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all2gethernow: #a2n_werkstatt (7. September) und Wahl der Referenten fürs #a2n_camp (4./5. November)

Wenn auch nicht mit beständiger Sichtbarkeit, so aber mit kontinuierlich stattfindenden Veranstaltungen hat die all2gethernow zuletzt ihr Programm fortgeführt. Der Katalog an Spin-Offs hat an Umfang gewonnen und ist gleichzeitig etwas unübersichtlich geworden:

  • #a2n_camp
  • #a2n_werkstatt
  • #a2n_salon
  • #a2n_CONNECT
  • #a2n_live

Bereits vier jeweils monatlich stattfindende Themenabende (#a2n_salon) fanden in diesem Jahr statt; zusätzlich dazu wurden Workshops zu verschiedenen Aspekten des Do-It-Yourself-Business durchgeführt. Die unter dem Titel #a2n_CONNECT laufende Reihe verbindet bezeichnenderweise die a2n mit Partnerveranstaltungen, die als Gastgeber der Workshops fungieren – als Rahmen dienten hierbei bislang das Future Music Camp in Mannheim und die c’n’b in Köln.

Der nächste #a2n_CONNECT-Workshop zum Thema „Collaboration & Cooperation“ wird nun am 7. September innerhalb der #a2n_werkstatt präsentiert werden.

Wurde die #a2n_werkstatt im letzten Jahr noch gemeinsam mit der Konferenz, dem #a2n_camp ausgerichtet, entschied sich der Verein in diesem Jahr für eine Trennung. Zum einen bietet die #a2n_werkstatt damit innerhalb der Berlin Music Week den einzigen Praxis-Schwerpunkt für in der Kreativwirtschaft Tätige an, in erster Linie für Musiker. Außerhalb der Dachmarke „Berlin Music Week“ wird ein ergänzendes Programm an Workshops vom Zertifikatsstudiengang DigiMediaL an der Universität der Künste Berlin flankierend zur #a2n_werkstatt angeboten.

Zudem wurde das Angebot des Artist Coachings vom letzten Jahr erweitert um 17 praxisorientierte Workshops.  Das Programm beinhaltet ein reichhaltiges Angebot an Themen wie Video-Produktion, Crowdfunding, GEMA/Creative Commons, Mobile Promotion, Gründung einer Event Location, Touring, Lizenzierung, Label-Verträge bis hin zur Musik auf mobilen Devices.

Das Artist Coaching dagegen nutzt das bekannte Jury-Konzept, um ausgewählten Künstlern, die sich mit einem Song per Soundcloud-Dropbox bewerben, Ratschläge zur weiteren Entwicklung und Karriere zu geben. Die Jurys setzen sich aus bekannten Professionals wie Bookern, Redakteuren und Label-Experten zusammen: u.a. Lars Lewerenz (Audiolith), Sascha Kösch (de:bug), Esther Rieger (Peter Rieger Konzert Agentur), Neffi Temur (Urban/Universal Domestic Vertigo), Tim Renner (Motor Music) und Yessica Yeti (unclesally*s).

Nur kurz nach der #a2n_werkstatt startet der offizielle Vorlauf zum #a2n_camp, das am 4. und 5. November während der BerMuDa ebenfalls in Berlin stattfindet. Wie in den Jahren zuvor, stehen im Vordergrund  StartUps, Independents, Indie-Artists und Freelancer. Das Programm wird zugunsten eines stärker in sich geschlossenen Angebots im Vergleich zum Vorjahr eingegrenzt. Ziel ist auch eine deutlich verbesserte Unterstützung von Referenten und Besuchern beim Networking.

Interessant dürfte vor allem das ambitionierte Crowdfunding-Projekt der a2n sein. Gemeinsam mit startnext aus Dresden wird noch im September ein 4-wöchiges Crowdfunding zur Teilfinanzierung des #a2n_camp gestartet.

Schon jetzt können auf der all2gethernow-Website Referenten und Themen vorgeschlagen werden. Anschließend werden vom 9.-12. September die meist gewünschten Speaker gewählt, die von der Community während der Crowdfunding-Phase finanziert werden.

[Anmerkung: Als Mitarbeiter der all2gethernow ist Wolfgang Senges für das Crowdfunding-Projekt verantwortlich. Die Entwicklung des Projekts wird von ihm auf neumusik.com als Case Study begleitet.]

Musikbusinessnews: Turntable.fm, Billboard Pro, Apple, Walkman

Weitere Musikbusinessnews der letzten Tage:

Audiomagnet: Die deutsche Selbstvermarktungsplattform für Musiker

audiomagnet-logoAudiomagnet ist eine Plattform für Musiker, die den Verkauf von Musik und T-Shirts für auf DIY setzende Musiker erheblich erleichtert. Audiomagnet ist quasi eine Mischung aus Bandcamp und Reverbnation mit besonderer Beachtung der deutschen Situation (GEMA).

Audiomagnet bietet Künstlern mehrere Wege, ihre Musik im Web zu verbreiten. Im kostenlosen Basis-Account befindet sich ein Musikplayer-Widget, das sich auf Social Networks integrieren lässt. Für Facebook bietet Audiomagnet eine eigene Applikationan.

Diese App gehört ebenso wie das Widget zum kostenlosen Account. Über das Widget bzw. den Player von Audiomagnet können auch Songs direkt verkauft werden. Audiomagnet behält selbst 39 Cent pro verkauften Track ein. Die Höhe des Preises liegt davon abgesehen frei beim Künstler. Auch wichtig: Audiomagnet vergibt kostenlos ISRC-, LC- und EAN-Codes, sofern für die Songs oder Alben keine vorhanden sind.

audiomagnet-musik-verkaufen

Ebenfalls zum kostenlosen Angebot gehört ein Merchandising-On-Demand-Shop im Audiomagnet-Account der Musiker, der in Zusammenarbeit mit Spreadshirt angeboten wird. So weit ich das sehen kann, wird der Spreadshirt-Shop aber kaum eingesetzt, was vielleicht an der ausbaufähigen Integration liegen könnte.

Entscheidend für den deutschen Markt, sind die Vereinbarungen, die Audiomagnet mit der GEMA abschliessen konnte:

GEMA-Mitglieder dürfen eigentlich keine ihrer Tracks zum kostenlosen Herunterladen anbieten. Audiomagnet hat mit der GEMA vereinbart, dass GEMA-Mitglieder ihre Songs über Audiomagnet kostenlos für bis zu 2000 Downloads anbieten dürfen, ohne dass dafür GEMA-Gebühren fällig werden.

Ebenfalls interessant ist der Deal bezüglich Coversongs: Coversongs von Stücken, die von der GEMA abgedeckt sind, dürfen auf Audiomagnet verkauft werden. Das heißt, man kann ohne zusätzlich notwendige Genehmigung einen Coversong aus dem GEMA-Repertoire aufnehmen und diesen dann über Audiomagnet verkaufen. Es fallen keine zusätzlichen Kosten an. (Abgesehen von den bereits genannten 39 Cent pro verkauften Track.)

audiomagnet

Künstler müssen nicht bei der GEMA sein, um ihre Musik über Audiomagnet zu verkaufen. Die Rechte der auf Audiomagnet hochgeladenen Songs bleiben bei den Künstlern. Der Wechsel von der Audiomagnet-Präsenz zum Labeldeal ist somit unproblematisch. Audiomagnet sieht sich selbst auch als Sprungbrett für Musiker.

Neben dem Verkauf von Songs über Player/Widget bietet Audiomagnet noch einige weitere Optionen an. So kann man Audiomagnet die digitale Distribution der Musik anvertrauen. Für 39€ (Single) bis 49€ (Album) wird die Musik an über 300 Online-Shops wie itunes, Musicload oder Beatport und Abonnement-Services wie das heutige Napster vertrieben.

Zusätzlich bietet Audiomagnet ein nahezu komplettes Sortiment des CD-Vertriebs an: Für 99€ pro Veröffentlichung kann man CDs über den Audiomagnet-Player/-Widget On-Demand herstellen und verkaufen lassen. Auch hier liegt der Preis abgesehen von der pro CD anfallenden Zahlung an Audiomagnet frei beim Künstler.

Zusätzlich kann man seine bestehende Auflage an CDs an Audiomagnet senden und Lagerung, Verkaufsabwicklung und Versand quasi an Audiomagnet auslagern. (Kostenpunkt: 49€ pro Veröffentlichung, 4€ pro CD) Über Audiomagnet lässt sich auch die Listung in PhonoNet (Tonträgerhandel) abwickeln.

Fazit: Da der direkte Verkauf von Musikaufnahmen als reine Dateien oder in simplen CDs keine langfristige Option mehr für Musiker und Labels ist, wäre es sicher sinnvoll, wenn Audiomagnet auch in andere Bereiche wie etwa Merchandising noch stärker expandiert. Im Bereich der knappen Güter, mit denen Musiker Geld verdienen können, ist noch viel Luft nach oben im Audiomagnet-Angebot. Auch im Bereich der Individualisierung der CDs für mehr Souvenir-Charakter könnte gerade eine Plattform wie Audiomagnet Akzente setzen. (Mit den richtigen Partnern für die Herstellung) Davon abgesehen scheint mir Audiomagnet nicht nur auf dem besten Weg, sondern bereits das beste Angebot für Musiker in Deutschland zu sein, die auf der Suche nach Unterstützung für die Geschäftsseite ihrer DIY-Karriere sind. Es gibt in Deutschland keine mir bekannte vergleichbare Plattform.

Für viele unbekannte Künstler sind die Angebote und Konditionen der Plattform wohl in den meisten Fällen weitaus attraktiver als ein Vertrag bei einem Label.

Audiomagnet plant eine internationale Expansion für 2011.

~

Gemeinsam mit der Popakademie hat Audiomagnet einen 76-seitigen Leitfaden zum Selbstmarketing für Musiker verfasst (mit einem Vorwort von Smudo..). Der Leitfaden kann auf der Site der Popakademie heruntergeladen werden. Leider nur mit Pay with a Tweet or Facebook, das heißt, man ist gezwungen, auf den Leitfaden auf Twitter oder Facebook hinzuweisen, damit man ihn herunterladen kann. Der Leitfaden wurde auch als frei abrufbare Artikelserie auf delamar veröffentlicht. Ich hatte noch nicht die Zeit, den Leitfaden zu lesen. Ich kann also zu der Qualität keine Aussage treffen.