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Verwertungsgesellschaft C3S sucht Entwickler

C3S, die neue Verwertungsgesellschaft in Deutschland, die eine Alternative zur GEMA werden will und seit Ende März eine eingetragene Genossenschaft ist, sucht Entwickler:

Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines Softwareprodukts zur Integration von Micropayment im Kontext der Dienste, die eine Verwertungsgesellschaft anbietet. Die Projektlaufzeit beträgt ein Jahr, beginnt am 1. Mai 2014 und endet am 30. April 2015. Die Stellen, die wir anbieten können, sind also in jedem Fall befristet. Es laufen auch nicht alle insgesamt geplanten Stellen über die gesamte Projektlaufzeit, ein Teil wird erst nach drei bzw. sechs Monaten einsteigen. Außerdem müssen nicht alle Positionen als volle Stellen laufen, sondern können in Teilzeit besetzt werden.

Die komplette Stellenausschreibung.

C3S gründet sich, sammelt über 100.000€ mit Crowdfunding ein

Am 25.9. hat sich die C3S, die künftige Alternative zur GEMA, als Genossenschaft mit 50 Gründungsmitgliedern gegründet.

Die Gründung ist ein erster Schritt. Die C3S kann aber noch nicht als Verwertungsgesellschaft tätig werden.
Gideon Gottfried im Musikmarkt:

Gründung heißt jedoch nicht, dass die C3S bereits ihre Arbeit als GEMA-Alternative aufnehmen kann. Beim Reeperbahn Festival 2013 wurde lediglich die Satzung der C3S bestimmt sowie ein Verwaltungsrat gewählt. Die beschlossene Satzung muss nun noch von einem Verband geprüft werden. Nach dessen Zustimmung kann die Eintragung der C3S als Europäische Genossenschaft erfolgen.

Das Crowdfunding auf startnext läuft noch 3 Tage und liegt bereits bei über 100.000 Euro.

Die 200.000 Euro Eigenmittel, die das Land Nordrhein-Westfalen als Voraussetzung für eine Förderung in gleicher Höhe fordert, werden über den Crowdfunding-Weg so wohl leider nicht mehr zusammen kommen.

Aber trotzdem: Die C3S ist bereist jetzt ein kleiner Erfolg. Der Grundstein für eine Alternative zur GEMA ist gelegt.

Aus der Selbstbeschreibung im Crowdfunding-Projekt:

Wir haben lange gewartet auf eine Änderung innerhalb der GEMA und eine Verbesserung zugunsten unabhängiger Musiker. Eine Änderung zugunsten einer digitalen Musikwirtschaft und zugunsten der Gesellschaft. Weder die GEMA selbst, noch die Politik oder das Deutsche Patent- und Markenamt (DPMA, die Aufsichtsbehörde der GEMA) können die Situation ändern.

Wir brauchen eine neue, faire und flexible Verwertungsgesellschaft. Eine bessere. Eine Konkurrenz.


Disclosure: neumusik.com-Mitautor Wolfgang Senges ist einer der Initiatoren und Mitgründer der C3S.

GEMA-Alternative C3S in der Gründungsphase

Carsten Dobschat auf venue music über den aktuellen Stand bei der C3S:

Derzeit werden Absichtserklärungen gesammelt, 1.000 Stück braucht es, damit das Projekt C3S in die nächste, die Crowdfunding-Phase gehen kann. Diese Absichtserklärungen sind unverbindlich, man verpflichtet sich damit also noch nicht Mitglied bei der C3S zu werden, man bekundet damit sein Interesse. Und man muss auch nicht Komponist, Texter, Produzent oder DJ sein, um Fördermitglied zu werden. Zwar hat man als Fördermitglied im Gegensatz zu den Urhebern später kein Stimmrecht bei der C3S, man unterstützt damit aber die Schaffung einer Alternative zur GEMA – eine Möglichkeit, die auch Mitgliedern der GEMA offen steht. Auch als GEMA-Mitglied kann man ein Interesse an einer funktionierenden Alternative haben, denn Konkurrenz, Geschäftsbelebung usw.

Die Website der C3S findet man hier, die Absichtserklärung hier.

GEMA will erneut Geld für CC-Musik, es wird Zeit für die C3S

Nerdcore:

Die Musikpiraten haben erneut Ärger mit der GEMA, die erneut Lizenzgebühren für CC-Musik verlangt.

Musikpiraten:

Bei insgesamt fünf Titeln macht die GEMA Ansprüche geltend.

Der neben Texasradiofish vermutlich bekanntesten »Problemfall« ist der Berliner Rapper Tapete, der erst vor wenigen Wochen in der taz ausführlich erklärte, warum er kein GEMA-Mitglied ist. Tapete ließ seinen Künstlernamen amtlich in seinem Personalausweis eintragen und benutzt ihn seitdem überall – von der Bahncard bis hin zur EC-Karte, auf jedem Dokument ist nur noch »Tapete« zu finden. Dennoch kein Grund für die GEMA, nicht pauschal Geld für den Song »Von Freiheit nicht genug« zu verlangen.

Dieses Vorgehen der GEMA wird nicht aufhören. Immerhin ist  es (leider) ihr gutes Recht dank GEMA-Vermutung. Ein guter Grund, die alternative Verwertungsgesellschaft C3S zu unterstützen. Erst eine weitere Verwertungsgesellschaft kann das Monopol der GEMA brechen und vielleicht endlich zu einer akzeptablen Situation auch für CC-Musiker führen.

Veranstaltung zur C3S in Berlin am 29.5.2012

AM 29. Mai 2012 findet zur C3S, eine Initiative zur Gründung einer neuen Verwertungsgesellschaft, die sich auf CC-Lizenzen konzentrieren will, eine Informationsveranstaltung in Berlin statt.

Aus dem offiziellen Text der Eventseite auf Facebook:

Workshop zur Cultural Commons Collecting Society. Ihr fragt, wir antworten.

http://www.supermarkt-berlin.net/content/c3s-cultural-commons-collecting-society

C3S: Was ist es, was sollen wir besser machen, was könnt Ihr tun?

Je nach Kenntnisstand des Publikums erfolgt zunächst eine kurze Einführung in den Grundgedanken der Creative-Commons-Lizenzen (20min). Anschließend werden das Konzept der C3S und erste Informationen des Geschäftsmodells vorgestellt, einschließlich der geplanten nächsten Schritte (45min).

Der Rest der Veranstaltung ist frei für produktives Feedback, das gerne auch als Korrektur des Konzepts einfließt.

Zielgruppe: Musiker & Komponisten, Beteiligte der Musik- und Kulturwirtschaft, und natürlich auch Musikhörer!

Wer das Team der C3S verstärken möchte, ist um so mehr eingeladen.

Anmerkung: neumusik.com-Mitautor Wolfgang Senges ist Mitinitiator der C3S und hat das Vorhaben hier bereits vorgestellt.

Wird die C3S eine alternative Verwertungsgesellschaft? Erste Informationen.

[Anmerkung: Wolfgang Senges, der Verfasser des Artikels, ist Mitinitiator der C3S –  Cultural Commons Collecting Society.]

Eher unscheinbar im Schatten der re:publica12 hat die C3S ihre ersten Informationen online gestellt. Bei der C3S handelt es sich um eine Initiative zur Gründung einer neuen Verwertungsgesellschaft noch in diesem Jahr. Dies wäre jedoch erst die Grundvoraussetzung für die Beantragung des Status als Verwertungsgesellschaft beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA).

Ziel der C3S ist es, europäischen Urhebern von Musikwerken unter freien oder Creative-Commons-Lizenzen eine Möglichkeit zu bieten, ihre Musik zu monetarisieren – und somit einen ernstzunehmenden Markt für diese Lizenzen zu bieten. Denn hier liegt das Problem: mehr als 50% der veröffentlichten CC-Lizenzen sind NC-Lizenzen und könnten kommerziell verwendet werden, d.h. für ihre Urheber Umsätze generieren.

Leider aber fehlen Infastrukturen zur vollwertigen Integration beim Broadcast. Airplay wird nicht bezahlt, auch wenn die Sender die Künstler gerne honorieren würden. Ursache ist der bislang notwendige Vertragsabschluss mit jedem einzelnen Künstler, der für GEMA-Mitglieder nicht notwendig ist. Außerhalb des Broadcast-Betriebs behindert die häufig rechtliche Unsicherheit bei Lizenznehmern und Künstlern den Vertragsabschluss.

An dieser Stelle bietet es sich an, in meinen (etwas verstaubten) dreiteiligen Artikel unter ContentSphere von 2009 zu schauen, der aufzeigt, wie – wirtschaftlich betrachtet – das Zusammenspiel der festgefahrenen Strukturen als Markteintrittsbarriere für Nicht-GEMA-Mitglieder fungiert. Genauer betrachtet, liegt das Manko…

  • im Fehlen der Infrastruktur bei Sendern
  • der Verfügbarkeit von Alternativen zur GEMA
  • der fehlenden Vertrautheit im Umgang mit Creative Commons Lizenzen
  • in der bei Creative Commons nicht exakten Definition des Begriffs „non commercial“

Die derzeitige Situation lässt sich unseres Erachtens nur durch eine zweite Entität neben der GEMA lösen. Rufe nach dem Gesetzgeber sind nicht sinnvoll, weil die GEMA als Verein nicht der direkten Kontrolle des Gesetzgebers unterliegt. Aus den Reihen der Mitglieder, die sich selber eine neue Satzung geben müssten, scheint keine Veränderung zu erfolgen. Warum auch, geht es doch in erster Linie um Nicht-GEMA-Mitglieder.

Letztendlich geht es aber nicht um die GEMA. Das Ziel der C3S ist nicht die Torpedierung der GEMA oder die Unterwanderung des Urheberrechts. Creative Commons setzt ebenso auf dem Urheberrecht auf, wie die Lizenzen der traditionellen Verwertungsgesellschaften.

Es braucht jedoch eine Alternative, die den übrigen Musikern dient. Denjenigen, die keine Mitglieder traditioneller Verwertungsgesellschaften sein können oder wollen. Eine Alternative, die gleichzeitig mindestens europäisch ausgerichtet ist, und verfügbare Technologien zum automatisierten Playlist-Reporting einsetzt, Strategien des Micro Payments berücksichtigt, transparentes Online-Licensing anbietet, aber auch exakte 1:1-Abrechnungen möglich macht – ohne statistische Verzerrungen, so weit technologisch machbar.

Dass innerhalb einer solchen Verwertungsgesellschaft jedes Mitglied volles und gleiches Stimmrecht hat, ist selbstverständlich. Ebenso wird jedes Mitglied frei entscheiden zu können, welche Werke die C3S verwertet. Ein Blick auf die Website zeigt, dass unser Konzept an diesem Punkt nicht endet.

Der Entschluss, eine eigene und unabhängige Gesellschaft zur Verwertung von Musik in Deutschland und darüber hinaus zu gründen, mag von den meisten als unseriös, wahnwitzig und dumm abgetan werden. Der Ansatz der C3S ist alles andere als das.

Das ist exakt der Grund für die seit Anfang 2010 verstrichene Dauer bis heute. „Quick & Dirty“ mag ab und an gut sein, aber Projekte wie eine Verwertungsgesellschaft verlangen ein gutes Maß an Vorüberlegungen und Konzeption. Die Site, die derzeit online ist, zeigt nur den Kern und einen Bruchteil dessen, was inhaltlich bereits vorbereitet ist. Uns fehlt es auch nicht an Unterstützung. Erste Gespräche haben gezeigt, dass wir auf Unterstützung durch Partner rechnen können.

Ich hoffe, in Kürze in weiteren Artikeln auf einzelne Punkte der C3S eingehen zu gehen.

Hinweisen möchte ich auf den Video-Mitschnitt eines Vortrags zum Thema „C3S: Verwertung von Musik unter Creative Commons“ während der transit 4 „Kreativität und Eigentum“ und die zugehörige Prezi-Präsentation.