activities like working out or driving. It’s currently available in the United States and rolling out to Android and iOS devices this week.

Nach Taylor Swifts öffentlicher Beschwerde: Rechteinhaber werden künftig für Streams in 3 Probemonaten bei Apple Music bezahlt

Nach dem VUT und anderen Indie-Labels und Verbänden hat sich nun mit Taylor Swift auch eine Mainstream-Künstlerin über die drei Probemonate bei Apple Music beschwert, in der Apple kein Geld an Labels (und damit Musiker) ausschütten wird. Sie kündigte an, ihre jüngstes Album zurückzuhalten. (Die drei royaltyfreien Probemonate sind etwas, das Apple im Vorfeld mit dem Kartell der Majorlabels ausgehandelt hat. Man darf vermuten, dass die Majorlabels mit festen Vorauszahlungen oder Vergleichbarem kompensiert werden.)

Taylor Swifts offener Brief / Blogpost hat scheinbar Apples Position diesbezüglich geändert.

Re/code hat mit Apples Media-Chef Eddie Cue gesprochen:

This morning, Swift wrote an open letter to Apple – on Tumblr – complaining about the company’s policy of not paying music owners when people try its upcoming Apple Music service for a three-month trial period.

Tonight, Apple media boss Eddy Cue appears to have capitulated.

(..)

Cue says Apple will pay rights holders for the entire three months of the trial period. It can’t be at the same rate that Apple is paying them after free users become subscribers, since Apple is paying out a percentage of revenues once subscribers start paying. Instead, he says, Apple will pay rights holders on a per-stream basis, which he won’t disclose.

Details sind noch unklar.

Es bleibt erstaunlich, dass das alles acht(!) Tage vor dem Launch von Apple Music stattfindet.

VUT: 3 Probemonate bei Apple Music ohne Lizenzzahlungen gefährdet Existenz von Musikern

Unter anderem Golem berichtet über eine Pressemitteilung des VUT zu Apple Musics drei Probemonaten, in denen keine Lizenzen gezahlt werden sollen:

„Wir als VUT begrüßen neue Geschäftsmodelle und weitere Anbieter auf dem Streaming-Markt. Jedoch sind die von Apple angebotenen Vertragsbedingungen völlig unangemessen“, erklärte der Geschäftsführer Jörg Heidemann. „Dies kann für unsere Mitglieder und deren Künstlerinnen und Künstler zu erheblichen Umsatzeinbußen bei den Lizenzeinnahmen führen, im Extremfall kann dies existenzgefährdend sein.“

Das ist recht schizophren. Auf der einen Seite wird ständig von Verbänden und Musikern darüber gejammert, wie gering die Auszahlungen aus On-Demand-Streaming sind. Auf der anderen Seite sollen jetzt drei kostenfreie Probemonate bei Apple Music so hohe Einkommenseinbußen verursachen, dass die Nichtzahlung der Streaminggebühren existenzgefährdend ist?

Das ist keine gute Argumentation.

Interessant ist, dass die unabhängigen Unternehmen erst „vor kurzem“ die Verträge für den Streamingdienst erhalten haben, der auch hierzulande bereits am 30. Juni starten soll. Aus der Pressemitteilung:

Die Verträge für Apples neuen Streamingdienst „Apple Music“, dessen Start für Ende des Monats in Deutschland geplant ist, wurden vor Kurzem auch an unabhängige Labels und Aggregatoren geschickt.

Das macht noch einmal deutlich, wer über die Streamingkonditionen global entscheidet: Das Kartell der Majorlabels.

Bisher zum Thema:

Apple Music: ~73% Ausschüttung außerhalb USA, keine Lizenzzahlungen für Trialperiode

Re/code:

Here are the real numbers, according to Robert Kondrk, the Apple executive who negotiates music deals along with media boss Eddy Cue: In the U.S., Apple will pay music owners 71.5 percent of Apple Music’s subscription revenue. Outside the U.S., the number will fluctuate, but will average around 73 percent, he told Re/code in an interview. Executives at labels Apple is working with confirmed the figures.

Those totals include payments to the people who own the sound recordings Apple Music will play, as well as the people who own the publishing rights to songs’ underlying compositions. That doesn’t mean the money will necessarily go to the musicians who recorded or wrote the songs, since their payouts are governed by often-byzantine contracts with music labels and publishers.

Apple won’t pay music owners anything for the songs that are streamed during Apple Music’s three-month trial period, a bone of contention with music labels during negotiations for the new service.

Spotify: 20 Mio. zahlende Abonnenten, 75 Mio. Nutzer, 3 Milliarden $ an Musiker ausgezahlt

Spotify freut sich im eigenen Blog über 20 Millionen zahlende Abonnenten:

Today, we have reached more than 20 million subscribers and more than 75 million active users. 10 million subscribers in our first five and a half years – and another 10 million subscribers in just a single year! That’s an average of one new subscriber every three seconds over the last year. Wow.

And, more people listening on Spotify means more payouts to the creators of the music you love. As we grow, the amount of royalties we pay out to artists, songwriters and rights holders continues to climb faster than ever. We have now paid more than $3 billion USD in royalties, including more than $300 million in the first three months of 2015 alone.

Aufgrund der anhaltenden Debatte darüber, wie viel/wenig Musiker über Streaming einnehmen, hat Spotify zwei Grafiken angefügt:

one-year-payout-top-100-global-superstar-1

one-year-payout-niche-heritage

Die jüngsten Zahlen bedeuten, dass die Conversionsrate von Free-Nutzer zu zahlenden Nutzern zum ersten Mal seit 2013 gestiegen ist: von 25 Prozent auf 26,67 Prozent.

Spotify bezahlt wenig überraschend sein Wachstum mit steigenden Verlusten: 2014 betrugen diese 197 Mio. $, ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 289 Prozent (68 Millionen $).

Apple Music ab 30. Juni auch in Deutschland verfügbar

heise: Apple Music ab 30. Juni auch in Deutschland:

Deutschland wird zu den 100 Ländern zählen, in denen Apple Music von Anfang an verfügbar sein soll. Das erfuhr Mac & i aus informierten Kreisen. Der neue Musik-Streaming-Dienst wird zum 30. Juni offiziell eingeführt, wie Apple am Montag auf der Entwicklerkonferenz WWDC ankündigte

Apple Music (mehr Infos unter anderem hier) wird sich vornehmlich aus drei Komponenten zusammensetzen:

  1. Der klassische Streaming-Teil
  2. Apple Music Connect, eine Art Social Network für Musiker und Fans, auf dem Musiker eigenes Material („Candid shots from backstage. In-progress lyrics. A rough cut of a new video.“) ihren Fans zeigen können.
  3. Radio, zu dem die globale Radiostation Beats One gehört.

Eine Verzahnung mit iTunes und unter anderem der Zugang von iTunes Match in den Funktionsumfang von Apple Music runden das Angebot ab.

Ein Preis für Deutschland ist noch nicht bekannt, aber er wird sich in den gleichen Sphären bewegen wie die Monatspreise von Spotify bis Deezer. Apple konnte die Majorlabels hier von keinem anderen Preismodell überzeugen. (10$/Monat in den USA) Nur der Familiendiscount ist hoch: 15$ pro Monat für bis zu sechs Personen.

Dass Apple hier punkten konnte, verwundert nicht. Über das iOS-eigene „Family Sharing“ gibt es bereits eine Infrastruktur, auf die man zurückgreifen kann. Missbraucht werden kann das nur schwerlich: Alle Mitglieder der iOS-„Family“ sind auf eine Kreditkarte registriert. Etwaige zusätzliche Vorauszahlungsforderungen der Labels stellen für Apple ebenfalls kein Problem dar.

Spotify plant bereits ein ähnliches (identisches) Preismodell. Nicht überraschend: Auch wenn Spotify die OS-Infrastruktur fehlt, die Apple vorweisen kann, können die Labels Apple keinen Preisvorsprung lassen.

Es ist also zu erwarten, dass der Familiendiscount von Apple Music zu allen On-Demand-Streaming-Anbietern kommen wird.

Spotify sammelt 526 Millionen $ bei Bewertung von 8,5 Milliarden $ ein

Mit der neuen Finanzierungsrunde kommt Spotify nun auf 23 Investoren, darunter unter anderem TeliaSonera, eines der größten Telekommunikationsunternehmen Europas, Goldman Sachs und klassische Risikokapitalgeber wie KPCB. Das ebenfalls aus Schweden kommende TeliaSonera hat allein 115 Millionen US-Dollar investiert.

Tech.eu:

Barely 48 hours since the Apple Music announcement and Daniel Ek’s less than impressed tweet, and it appears that Spotify have strengthened their war chest even further as the Wall Street Journal report that the Swedish streaming company have closed a $526 million round at a fresh valuation of $8.5 billion. 

Geleakter Vertrag: SoundCloud plant werbefreie Abonnements

TechCrunch analysiert einen geleakten Vertrag (via Digital Music News), den SoundCloud wohl mit Labels für sein neues Angebot abschließen wird:

SoundCloud would pay 10.5 percent of its revenue including ads or about 22 percent of what it makes on sound recording rights — whichever is higher, according to the contract. The document proposes a deal for the aggregated independent labels, and implies similar deals could be reached with each of the three major record labels: Warner Brothers, Sony and Universal. A Most Favored Nation clause could keep compensation to the NMPA publishers equal to any deals with the majors once market share is taken into account.

Bezüglich eines werbefreien Soundcloud-Angebots:

One tier, codenamed “Additional Services,” would let users pay for an audio and visual ad-free experience and download a limited amount of music, presumably similar to syncing options from services like Spotify. Labels could take $0.18 per Additional Services per user per month if it’s higher than the revenue or sound recording rights income for this tier.

However, this would still only offer access to a limited catalog of music. A “SoundCloud Full Catalog Subscription Service” would offer paid access to an even wider array of music. Labels could get $0.80 per user per month for this tier if it’s higher than the other compensation arrangements.

Dazu kommt eine Vorauszahlung von 350.000 $ für die Vereinigung der unabhängigen Musikpublisher.

Deezer Elite: Deezer bringt High-Def-Streaming zu Sonos-Besitzern weltweit

Janko Roettgers auf GigaOm:

Deezer’s high-definition music streaming tier is expanding beyond the U.S.: Sonos owners around the world can soon stream their music as high-definition FLAC files with bit rates of 1,411 kbps or higher by subscribing to Deezer Elite, as the new tier is being called. This comes after Deezer launched Deezer Elite to U.S.-based Sonos owners last September.

Deezer is rolling out the new tier in two phases: Existing Deezer subscribers can upgrade to Deezer Elite right away for no additional cost. New users that already have a Sonos device will be able to sign up by March 19th, but the company hasn’t announced yet how much it will charge customers at that point. Deezer is charging users in the U.S. $14.99 for high-definition streaming with month-to-month billing.

Deezers Experiment mit verschiedenen Stufen, klassische Preissegmentierung, ergibt Sinn.

Zoë Keating und das Streaming-Problem, wenn Shop und Plattensammlung synonym sind

Zoë Keating über die Bedingungen für YouTubes neuen Streamingdienst:

This new music service agreement covers my Content ID account and it includes mandatory participation in Youtube’s new subscription streaming service, called Music Key, along with all that participation entails. Here are some of the terms I have problems with:

1) All of my catalog must be included in both the free and premium music service. Even if I don’t deliver all my music, because I’m a music partner, anything that a 3rd party uploads with my info in the description will be automatically included in the music service too.

2) All songs will be set to “montetize”, meaning there will be ads on them.

3) I will be required to release new music on Youtube at the same time I release it anywhere else. So no more releasing to my core fans first on Bandcamp and then on iTunes.

4) All my catalog must be uploaded at high resolution, according to Google’s standard which is currently 320 kbps.

5) The contract lasts for 5 years.

I can’t think of another streaming service that makes such demands. And if I don’t sign? My Youtube channel will be blocked and I will no longer be able to monetize (how I hate that word) 3rd party videos through Content ID.

Der unabhängige Analyste Ben Thompson empfiehlt Keating, Youtube den Rücken zu kehren:

In fact, while Keating may be a radical, I think she’s also entirely rational: I’m increasingly of the opinion that all-you-can-eat subscription services like YouTube Music Key or Spotify are a downright bad idea for niche artists.

Das Problem für Keating und andere Musiker, und der Teil des Ganzen, den Thompson übersieht:

Streamingdienste sind nicht nur Shop, sondern auch Plattensammlung. Sie liefern nicht nur den Zugang zur Musik, sondern sind auch die Basis, auf der die Musik organisiert wird:

With on demand streaming services the shop (you get access, you pay per flatrate) is simultaneously your record collection (‘saved’ music, playlists etc.).

This means for musicians being on a streaming service or not has more implications then just deciding where and how to charge. It directly affects where and how your music can be listened to.

Dieser Umstand führt direkt zu Ökosystemen mit Netzwerkeffekten. Sprich Lock-In und Machtgefälle.

Lesenswert in diesem Zusammenhang wie immer auch wieder Leonhard Dobusch auf netzpolitik.org:

Und während die Androhung einer Sperre des YouTube-Kanals von einem YouTube-Sprecher gegenüber Billboard dementiert wird, bestätigt derselbe Bericht die Verknüpfung von Content ID und dem neuen Musik-Streamingdienst “Music Key”. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass dessen kostenpflichtiges Angebot auch über sämtliche kostenlosen Inhalte auf YouTube verfügt. Entscheidend ist in diesem Zusammenhang, dass Content-ID und Streaming auf Einzelfallbasis verhandelt und abgeschlossen werden. Billboard zitiert in diesem Zusammenhang den Vertreter eines Indie-Labels, der von einem “langen und unangenehmen” Verhandlungsprozess mit YouTube berichtet.

Und seine Einschätzung:

(..)nur eine winzig kleine Minderheit an Kreativen samt deren Verlagen verfügen über die Position, mit großen Plattformen wie YouTube, Amazon, Apple in Verhandlungen zu treten – von Augenhöhe ganz zu schweigen. Taylor Swift und ihr Major Label können es sich leisten – aus welchen Gründen auch immer – ihre Musik bei Spotify sperren zu lassen und bei YouTube Sonderkonditionen auszuhandeln (außerhalb Deutschlands sind ihre Werke dort nämlich verfügbar). Die große Mehrzahl an Kunstschaffenden und Labels kann das nicht. Gleichzeitig ist der Verhandlungsaufwand wegen der Vielzahl an Rechten und Rechtinhabern so groß, dass er sich nur für große Plattformen lohnt.
Im Ergebnis führt diese Situation zu intransparenten Vertragskonstruktionen, von denen die großen Plattformbetreiber und die großen Superstars profitieren. Die große Mehrheit der Kunstschaffenden steht jedoch schlechter da als im Falle von kollektiver Rechtewahrnehmung durch Verwertungsgesellschaften wie GEMA und GVL.

„YouTube Music Key“ wird sich von anderen Musikdiensten mit nutzergenerierten Inhalten unterscheiden

Der kommende Musikdienst von YouTube, „YouTube Music Key“,  wird sich von anderen Diensten vor allem durch von Nutzern hochgeladenen Inhalten unterscheiden. Ein naheliegendes Alleinstellungsmerkmal, bedenkt man nicht nur die Ausrichtung von YouTube sondern auch die Mechanismen, die über die Jahre implementiert wurden wie etwa YouTubes Fingerprint-Werkzeug Content ID.

YouTube hat nicht nur die Community sondern auch die Werkzeuge, um die von der Community hochgeladenen Inhalte zu identifizieren.

Zumindest in der Theorie. In der Praxis ist so ein System immer ein Stück weit chaotisch; was nicht der Technologie, sondern der Lizenzthematik geschuldet ist.

Re/code:

But YouTube’s service will have one thing that all the other paid services won’t have, at least for now: The ability to listen to many of the songs users have uploaded, via videos, that aren’t part of music acts’ official catalogs, like concert recordings or remixes.

[..]

That could include everything from dance mixes to fans covering famous artists to famous artists covering famous artists. It’s a really, really long tail, and it seems impossible to imagine it existing anywhere but YouTube. 

Majorlabels verlangen Beteiligungen an Soundcloud, drohen mit Urheberrechtsklagen

Im Artikel der New York Times zur Einführung der Werbung auf Soundcloud versteckt sich ein harmlos erscheinender Absatz, der viel über die Machtkämpfe hinter den Kulissen der Musikbranche verrät:

As part of their licensing talks, major labels and some independents are negotiating with SoundCloud for equity stakes in the company; in exchange, the labels will agree not to sue SoundCloud over past copyright infringements, according to numerous people involved in the talks.

Beteiligungen, mit vorteilhaften Bedingungen, zu erpressen, ist kein neuer Schritt der Labels. Dazu zählt auch, entsprechende Lizenzauszahlungen auf diese Art einseitig zu bestimmen. Dieses Vorgehen hat die Onlinemusikbranche mindestens ein Jahrzehnt gekostet, weil so schrittweise jeder neue Dienst unprofitabel gemacht oder gehalten wurde. Die Zitrone auspressen, bis kein Saft mehr kommt.

Letztlich müssen alle jüngsten Entwicklungen bei SoundCloud vor diesem Hintergrund betrachtet werden. Ähnlich wie beim On-Demand-Streaming a la Spotify und co. ziehen auch hier die Majorlabels die Fäden im Hintergrund. Denn sie entscheiden als marktbeeinflussende Monopolisten über Gedeih und Verderb der Anbieter.

Wer mit einem UGC-Modell wie Soundcloud nicht so wie die Majorlabels es wollen mitspielt, kann immer auch verklagt werden.

Soundcloud wird Werbung einführen

Soundcloud wird Werbung einführen und damit dem selbstgesteckten Ziel, das YouTube für Sound zu werden, ein weiteres Stück näher kommen.
Die New York Times berichtet als erste.

On Thursday, as part of a new licensing deal with entertainment companies, SoundCloud will begin incorporating advertising and for the first time let artists and record labels collect royalties. Eventually, it plans to introduce a paid subscription that will let listeners skip those ads, as they can with Spotify and other licensed services.

– via www.nytimes.com

Wenig überraschend ist der Schritt hin zur Werbung auch eine Folge des Drucks aus der Tonträgerindustrie, die sich von Soundcloud eine zusätzliche Einnahmequelle erhofft.

In many ways the move is a reaction to industry pressure to license content and produce revenue. It also reflects SoundCloud’s complex relationship with record labels, which use the service to promote new releases and even hunt for new talent but have been irritated by their inability to make money from SoundCloud’s millions of listeners.

Die Werbung wird im Rahmen von Soundcloud Premier, dem neuen Lizenz-Programm, laufen:

For its new program, Premier, SoundCloud will sign licensing agreements with music companies that will allow it to run advertising on its service. Most of the revenue from those ads will go to the content provider, said Jeff Toig, SoundCloud’s chief business officer, although he declined to be more specific.

Das alles ist tatsächlich eine relativ genaue Nachbildung des Werbemodells von YouTube, das Rechteinhaber an Werbeeinnahmen von Videos beteiligt, die Nutzer hochgeladen haben, aber Inhalte der Rechteinhaber beinhalten.

Update:

Ein Productmanager von Soundcloud erklärt Details zum neuen Premier-Programm auf Hacker News:

One thing that might not be totally clear in our messaging about this right now is that ads will only play against tracks premier members have chosen to monetise. If you aren’t monetising your tracks, your listeners won’t be affected.

[..]

A premier track is a track uploaded and owned by a SoundCloud member who is part of the premier program. It can be monetised (ads can play in front of it) or not. The premier tier is currently invite-only but we want to open it up to more artists as fast as we can.
If a user (currently US only) is listening to their stream and they start playing a track a premier member has decided to monetise an ad will play in front of it. There are some other factors that will influence ad frequency obviously, but that is the general behaviour.

(Hervorhebungen von mir)

YouTubes kommender Musikdienst wird „YouTube Music Key“ heißen

Android Police hat Neuigkeiten zum kommenden Musikdienst von YouTube, der „YouTube Music Key“ heißen soll und parallel zu „Google Play Music All Access“ angeboten werden wird.

Wenig überraschend, weil Teil der Majorlabelverträge, wird auch der neue Google-Musikdienst 9,99$ pro Monat kosten.

YouTube is set to launch a service called YouTube Music Key, and Google is set to rebrand Google Play Music All Access to Google Play Music Key.
Specifically, it looks like YouTube Music Key will offer ad-free music, audio-only playback (for background or screen-off listening), and offline playback.

Of course, one of Music Key’s major value propositions is that users will have access not just to official discographies, but to concert footage, covers, and remixes. Play Music already houses some remixes and covers, but YouTube as a platform is significantly more open and workable for derivative content – the platform is much easier to add content to, and user discoverability is substantially different from Play Music.

Soundcloud beliebtester Musikstreamingdienst in asiatischen Schwellenländern

Soundcloud ist in asiatischen Schwellenländern, wenig überraschend, der populärste Musikstreamingdienst.

Tech in Asia über eine aktuelle Studie:

As music streaming services become more visible to consumers in Asia, it turns out that Germany-based SoundCloud is the most-used music streaming app in emerging markets in Asia. This is according to a recent study.

In a survey conducted this month among 700 smartphone users in Indonesia, India, the Philippines and Vietnam, respondents picked SoundCloud as their top choice for getting tunes. The music sharing and streaming site is reportedly the most used in Indonesia at 31 percent, and the third most used in the Philippines and Vietnam at 12 and 23 percent, respectively.

Aktuell kursiert das Gerücht, dass Twitter den Kauf von SoundCloud erwägt.

Spotify scheint Börsengang für Herbst 2014 zu planen

Logo von Spotify
Wie Quartz berichtet, hat Spotify begonnen mit Investmentbanken über einen möglichen Börsengang zu sprechen, der noch im Herbst diesen Jahres stattfinden könnte:

The popular music-streaming company has participated in informal chats with some of the investment banks likely to fight for a role in a potential IPO, sources familiar with the process said. The six-year-old service may start holding formal meetings as early as next month in anticipation of an offering in autumn. (Though the timeline for a possible IPO could change for a number of reasons, including unfavorable market conditions.)

Ein Börsengang würde notwendiges Geld in die Kriegskassen von Spotify spülen. Interessant wäre ein Börssengang aber vor allem für Musiker und andere aus der Branche, weil Spotify damit der erste On-Demand-Streaming-Dienst wäre, der konkrete, detaillierte Zahlen über das eigene Geschäft offenlegen muss.

Das könnte mindestens die erstaunlich faktenfreie öffentliche Diskussion über die Zahlungen an Musiker verändern.

Ein Börsengang wäre darüber hinaus gut für die Branche, weil sie unabhängige Unternehmen benötigt, die sich langfristig komplett und ausschließlich auf das Musikgeschäft konzentrieren; im Gegensatz zu den Musikabteilungen der großen Konzerne von Apple über Google bis Samsung.

Übernahme von The Echo Nest durch Spotify erschüttert die Streaming-Welt

Logo von Spotify
Die Übernahme von The Echo Nest durch Spotify hat die Musikstreamingwelt erschüttert. Die 100-Millionen-$-Übernahme1 hat mit einem Schlag den Status Quo auf dem Markt über den Haufen geworfen. The Echo Nest arbeitet als Dienstleister im Hintergrund nicht nur für Musik-Apps sondern auch für praktisch alle On-Demand-Streaming-Dienste als die Empfehlungsmaschine, die gleiche Songs gruppiert und so zum Beispiel automatisierte Radiostationen ermöglicht:

In addition to Spotify, it had amassed a wide range of customers for its music personalization and discovery technology. Some of those, today, are direct competitors of Spotify’s. They include Clear Channel’s iHeartradio, Beats Music, Rdio and SiriusXM.com — as well as others like the BBC, Foursquare, MTV, Twitter, VEVO and Yahoo!, Nokia and brands like Coca-Cola, Intel, Microsoft and Reebok.

Direkt nach der Übernahme kam deshalb sofort die Frage auf, wie die Geschäftsbeziehungen zwischen Echo Nest und den direkten Konkurrenten des neuen Besitzers Spotify aussehen werden. The Verge:

In an email to The Verge, Spotify says that all of The Echo Nest's existing business contracts will be fulfilled, meaning its competitors' music recommendations are safe for the short term. Whether competitors will be able to extend their contracts with The Echo Nest or begin new ones now that it's under Spotify is another question. “In the few cases where The Echo Nest does work with direct competitors we will work with their team to understand these relationships and determine the next business steps,” a Spotify representative says. “The bottom line is that The Echo Nest will meet all contractual obligations to all customers.”

Nachvollziehbarerweise reicht das den Konkurrenten natürlich nicht. Rdio-CEO Anthony Bay spricht gegenüber CNBC von verschiedenen Partnern, von denen The Echo Nest einer von von vielen war. Da Rdio seine (Nutzungs-)Daten nicht mit Konkurrenten teilen will, wird man künftig nicht mehr mit The Echo Nest zusammenarbeiten. Die Aussage, man habe gleichwertige Ersatzoptionen dürfte allerdings Trommeln ohne viel Substanz dahinter sein.

The Echo Nest war und ist in seinem Bereich, dem algorithmisch getriebenen Abgleich von Musik-Metadaten um Empfehlungen ausgeben zu können, einsamer Marktführer. Die Übernahme durch Spotify sichert damit nicht nur die technisch fokussierte Ausrichtung von Spotify sondern macht es, ganz nebenbei, den direkten Konkurrenten von Spotify künftig zumindest mittelfristig sehr schwer, gute pandoraähnliche, automatisch nach Genres oder Künstlern generierte Radiofunktionen anzubieten. Denn dafür fehlt ihnen, wenn sie von The Echo Nest weggehen (müssen), künftig die technische Grundlage.

Bisher im Schatten von The Echo Nest stehende Konkurrenten bereiten sich nun auf einen veränderten Markt vor. hypebot:

Musikki, first created as a real-time IDMB for music, says they're releasing a robust music data API next month. “It's based on the knowledge we used building Musikki,” CEO and Co-Founder Joao Afonso wrote early Wednesday morning. “All Spotify competitors won’t have to wait long for a complete solution.”

Other sources like Kevin Arnold's OpenAura are also gearing up to deliver content and data to music services.

Ob sie den Herausforderungen gewachsen sein werden, wird sich erst zeigen müssen. Die Qualität der Empfehlungen wird allerdings mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in der Anfangszeit zurückgehen.

Die Übernahme ist aus Branchensicht um so bedauerlicher als dass The Echo Nest gut genug positioniert war, um als unabhängiger B2B-Player den Gang an die Börse wagen zu können. Es bleibt die Frage, was die Investoren und Gründer getrieben hat, stattdessen den Exit zur Spotify-Abteilung zu wählen.

Für sachdienliche Hinweise können gern die Kommentare oder Email verwendet werden.

Wir haben über die Jahre regelmäßig über The Echo Nest berichtet:


  1. 90 Prozent davon in Spotify-Anteilen. 

Amazon arbeitet an eigenem Musikstreamingdienst

Das Wall Street Journal berichtet von Verhandlungen zwischen Amazon und Musiklabels für einen Streamingdienst von Amazon:

Amazon.com is hoping to offer an on-demand music-streaming service to customers of its Amazon Prime program, but it may limit how much a person can listen to any given song, according to people familiar with the matter.

The Seattle-based company has held negotiations with record companies and music publishers seeking to license their music for the planned service, but it remains far apart from some record companies on financial terms, these people said.

An Amazon spokeswoman declined to comment.

Die wenigen bisher bekannten Informationen klingen eher danach, als würde Amazon mehr Richtung iTunes Radio/Pandora als Richtung Spotify gehen wollen.
Das ergibt auch Sinn aus mehreren Gründen:

  • Amazon möchte wie Apple weiterhin Songs digital verkaufen. Streaming ist hier also eher Zusatzangebot als Alleinzweck. Wie sinnvoll das langfristig ist, ist unklar. Kurzfristig mag es sicher Sinn ergeben.
  • Da dieser Streamingdienst wie so viele andere Angebote in Amazon Prime gebündelt werden soll, muss er möglichst günstig für Amazon bleiben. Beschränkungen auf der On-Demand-Seite bedeuten auch günstigere Lizenzen. Auch hier wieder: Für ein Zusatzangebot, das auch die gesamte Amazon-Plattform stärken soll, ist das durchaus sinnvoll.

Bleibt die Frage, ob wir bereits den Punkt erreicht haben, ab dem jeder größere Anbieter digitaler Plattformen einen Musikstreamingdienst im Schlepptau haben muss. Samsung etwa hat seinen pandoraähnlichen Dienst "Milk Music" ebenfalls die Tage gestartet.

Forgotify macht Spotifys 4 Millionen ungespielte Songs entdeckbar

Bekanntlich existieren auf Spotify 4 Millionen ungespielte Songs. Das neue Werkzeug Forgotify macht diese ungespielten Songs sichtbar.

The Atlantic:

Forgotify is built upon a database that the trio created to crawl Spotify’s API for pieces with a play count of zero. Once a song has been played, it disappears from the site, rendering it oddly reminiscent of an old, archival audio cassette which, once played, may never play again. Playing it destroys it. (Except, of course, in the case of Forgotify, the songs still live on in Spotify proper.)

Vor allem ältere Musik wird von Spotify-Nutzern verhältnismäßig seltener entdeckt:

According to Jordan, a lot of Spotify’s undiscovered tracks are older: Newer music tends to get at least a few plays as it posts, but the backlog from decades past just sits on Spotify’s digital shelves, accumulating dust. Forgotify, however, is built to mix it up. „We’ve tried to randomize the plays as much as possible so that each sequential track is from a different era and genre,“ Jordan told me.

Forgotify ist auch ein gutes Beispiel dafür, wie Programmierschnittstellen dabei helfen können, an den Missständen zu arbeiten, die in der vernetzten Öffentlichkeit debattiert werden. Die Überraschung, dass 4 Millionen Songs auf Spotify kein einziges Mal abgespielt wurden, führte zum Forgotify-Projekt.

Angebote wie Spotify werden so nicht in Stein gemeißelt sondern flüssiger. Diese grundlegende Fähigkeit zur Anpassung von Webdiensten sollte man bei jeder Betrachtung mitdenken.

Beats Music in USA gestartet mit kostenloser Radiokomponente

Walt Mossberg hat den neuen Streaminganbieter Beats Music eine Woche lang getestet:

I’ve been testing Beats Music for about a week on an iPhone, and I really like it. I found that its human curation — from Beats’ own editors and a wide variety of outside curators, like music magazines such as Mojo, DownBeat, Pitchfork and Rolling Stone — offered much more satisfying playlists than other services I’ve tried. While other services have playlists from some outside curators, Beats makes them easier to find, and seems to me to make better use of them than its main competitors.
That includes the well-known Spotify service, which recently made its free version less restrictive and better on mobile devices.

Von den vier Modulen von Beats Music ist das vierte das interessanteste:

The fourth — my favorite — is called The Sentence. It lets you combine a location, a mood, the people you’re with and a music genre. Then it generates an appropriate playlist. For instance: “I’m in the car, and feel like chilling out with my roommate to ’90s pop-rock.” Or, “I’m at the beach, and feel like celebrating with my friends to classic country.” There are seemingly endless possible combinations.
For The Sentence, the company explains that the that the content, and the filters, are selected and tuned by humans, and an algorithm generates the playlist from your choices.

Entgegen der ursprünglichen Ansage, dass es keine kostenfreie Komponente von Beats Music geben würde, kann "The Sentence" kostenfrei in der iPhone-App genutzt werden. In der kostenfreien Variante lassen sich nur fünf Songs überspringen. Es dürfte damit nicht nur von der Funktionsweise sondern auch vom Lizenzmodell nah beim Onlineradio Pandora liegen.