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Kickstarter hat in 4 Jahren über 36 Millionen $ für Musik eingesammelt

Robert Douglass, der Organisator der Open Goldberg Variations, hat die Geldsumme aller erfolgreichen Musikprojekte auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter aus den letzten 4 Jahren zusammengezählt:

In total, in roughly 4 years, Kickstarter has poured a staggering $36,075,878.78 into music projects. Over the 10 categories that Kickstarter lists – Indie Rock, Rock, Country, Pop, Jazz, Classical, World, Hip Hop, and Electronic – Indie and Rock come out on top, raising over $6 and $5 million respectively. Classical, the object of my interest, has received a respectable $1.5 million. 

Insgesamt wurden 6.984 Musikprojekte erfolgreich über Kickstarter finanziert.

Welches Label kann da mithalten?

Open Goldberg Variations: Urheberrechtsfreie, fanfinanzierte Aufnahme und digitale Partitur des Meisterwerks von Johann Sebastian Bach

Auf opengoldbergvariations.org ist eine freie, in die Public Domain veröffentlichte Aufnahme von Johann Sebastian Bachs Goldbergvariationen erschienen. Zusätzlich kann man auf der Site eine digitale Version der Partitur herunterladen.

Boing Boing:

Performed by Kimiko Ishizaka on a Bösendorfer 290 Imperial in Berlin’s Teldex Studio, there’s already plenty to love about a new cut of Bach’s Goldberg Variations. But this one is also the first fan-funded, open source, and completely free recording of it. [..]

Schweer’s modernized and digitized score was itself created with free and open source software from MuseScore.com.

[..] „To help make this recording truly timeless, we need your help. Share it. Give it away. Introduce others to its beauty, and explain to them why you love it,“ Douglass wrote. „Make yourself responsible for converting another person to being a Bach fan.“

Open Goldberg Variations hat sich mit Kickstarter finanziert. 15.000 US-Dollar wurde für das Projekt benöitgt,  über 23.700 US-Dollar sind letztlich geflossen.

Die Aufnahmen findet man komplett auf SoundCloud.

Ein weiterer Beweis dafür, dass Musikaufnahmen ohne Urheberrechtsbeschränkungen, ermöglicht durch die neuen Internetplattformen und ihre Vernetzungspotentiale, an Bedeutung zunehmen.

Siehe auch:  Crowdfunding: Musopen erhält über 58.000 Dollar in Spenden für gemeinfreie klassische Musikaufnahmen

Musikerin Amanda Palmer sammelt in 3 Tagen über 340.000 US-Dollar über Crowdfunding ein

Die Musikerin Amanda Palmer hat über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter innerhalb von 3 Tagen über 340.000 US-Dollar eingesammelt. Die ursprüngliche Summe von 100.000 US-Dollar, die sie für die Finanzierung der Produktion eines Studioalbums einsammeln wollte, erreichte sie innerhalb von 6 Stunden.

Zusätzlich führt Palmer mit Loanspark ein neues Projekt ein:

Also, with this project, Amanda announced a new project called Loanspark, which is kind of like a Kickstarter, but as a loan, where the money gets paid back (assuming it’s made up) and the „interest“ isn’t monetary, but creative. This is definitely for larger amounts, but you can see the listing of options, which include things like getting a home concert (or for a charity) or a work of art created by Amanda. Who knows if anyone will take her up on it, but it’s another interesting idea worth watching.

Amanda Palmer hatte vor Jahren bereits ihr erstes Album selbst finanziert und ihre Fanbasis selbst aufgebaut. Nach einem kurzen Zeitraum bei einem Majorlabel ist sie heute wieder labelfrei.

Das Kickstarter-Projekt läuft noch 29 Tage.

2011 flossen via Kickstarter über 19 Mio. $ in über 3600 Musik-Projekte

Die Crowdfunding-Plattform Kickstarter hat ihre Zahlen für 2011 veröffentlicht und  auch 2011 war Musik wieder die zweitgrößte Kategorie. Die Zahlen:

Music
$19,801,685.21 pledged
3,653 successful projects
260,178 backers

Das heißt also, dass 2011 über Kickstarter über 19,8 Millionen US-Dollar in 3653 Projekte geflossen sind. Kickstarter stellt damit die meisten US-Labels in den Schatten. (Ein direkter Vergleich der Investitionsgrößen wäre interessant.)

Auf neunetz.com habe ich ein paar Worte über Crowdfunding und Kickstarter geschrieben.

Erfahrungsbericht: Nur 1,3% der Fans beteiligten sich an Crowdfunding

Caren Kelleher hat auf Digital Music News ihre Erfahrungen aus einem Kickstarter-Projekt zusammengefasst, mit dem sie als Managerin für die Band The Lighthouse and the Wahler über 10.000 $ erfolgreich eingesammelt hat. Unter anderem interessant ist die Beteiligungsrate der Fans:

Just 1.3% of The Lighthouse and the Whaler’s online fans contributed to our Kickstarter campaign – a good response rate were it a traditional direct marketing campaign.  But few DIY bands would know that to be normal.  The consequence is that many will look at their Facebook or MySpace fan counts and overestimate how much money they can raise.

Dieser Prozentsatz entspricht auch ungefähr der Aufteilung zwischen Free und Premium bei Freemium-Angeboten. Ähnliche Verteilungen lassen sich auch bei „Bezahl was du willst“ etc. beobachten. Das ist nicht zwingend schlecht: Entscheidend ist, was unter dem Strich herauskommt. Ein bis zwei Prozent der Fans mit Crowdfunding mobilisieren kann mehr bringen als den traditionellen Weg zu gehen.

Zusätzlich dürfte diese Zahl auch stark davon abhängig sein, wie gut die Musiker mit ihren Fans auf Facebook, Twitter, etc. vernetzt sind. Sprich also: Wie einfach sie ihre Fans erreichen und mobilisieren können.

Weitere Erkenntnisse von Kelleher sind die Bedeutung größerer Geldgeber und die Tatsache, dass Fans Einfluss wollen, keine Gimmicks:

Consider a sample of thirty recently-successful music projects on Kickstarter.  In comparing the number of backers against pledge packages selected and dollars raised, it turns out that 30% of funding came from backers that did not select merchandise packages to match their pledge amounts.  In other words, one-third of each successful Kickstarter project came from fans that either didn’t want stuff, or bought it separately on their own.  It turns out that superfans simply aren’t that motivated by merch.

 

Crowdfunding: 10.000 erfolgreiche Projekte auf Kickstarter, 3.110 davon Musikprojekte

Auf neunetz.com habe ich schon darauf hingewiesen, dass das US-amerikanische Kickstarter 10.000 erfolgreich finanzierte Projekte verzeichnen kann:

Über 60 Millionen US-Dollar wurden von Kickstarter mittlerweile insgesamt eingesammelt und verteilt.

Spannend ist auch, dass von den über 790.000 Geldgebern über 110.000 mehr als ein Projekt unterstützt haben. Die wiederkehrenden Unterstützer sind sogar für 28% der eingesammelten Gesamtsumme verantwortlich.

3.110 davon sind Projekte aus dem Musikbereich:

Successful projects by category large

Crowdfunding 2010

Der folgende Artikel ist in der Februar-Ausgabe des Musikmarkt erschienen. Erst nach Abgabe des Textes ist mir aufgefallen, dass ich ausgerechnet die deutsche Crowdfunding-Plattform Sellaband vergessen hatte zu erwähnen.

~

kickstarter-bleuAuf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter haben 2010 über 1.140 Musik-Projekte ihre Finanzierung erfolgreich abschließen können.

Crowdfunding ist ein verhältnismäßig neues Phänomen, das sich aktuell anschickt, Wellen zu schlagen. Auf einer Crowdfunding-Plattform können interessierte Macher – Musiker, Kreative, Startup-Gründer – ihre Projekte vorstellen und um finanzielle Unterstützung werben. Unterstützer können Fans, Brüder im Geiste oder potentielle Kunden der künftigen Startups sein. Wird die vom Projektmacher benötigte Summe im vorgegebenen Zeitrahmen, der meist um die 30 Tage beträgt, erreicht, findet die Crowd-Finanzierung statt. Die anonyme Masse wird zum Fremdkapitalgeber.

Auf diesem Weg haben 2010 über 1.140 Musiker verschiedenste Projekte von den Ausgaben für CDs und Verpackung über professionelle Musikaufnahmen bis hin zur kompletten Albumproduktion über Kickstarter erfolgreich finanziert. Aber was erhalten dabei die im Vorfeld zahlenden Fans? Je nachdem, wie viel der einzelne Fan bereit ist zu geben, kann er vom T-Shirt oder dem Album bis hin zur signierten LP oder einem Abendessen mit dem Musiker die verschiedensten Dinge zurückerhalten. Was der Fan für wie viel bekommt, bestimmen die Musiker selbst.
Die Kunst für die Musiker liegt damit also auch darin, den potentiellen kapitalgebenden Fans nicht nur das Projekt sondern auch die einzelnen persönlichen Dankeschöns schmackhaft zu machen.

Der Singer-Songwriter Bleu etwa kochte Drei-Gänge-Menüs für seine Unterstützer oder spielte in deren Wohnzimmern. Mit Erfolg: Statt der geforderten 8.000 US-Dollar erhielt er insgesamt 39.000.

Über diese neue Form der Finanzierung können auch ungewöhnliche, anders kaum tragfähige Musik-Projekte gefördert werden. Musopen lässt Orchester klassische Musikstücke aufnehmen und stellt diese Aufnahmen anschließend gemeinfrei zur Verfügung. Über Kickstarter wollte man dafür 11.000 US-Dollar einsammeln. Musopen erhielt am Ende stattdessen über 68.000 US-Dollar.

Mit Kickstarter vergleichbare deutsche Plattformen sind Startnext und mySherpas. Wie bei Kickstarter wird auch auf diesen Plattformen die Summe erst ausgezahlt, wenn die vorgegebene Höhe auch erreicht wurde.Während Startnext sich auf kulturelle und kreative Projekte beschränkt, steht mySherpas jeder Art von Projekten offen.

Mehr Informationen zum Thema:
Kickstarter: www.kickstarter.com/
Musopen: http://www.musopen.org/
Startnext: http://startnext.de/home.html
mySherpas: http://www.mysherpas.com/