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Spotify scheint Börsengang für Herbst 2014 zu planen

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Wie Quartz berichtet, hat Spotify begonnen mit Investmentbanken über einen möglichen Börsengang zu sprechen, der noch im Herbst diesen Jahres stattfinden könnte:

The popular music-streaming company has participated in informal chats with some of the investment banks likely to fight for a role in a potential IPO, sources familiar with the process said. The six-year-old service may start holding formal meetings as early as next month in anticipation of an offering in autumn. (Though the timeline for a possible IPO could change for a number of reasons, including unfavorable market conditions.)

Ein Börsengang würde notwendiges Geld in die Kriegskassen von Spotify spülen. Interessant wäre ein Börssengang aber vor allem für Musiker und andere aus der Branche, weil Spotify damit der erste On-Demand-Streaming-Dienst wäre, der konkrete, detaillierte Zahlen über das eigene Geschäft offenlegen muss.

Das könnte mindestens die erstaunlich faktenfreie öffentliche Diskussion über die Zahlungen an Musiker verändern.

Ein Börsengang wäre darüber hinaus gut für die Branche, weil sie unabhängige Unternehmen benötigt, die sich langfristig komplett und ausschließlich auf das Musikgeschäft konzentrieren; im Gegensatz zu den Musikabteilungen der großen Konzerne von Apple über Google bis Samsung.

Übernahme von The Echo Nest durch Spotify erschüttert die Streaming-Welt

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Die Übernahme von The Echo Nest durch Spotify hat die Musikstreamingwelt erschüttert. Die 100-Millionen-$-Übernahme1 hat mit einem Schlag den Status Quo auf dem Markt über den Haufen geworfen. The Echo Nest arbeitet als Dienstleister im Hintergrund nicht nur für Musik-Apps sondern auch für praktisch alle On-Demand-Streaming-Dienste als die Empfehlungsmaschine, die gleiche Songs gruppiert und so zum Beispiel automatisierte Radiostationen ermöglicht:

In addition to Spotify, it had amassed a wide range of customers for its music personalization and discovery technology. Some of those, today, are direct competitors of Spotify’s. They include Clear Channel’s iHeartradio, Beats Music, Rdio and SiriusXM.com — as well as others like the BBC, Foursquare, MTV, Twitter, VEVO and Yahoo!, Nokia and brands like Coca-Cola, Intel, Microsoft and Reebok.

Direkt nach der Übernahme kam deshalb sofort die Frage auf, wie die Geschäftsbeziehungen zwischen Echo Nest und den direkten Konkurrenten des neuen Besitzers Spotify aussehen werden. The Verge:

In an email to The Verge, Spotify says that all of The Echo Nest's existing business contracts will be fulfilled, meaning its competitors' music recommendations are safe for the short term. Whether competitors will be able to extend their contracts with The Echo Nest or begin new ones now that it's under Spotify is another question. “In the few cases where The Echo Nest does work with direct competitors we will work with their team to understand these relationships and determine the next business steps,” a Spotify representative says. “The bottom line is that The Echo Nest will meet all contractual obligations to all customers.”

Nachvollziehbarerweise reicht das den Konkurrenten natürlich nicht. Rdio-CEO Anthony Bay spricht gegenüber CNBC von verschiedenen Partnern, von denen The Echo Nest einer von von vielen war. Da Rdio seine (Nutzungs-)Daten nicht mit Konkurrenten teilen will, wird man künftig nicht mehr mit The Echo Nest zusammenarbeiten. Die Aussage, man habe gleichwertige Ersatzoptionen dürfte allerdings Trommeln ohne viel Substanz dahinter sein.

The Echo Nest war und ist in seinem Bereich, dem algorithmisch getriebenen Abgleich von Musik-Metadaten um Empfehlungen ausgeben zu können, einsamer Marktführer. Die Übernahme durch Spotify sichert damit nicht nur die technisch fokussierte Ausrichtung von Spotify sondern macht es, ganz nebenbei, den direkten Konkurrenten von Spotify künftig zumindest mittelfristig sehr schwer, gute pandoraähnliche, automatisch nach Genres oder Künstlern generierte Radiofunktionen anzubieten. Denn dafür fehlt ihnen, wenn sie von The Echo Nest weggehen (müssen), künftig die technische Grundlage.

Bisher im Schatten von The Echo Nest stehende Konkurrenten bereiten sich nun auf einen veränderten Markt vor. hypebot:

Musikki, first created as a real-time IDMB for music, says they're releasing a robust music data API next month. “It's based on the knowledge we used building Musikki,” CEO and Co-Founder Joao Afonso wrote early Wednesday morning. “All Spotify competitors won’t have to wait long for a complete solution.”

Other sources like Kevin Arnold's OpenAura are also gearing up to deliver content and data to music services.

Ob sie den Herausforderungen gewachsen sein werden, wird sich erst zeigen müssen. Die Qualität der Empfehlungen wird allerdings mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in der Anfangszeit zurückgehen.

Die Übernahme ist aus Branchensicht um so bedauerlicher als dass The Echo Nest gut genug positioniert war, um als unabhängiger B2B-Player den Gang an die Börse wagen zu können. Es bleibt die Frage, was die Investoren und Gründer getrieben hat, stattdessen den Exit zur Spotify-Abteilung zu wählen.

Für sachdienliche Hinweise können gern die Kommentare oder Email verwendet werden.

Wir haben über die Jahre regelmäßig über The Echo Nest berichtet:


  1. 90 Prozent davon in Spotify-Anteilen. 

Amazon arbeitet an eigenem Musikstreamingdienst

Das Wall Street Journal berichtet von Verhandlungen zwischen Amazon und Musiklabels für einen Streamingdienst von Amazon:

Amazon.com is hoping to offer an on-demand music-streaming service to customers of its Amazon Prime program, but it may limit how much a person can listen to any given song, according to people familiar with the matter.

The Seattle-based company has held negotiations with record companies and music publishers seeking to license their music for the planned service, but it remains far apart from some record companies on financial terms, these people said.

An Amazon spokeswoman declined to comment.

Die wenigen bisher bekannten Informationen klingen eher danach, als würde Amazon mehr Richtung iTunes Radio/Pandora als Richtung Spotify gehen wollen.
Das ergibt auch Sinn aus mehreren Gründen:

  • Amazon möchte wie Apple weiterhin Songs digital verkaufen. Streaming ist hier also eher Zusatzangebot als Alleinzweck. Wie sinnvoll das langfristig ist, ist unklar. Kurzfristig mag es sicher Sinn ergeben.
  • Da dieser Streamingdienst wie so viele andere Angebote in Amazon Prime gebündelt werden soll, muss er möglichst günstig für Amazon bleiben. Beschränkungen auf der On-Demand-Seite bedeuten auch günstigere Lizenzen. Auch hier wieder: Für ein Zusatzangebot, das auch die gesamte Amazon-Plattform stärken soll, ist das durchaus sinnvoll.

Bleibt die Frage, ob wir bereits den Punkt erreicht haben, ab dem jeder größere Anbieter digitaler Plattformen einen Musikstreamingdienst im Schlepptau haben muss. Samsung etwa hat seinen pandoraähnlichen Dienst "Milk Music" ebenfalls die Tage gestartet.

Forgotify macht Spotifys 4 Millionen ungespielte Songs entdeckbar

Bekanntlich existieren auf Spotify 4 Millionen ungespielte Songs. Das neue Werkzeug Forgotify macht diese ungespielten Songs sichtbar.

The Atlantic:

Forgotify is built upon a database that the trio created to crawl Spotify’s API for pieces with a play count of zero. Once a song has been played, it disappears from the site, rendering it oddly reminiscent of an old, archival audio cassette which, once played, may never play again. Playing it destroys it. (Except, of course, in the case of Forgotify, the songs still live on in Spotify proper.)

Vor allem ältere Musik wird von Spotify-Nutzern verhältnismäßig seltener entdeckt:

According to Jordan, a lot of Spotify’s undiscovered tracks are older: Newer music tends to get at least a few plays as it posts, but the backlog from decades past just sits on Spotify’s digital shelves, accumulating dust. Forgotify, however, is built to mix it up. “We’ve tried to randomize the plays as much as possible so that each sequential track is from a different era and genre,” Jordan told me.

Forgotify ist auch ein gutes Beispiel dafür, wie Programmierschnittstellen dabei helfen können, an den Missständen zu arbeiten, die in der vernetzten Öffentlichkeit debattiert werden. Die Überraschung, dass 4 Millionen Songs auf Spotify kein einziges Mal abgespielt wurden, führte zum Forgotify-Projekt.

Angebote wie Spotify werden so nicht in Stein gemeißelt sondern flüssiger. Diese grundlegende Fähigkeit zur Anpassung von Webdiensten sollte man bei jeder Betrachtung mitdenken.

Beats Music in USA gestartet mit kostenloser Radiokomponente

Walt Mossberg hat den neuen Streaminganbieter Beats Music eine Woche lang getestet:

I’ve been testing Beats Music for about a week on an iPhone, and I really like it. I found that its human curation — from Beats’ own editors and a wide variety of outside curators, like music magazines such as Mojo, DownBeat, Pitchfork and Rolling Stone — offered much more satisfying playlists than other services I’ve tried. While other services have playlists from some outside curators, Beats makes them easier to find, and seems to me to make better use of them than its main competitors.
That includes the well-known Spotify service, which recently made its free version less restrictive and better on mobile devices.

Von den vier Modulen von Beats Music ist das vierte das interessanteste:

The fourth — my favorite — is called The Sentence. It lets you combine a location, a mood, the people you’re with and a music genre. Then it generates an appropriate playlist. For instance: “I’m in the car, and feel like chilling out with my roommate to ’90s pop-rock.” Or, “I’m at the beach, and feel like celebrating with my friends to classic country.” There are seemingly endless possible combinations.
For The Sentence, the company explains that the that the content, and the filters, are selected and tuned by humans, and an algorithm generates the playlist from your choices.

Entgegen der ursprünglichen Ansage, dass es keine kostenfreie Komponente von Beats Music geben würde, kann "The Sentence" kostenfrei in der iPhone-App genutzt werden. In der kostenfreien Variante lassen sich nur fünf Songs überspringen. Es dürfte damit nicht nur von der Funktionsweise sondern auch vom Lizenzmodell nah beim Onlineradio Pandora liegen.

Beats Music will Spotify und Co. mit besseren Empfehlungen angreifen

Der populäre Kopfhörerhersteller Beats Electronics steigt am morgigen Dienstag mit Beats Music in das On-Demand-Streaming-Geschäft ein. Besonders in den USA wird Beats Music mit Spannung erwartet. Wired hat sich die Strategie von Beats Music angeschaut:

Beats Music won’t be joining the most-tracks arms race when it launches Tuesday. Instead, the new subscription service brought to you by Jimmy Iovine and Dr. Dre will win converts through a potent mix of smarter algorithms and human curation. From the moment you first open the app, every interaction is recorded and used to determine the next album, playlist, and track to serve up.

The result is more like a personalized mixtape than an online jukebox.

Den Long Tail und die Empfehlungswerkzeuge etablierterer Player, die bereits wertvolle Erfahrungen sammeln konnten, ist nicht unbedingt der beste erste Schritt. Man darf gespannt sein, wie gut Beats Music tatsächlich arbeiten wird. Man sollte aber die Erwartungen nicht zu hoch schrauben.

Trotzdem ist Beats Music ein spannender Neuling auf dem Streaming-Markt, weil hier nicht 1:1 Spotify, Rdio, Deezer und Co. nachgebaut wurden, sondern ein eigener Weg gegangen wird:

As soon as you begin using the streaming service, Beats starts logging your “music DNA.” This serves as a personal profile used to determine which albums and tracks would be most relevant to you. To start generating your DNA, the service asks rudimentary questions, like which bands and genres you love.

But it takes other things into account. Your age is especially important to Beats Music. Tell it when you were born, and it figures out when you were in high school. The music of your youth — the stuff that was popular when you first got a Walkman or an iPod, the band that made it big when you got your driver’s license, the record that was all over MTV just before your freshman year of college — is the music with the strongest memories for you. It’s a fixed point in time that’s the most culturally and musically relevant to you. And it’s being crunched by the company’s algorithm.

Beats Music wird, entgegen dem Markttrend, keinen kostenfreien, werbefinanzierten Accounttyp anbieten. Eine Entscheidung, die bereits jetzt absehbar nach dem Start keine 12 Monate Bestand haben wird.

Beats Music wird in den USA 10$ pro Monat kosten.

Im März 2012 hatte Beats MOG, das neben einem Musikblognetzwerk auch ein Streamingdienst sein wollte, für nicht sehr viel Geld übernommen.

Pandora empfiehlt personalisierte Stationen auf Basis des Hörverhaltens

Der in den USA populäre Onlineradiodienst Pandora führt auf vorhergehendem Hörverhalten aufsetzende Personalisierungsmöglichkeiten ein:

Personalized station recommendations on iOS and Android smartphones and tablets will provide listeners with up to 6 suggested artist stations to add and listen to at a time, based on current listening preferences, taking into account your station list and what you have told us you like or dislike through thumb interactions.

Bisher waren Pandoras Personalisierungsmöglichkeiten von der verkatalogisierten Musik von Pandora und nicht so sehr von den persönlichen Präferenzen der Hörer und Hörerinnen abhängig1.

Pandora hatte letzten Monat laut eigener Aussage über 76 Millionen aktive Hörer.


  1. Ausnahme: Up- und Downvotes beeinflussen die jeweiligen ausgewählten Musikerstationen. 

Spotify schafft Zeitbegrenzung für werbefinanziertes Streaming auf Desktop ab

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Spotify hat die Zeitbegrenzung für das kostenfreie, werbefinanzierte Musikhören für Web und Desktop abgeschafft. Das heißt also, dass man nun nicht nur auf Mobilgeräten wie neulich eingeführt sondern auch auf dem Desktop, so lang wie man möchte werbefinanziert Musik hören kann. Mit Desktop-Client und Web sogar On-Demand. Möglich wird das auch dank der letzten massiven Finanzierungsrunde:

The nice thing about raising $250 million is that it lets you offer your customers services that few competitors can match. Spotify, which is riding high after completing a massive fundraising round in November, said today that it has dropped all limits on streaming ad-supported music on the web. Previously, Spotify limited you to a certain number of hours a month after a 6-month trial period. As of today, the company has totally removed the caps, in a move that has implications for competitors like Beats Music and Rdio.

Das unbegrenzte mobile werbefinanzierte Hören auf Spotify ist nicht On-Demand. Es entspricht eher dem Radio-Ansatz von Pandora und Aupeo: Shuffle.

Nachhaltig ist die Änderung nur, wenn Spotifys Salesabteilung gut genug geworden ist, wovon man bei TechCrunch ausgeht und was zumindest öffentlich vom Spotify-CEO bestätigt wurde, was nicht bedeutet, dass es tatsächlich so sein muss:

Spotify’s advertising engine and paid customer conversion funnel are finally working well enough that today it eliminated all limits on free, ad-supported web listening in all countries. It’s an important milestone for the scalability and sustainability of Spotify’s business that contrasts with other streaming music services like Ex.fm and Rdio that are stumbling or shutting down.

Spotify erreicht jetzt 24 Millionen Hörer weltweit von denen 6 Millionen zahlende Abonnenten sind.

Streaming katapultiert Indie-Musiker nach vorn

New York Post über die positiven Effekte des zunehmenden Streamings, On Demand wie ‘Radio’, auf Indie-Musiker:

As the grip of the major music labels continued to loosen in the era of Pandora, Rdio and Spotify, one of the biggest indie stars, Macklemore & Ryan Lewis, saw its hit song “Thrift Shop” hit No. 1 in 2013, the first time since 1994 that a song without the backing of a major label reached the top of the charts.
The song, released in August 2012, was also the No. 2 streamed video in the first half of 2013, with 187 million streams. [..]
Rich Bengloff, who runs the American Association of Independent Music, believes the availability and popularity of music streaming — which grew by 24 percent in the first half of 2013, while digital sales slipped 4.6 percent in the period, its first-ever decline — is exactly why artists are opting for indie status and why their power is growing.

Das ist keine überraschende Entwicklung. Im Vergleich zum alten Hörfunk/MTV-Komplex gibt es in der neuen Welt von Spotify über Deezer bis Pandora und Aupeo um mehrere Dimensionen mehr Einfallstore über die potentielle Fans neue Musik entdecken können. Außerdem gibt es keinen systemischen Bedarf mehr für "Heavy Rotation". Die Verteilung kann Hits unterstützen (was sie auch macht, siehe etwa Gangnam Style), sie unterstützt aber auch eine breitere, differenziertere Verbreitung; wie immer, wen ein System mehr Informationskanäle beheimatet.

Für Indie-Musiker sind das sehr gute News.

Spotify erhält weitere 250 Millionen $ bei Bewertung von 4 Mia. $

Spotify hat in einer neuen Finanzierungsrunde 250 Millionen US-Dollar bei einer Bewertung von 4 Milliarden US-Dollar erhalten. Das Wall Street Journal setzt die Bewertung und die Umsätze von Spotify ins Verhältnis zu Pandora:

Spotify’s valuation is beginning to approach the market capitalization of Pandora, which went public in 2011 and is currently valued at $5.7 billion.

Spotify generated more revenue last year—€434.7 million, or about $585 million—compared with Pandora’s $427 million.

Losses at both companies, however, have widened as robust listener growth has brought with it higher royalty costs for playing songs.

[..]

Spotify pulls in most of its revenue from premium subscriptions—more than 6 million pay up to $10 a month—and the rest from advertisers. It also has more than 24 million active free users.

Laut TechCrunch soll Technology Crossover Ventures der alleinige Investor der Runde sein. Hier die Finanzierungshistorie von Spotify:

The round could be called Spotify’s Series F and brings the company to $538 million in total funding. It follows the $100 million round in 2012 led by Goldman Sachs, and that sources say included Fidelity Ventures and Coca-Cola. That came after Spotify’s previous $100 million venture round in 2011 from Kleiner Perkins Caufield & Byers, Accel Partners, and Digital Sky Technologies.

Angesichts der aktuellen Zahlen wird Spotify wohl innerhalb der nächsten zwei Jahre an die Börse gehen.

Nach Schweden: Auch Norwegen zählt Streaming für Album-Charts

Max Strumberger im Musikmarkt:

Die skandinavischen Länder Norwegen und Schweden bleiben weiter Vorreiter in Sachen Streaming. Nach Schweden nimmt nun auch Norwegen Streaming in die offiziellen Album-Charts auf. Die bei Wimp und Spotify verzeichneten Streams sollen in den Single- und Album-Charts einbezogen werden, die damit ein tatsächliches Bild des Konsumverhaltens in Norwegen zeigen.

[..]

Details zur Handhabung, beispielsweise wie viele Streams äquivalent zu einem Album-Verkauf sind, wurden nicht bekannt. In den USA werden Streams seit März 2012 bei der Erhebungs der “Hot 100″, der US-Single-Charts, miteinbezogen.

Eine interessante, konsequente Entwicklung, die aufgrund des langsameren Wachstums der Streamingdienste in Deutschland (und der konservativeren hiesigen Branche) hierzulande nicht in absehbarer Zeit kommen dürfte.

Deezer kann 5 Millionen zahlende Nutzer verzeichnen

Der französische Streaming-Anbieter Deezer hat 5 Millionen zahlende Nutzer verkündet. Deezer ist nicht in den USA verfügbar. Man konzentriert sich stattdessen auf möglichst viele andere Länder. Das Rezept scheint aufzugehen.

TechCrunch:

Deezer claims that its 30 million track figure makes it currently the world’s biggest music streaming provider. And to put the 5 million paying subscribers in context, this is more than double the 2 million that Deezer reported in October 2012, when it announced a monster round of $130 million in funding that the Paris-based streaming company raised to push into international markets.

[..]

Still, that 5 million is also almost certainly some way shy of what Spotify is pulling in with paid users right now. The last numbers we have for Deezer’s Swedish rival are from March 2013, when it had 6 million — a figure that is almost certainly higher eight months on. Spotify is reportedly in the process of raising money at a $5.3 billion valuation, although the company is not commenting on this right now.

 Spannend ist die Ankündigung, neben den enthusiastischen Musikfans, die die heutige Zielgruppe für On-Demand-Streaming ausmachen, mit einem zusätzlichen Dienst auch eher die Gelegenheitsnutzer abzuholen. Hier liegt enormes Potenzial (das last not least auch lizenzrechtlich interessant ist, weil man stärker auf Radiolizenzen setzen kann):

He says that Deezer is developing a paid — not free — service that it will launch next year that will sit alongside its existing subscription service, but aimed at less frequent music consumers.

“Right now, we are the best service for people who are in ‘music collection mode,’” he told me. “But this is not all people. If you were a guy who used to, before 2000, buy two CDs per year you are not in ‘collection mode.’ You won’t contemplate a streaming service. We will adapt the service for these other users.”

Deezer verfolgt diese Strategie bereits mit einer dedizierten Klassik-App, die unter anderem gemeinsam mit der Deutschen Grammophon herausgegeben wird.

 

SoundCloud hat jetzt 250 Millionen monatliche ‘Nutzer’, integriert Instagram

SoundCloud-Mitgründer Alexander Ljung hat auf der “TechCrunch Disrupt Europe”-Konferenz 250 Millionen monatliche Nutzer verkündet.

Im Januar 2012 hat SoundCloud 10 Millionen registrierte Nutzer verkündet. Im Juli 2013 war die Zahl auf 40 Millionen angestiegen (Im Juli 2011 waren es 5 Millionen.)

Die heute verkündeten Nutzer beziehen sich nicht auf registrierte Nutzer, sondern auf Visits insgesamt. Noch im Juli diesen Jahres (Video) verkündete SoundCloud 200 Millionen Visits, oder besser: Hörer.

Es ist zumindest interessant, dass diese Metrik mittlerweile gegenüber den registrierten Nutzern bevorzugt wird. Sie ist allemal beeindruckend und zeigt die potentiell über SoundCloud mögliche Reichweite für Musiker auf.

Außerdem hat SoundCloud eine Integration von Instagram eingeführt. Michelle Kuepper berichtet auf VentureVillage:

Users of the music distribution platform can now connect their Instagram feeds to their SoundCloud accounts and add photos to tracks, playlists, groups or their profile. During the conference, Ljung said the integration “allows creators to make use of their Instagram feed and use that as artwork – as a visualisation of their sound”.

SoundCloud scheint zunehmend auf  die Integration in populäre Plattformen zu setzen. Bereits 2011 ging SoundCloud eine Integration mit Tumblr ein, was das Veröffentlichen von auf SoundCloud gehosteter Musik in Tumblr-Blogs stark vereinfachte. SoundCloud unterstützt auch seit längerem Twitter Cards und kann instream in Facebook abgespielt werden.

Ljung hat auch ein paar Worte über den digitalen Musikmarkt verloren. VentureVillage:

When discussing the potential for everyone to use online platforms such as SoundCloud to create music, Ljung said the democratisation of music is “badass”. In any given hour, “we’ll reach nearly every country in the entire world”, he added.As for tips for entrepreneurs looking to tackle the music industry, Ljung thinks there’s a gap in the market someone needs to fill: connecting music with brands. “You could do something like that and reach a billion people… Most people should be thinking in billions, not millions.”

re/spin importiert Playlists von Last.fm und Spotify in Rdio

Mit re/spin lassen sich Playlists von Last.fm und Spotify in Rdio importieren.

Playlistportabilität wird ein wichtiges Thema in den nächsten Jahren werden. Die Streamingdienste haben keinen Anreiz, die Playlists ihrer Nutzer exportierbar zu machen. Je mehr Zeit eine Nutzerin in ihre Playlists gesteckt hat, desto größer ist der Lock-In in den Dienst, bei dem sie die Playlists angelegt hat.
Dritte Parteien wie re/spin von Adam Campbell können hier Abhilfe schaffen.

Deezer launcht Klassik-App gemeinsam mit Deutsche Grammophon, Decca und anderen

Deezer hat gemeinsam mit Deutsche Grammophon, Decca und Accord eine dedizierte Klassik-App herausgebracht. Die App enthält die kompletten Klassik-Kataloge von Deutsche Grammophon,  Decca, Philips, L‘Oiseau Lyre und Accord.

Deezer klassik grammophon app

Das ist ein eher ungewöhnlicher Schritt. Klassik-Fans sind in der Regel nicht die technikaffinsten Mitmenschen. Diese Zielgruppe für den noch recht jungen Konsumweg des On-Demand-Streamings zu gewinnen dürfte eine Herausforderung werden; selbst mit dieser Kooperation, die sich sehen lassen kann.

Andererseits passt dieses Vorgehen zur Strategie von Deezer, dass auch bei der Internationalisierung nicht die attraktivsten und damit umkämpftesten Märkte sondern lieber alle anderen angeht, bei denen es sich ein leichteres Spiel erhofft. Deezer startet zum Beispiel etwa weltweit in immer mehr Ländern nur nicht in den USA, weil die Konkurrenz dort bereits recht groß ist.

Versteht man den Kampf um den On-Demand-Streaming-Markt als einen globalen -was er definitiv ist-, ist das eine nachvollziehbare Strategie. Ob sie aufgehen wird, wird man sehen.

Die Klassik-App soll international auf englisch und französisch verfügbar gemacht werden.

Vevo nutzt in Deutschland auf Nutzungsprognosen basierenden Einführungstarif der GEMA

Wieso konnte Vevo in Deutschland eine Einigung mit der GEMA finden? Die Antwort: Das Joint Venture von Universal, Sony und YouTube bekommt als Markteinsteiger in Deutschland einen Beginnerbonus: Die Möglichkeit, den auf Nutzungsprognosen basierenden pauschalen Einführungstarif der GEMA zu nutzen.

Martin Weigert erklärt die Sachlage auf netzwertig.com:

Für Vevo gelten prinzipell die gleichen tariflichen Grundlagen wie für alle anderen digitalen Musikangebote, die legal in Deutschland operieren. Als werbefinanzierter Gratisservice mit hoher Interaktivität sind dies 0,00375 Euro pro von Anwendern gestreamtem Titel, die mindestens abzuführen sind (oder 10,25 Prozent der mit dem Streaming erwirtschafteten Umsätze). Es handelt sich also um die gleiche Summe, die die GEMA auch von YouTube verlangt. Dem Google-Videoportal erscheint dies jedoch zu hoch, weshalb es bisher keinen Vertrag mit der GEMA zustande gebracht hat.

[..]

Als auf dem deutschen Markt neuer Anbieter räumt die GEMA dem Portal einen auf maximal zwei Jahre begrenzten pauschalen Einführungstarif ein. Dieser soll jungen Musikdiensten in der Aufbauphase ihres Geschäftsmodells bei der Kalkulation helfen, so das Ziel dieser Sonderlösung. Eine GEMA-Sprecherin bestätigte uns, dass man sich mit Vevo auf diesen Einführungstarif geeinigt habe. Je nach Zahl der prognostizierten ausgelieferten Streams im ersten Jahr beträgt die Pauschale für Dienste mit hoher Interaktivität – Vevo fällt wegen seiner On-Demand-Features in diese Kategorie – zwischen 125.000 Euro (bis zu 200 Millionen Streams/Jahr) und 2,25 Millionen Euro (Bis zu 2 Milliarden Streams/Jahr). Auf welche Pauschale sich Vevo und GEMA geeinigt haben, hängt von Vevos gegenüber den Verwertern kommunizierter Trafficprognose ab. 

(Hervorhebung von mir)

Das erklärt, wieso Vevo in Deutschland mit (einem) GEMA-Tarif starten konnte, während YouTube noch keine Einigung finden konnte.

Das bedeutet außerdem, dass spätestens in zwei Jahren Vevo auf dem deutschen Markt stark eingeschränkt werden könnte, wenn Vevo ähnlich wie YouTube findet, dass der reguläre Tarif zu hoch ist. Sollte Vevo zu erfolgreich sein und die Nutzung 30 Prozent über der Prognose liegen, kann das bereits in einem Jahr passieren. (Siehe Punkt 4 im Tarif-PDF-Dokument der GEMA.)

Der Berliner Musikvideodienst Tape.tv aber scheint sich mit dem regulären Tarif arrangiert zu haben. Der Dienst ist seit 2008, also bereits länger als 2 Jahre, am Markt und hat laut Crunchbase bis dato insgesamt lediglich 6,2 Millionen US-Dollar Risikokapital erhalten.

Spotify und SoundCloud: Webmusik wird endlich sozial

Anlässlich des neuen einbettbaren Follow-Buttons von Spotify soll hier noch ein Text zu Spotify und SoundCloud nachgereicht werden, den ich Anfang des Jahres für den Musikmarkt geschrieben habe. Was Spotify und SoundCloud machen, ist extrem wichtig, zeigen sie doch die (soziale) Zukunft des digitalen Musikbusiness auf. 

Wer sich eine Weile im Web bewegt und das eine oder andere Social Network benutzt, wird irgendwann Gemeinsamkeiten bei den Diensten feststellen. Da wäre etwa der Newsfeed, wie ihn Facebook populär gemacht hat. Statt die Profile der Freunde nach Neuigkeiten absurfen zu müssen, sieht man bequem in einer chronologischen, mittlerweile zusätzlich mittels Algorithmus gewichteten, Ansicht, was es neues gibt. Oder der Retweet. Mit einem Klick (und je nach App einem Bestätigungsklick) lassen sich die Tweets der anderen in die eigene Timeline und den eigenen Followern anzeigen. Auch Follower, wie sie Twitter eingeführt hat, sieht man überall im Web: Pinterest, Tumblr, mittlerweile auch Facebook und andere haben das Follower-Prinzip ebenfalls eingeführt oder basieren darauf.

2010 habe ich diese Elemente unter dem Begriff des ‘Social-Web-Patterns’ zusammengefasst: Der Feed als die Anzeige der Aktivitäten, eine Ein-Klick-Geste, die das Verbreiten von Informationen auf dem Dienst unter den Nutzern vereinfacht und Verknüpfungen mit anderen Diensten. Ende 2012 halten diese Elemente nun Einzug bei den großen Musikdiensten im Web. SoundCloud setzte bereits von Anfang an auf das asymmetrische Follower-Prinzip. Mit der neuen Version führt SoundCloud nun mit der “Repost”-Funktion die eigene Variante des Retweets ein. Wenn einer Nutzerin ein Song gefällt, kann sie ihn mit einem Klick über das eigene Profil verbreiten. Ihre SoundCloud-Follower sehen anschließend den weiterverteilten Song in ihrem SoundCloud-Newsfeed, wenn sie das nächste mal reinschauen. Die Bedeutung dieser Neuerung ist kaum zu überschätzen. Tweets auf Twitter können, bei Breaking News etwa, in wenigen Stunden auf Zehntausende Retweets kommen und damit potentiell von Millionen Menschen gesehen werden. Ähnliches gilt nun für die Verbreitung von Musik auf SoundCloud.

Auch Spotify wird sozialer: Der populäre Streamingdienst hat Anfang Dezember 2012 seine Version des Follower-Prinzips vorgestellt. Künftig wird man Freunden und Musikern, also jeder Nutzerin, die man interessant findet, auf Spotify folgen können. So kann man dann künftig sehen, was die Lieblingsmusikerin auf Spotify anhört oder welche Playlists sie anlegt. Besonders die populären Stars bekommen damit auf Spotify eine neue, interessante Art, ihre Fans zu erreichen.

SoundClouds neue Version ist bereits live. Spotify führt seine in den nächsten Tagen und Wochen ein. Beide zeigen, wo die Musikreise im Social Web hingeht.


Pandora vs. iTunes Radio

Apples neuer Streamingdienst iTunes Radio hat laut Angaben des Riesen aus Cupertino aus dem Stand 11 Millionen Hörer gewinnen können. Es wird besonders spannend, wie sich iTunes Radio im Verhältnis zu Pandora, mit 72 Millionen Hörern in den USA dem Radiostreamingriesen, entwickeln wird.

Bloomberg über Pandora:

Pandora is looking to vie with radio stations for a larger slice of $15 billion in local advertising and has opened sales offices in 29 U.S. cities. Earlier this month, it named digital advertising veteran Brian McAndrews as chairman and chief executive officer. Last week it priced an expanded stock offering and has raised an estimated $378.8 million to finance growth.

Pandora hat just, zufällig am Starttag von iTunes Radio, überarbeitete iOS-Apps vorgestellt. Selbst wenn Pandora die Konkurrenz durch die in das populäre mobile Betriebssystem iOS (7) und in iTunes 11.1 integrierte Streamingapp herunterspielt, dürfte dieser Zug deutlich machen, dass man bei Pandora iTunes Radio sehr ernst nimmt.

Im letzten Quartal, dem letzten Quartal vor iTunes Radio, sind Pandoras Umsätze um sensationelle 58 Prozent gestiegen.

iTunes Radio ist wie Pandora vorerst außerhalb der USA nicht, beziehungsweise nur über inoffizielle Umwege, verfügbar. iTunes Radio ist wie Pandora werbefinanziert. Wer iTunes Match nutzt, bekommt ein kostenfreies iTunes Radio.

Es bleibt natürlich spannend, ob Apple mit iTunes Radio den Streamingmarkt von hinten aufrollt und die entgegengesetzte Richtung zu Spotify geht: Also beim Radioansatz beginnend irgendwann On-Demand-Streaming hinzufügt.

Rdio führt kostenfreie Version in den USA ein

Rdio kooperiert in den USA mit dem Broadcaster Cumulus Media, um dort eine werbefinanzierte kostenfreie Version anbieten zu können.

New York Times über den Deal, der auch eine Beteiligung von Cumulus bei Rdio beinhaltet:

On Monday, Cumulus Media, which operates 525 radio stations, will announce a deal with Rdio, a subscription music service from the founders of Skype, that will give Cumulus an online outlet and help Rdio compete against more established players like Spotify.

In exchange for what it calls a significant equity stake in Rdio’s parent company, Pulser Media, Cumulus will give Rdio broad access to its programming and promote Rdio on its stations. [..]

for Rdio, which was introduced in 2010 and has struggled to gain a foothold in the market, Cumulus will also sell advertising for a free version of the service in the United States. Rdio, which costs $5 to $10 a month and is available in 31 markets around the world, lets its subscribers listen to millions of songs, build playlists and interact with other users.

Eine kostenfreie Version ist notwendig, um die Netzwerkeffekte im stark sozial geprägten On-Demand-Streaming-Sektor anzapfen zu können. Unabhängig davon ist On-Demand-Streaming noch immer ein Wachstumsmarkt, dessen Existenz vielen potenziellen Nutzern noch gar nicht bekannt ist. Die Hürde beim Einstieg zu senken, ist richtig. Es ist also zwar ein verzweifelt anmutender (und wahrscheinlich auch verzweifelter) aber folgerichtiger Schritt von Rdio.

Beats Music will für On-Demand-Streaming auf Kuration setzen

Der geplante On-Demand-Streaming-Dienst von Beats Music will auf ‘Kuration’ setzen. Janko Roettgers berichtet auf GigaOm über die Pläne:

Beats Music, the yet-to-be-launched digital subscription service spearheaded by Jimmy Iovine, wants to edge out competitors like Spotify and Rdio through human curation, but the company hasn’t really explained how this will work.[..]
At the core of the Beats Music experience will be playlists created by both well-known musicians as well as music writers. Musicians are presumably given more of a carte blanche to compile playlists based on the music they personally like, but the company also contracted with a number of freelancers who have been compiling thousands of playlists on an assignment basis.
Freelancers are given access to a special web authoring system that allows them to listen to songs and compile them in specific playlists based on requests from Beats Music editors. Playlists can be based on the work of an artist, a genre, a year or even an activity, like BBQing or working out.

Ich halte das für eine wenig zukunftsträchtige Herangehensweise. Kuration ist der Zucker auf dem Kuchen, nicht der Kuchen selbst. Netzwerkeffekte und Vernetzung, und der Long Tail!, sind viel wichtiger für den Erfolg. Spotify zeigt schön, wie Kuration wirken kann, wenn der Rest passt.

Ohne den Rest wird das aber nichts. Zuletzt hat das der Entertainmentkonzern Vivendi mit seinem ‘kuratierten’ Dienst ZaOza gelernt. Der Dienst startete mit großem Trommelwirbel im Sommer 2010 in Deutschland und interessiert seitdem niemanden.