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Konzertentdeckungsdienst Songkick erhält 10 Millionen $ von Sequoia

Der Konzertentdeckungsdienst Songkick erhält 10 Millionen US-Dollar in einer Finanzierungsrunde von der weltbekannten Venture-Capital-Firma Sequoia Capital und bestehenden Investoren wie Index Ventures.

Das Tech Europe Blog des Wall Street Journal:

Central to the London-based company’s philosophy is to make attending live concerts a lot easier. Songkick lists over 100,000 upcoming concerts, has indexed well over 2 million gigs with reviews, set lists, videos and photographs.

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Although the site lists concerts in most types of music, Mr. Hogarth said he hoped to expand the jazz selection and to introduce a classical music service.

Songkick zeichnet sich vor allem durch die Integration in viele andere Dienste aus, wie Songkick-CEO Ian Hoarth auch im Interview mit dem Mediadecoder-Blog der New York Times bestätigt:

About partnerships, from the fan perspective it just means there are more places to discover music online. That ecosystem is flourishing with the growth of SoundCloud, Spotify, Vevo, YouTube. By integrating concert data into all of those services, we’re taking people who don’t go to concerts and getting them into the funnel of thinking about going to more shows.
The artist angle is also interesting. I’ve been spending time with artists and their managers and agents, and it’s become apparent just how much time an artist will spend managing data — basically data entry, just typing tour dates in again and again across multiple sites. So the partnerships have been saving artists time. And in the long term we see Songkick as mediating the interaction between artists and fans.

Wir sind seit langem der Ansicht, dass die richtigen Onlinetools die Besucherzahlen für Konzerte erheblich erhöhen können. Songkick ist eines der vielversprechendsten Puzzlestücke des in Entstehung begriffenen neuen Ökosystems des digitalen Musikbusinesses.

Wir hatten die iPhone-App von Songkick im Juni letztes Jahr vorgestellt: Songkicks iPhone-App ist der beste Weg, kein Konzert mehr zu verpassen

Songkicks iPhone-App ist der beste Weg, kein Konzert mehr zu verpassen

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Songkick ist ein Dienst, über den man über Konzerte seiner Lieblingsmusiker auf dem Laufenden bleiben kann. Neben der manuellen Eingabe von Musikern können die musikalischen Vorlieben auch direkt von last.fm und Facebook importiert werden.

Songkick hat nun eine iPhone-App herausgebracht, die das Konzerteimaugebehalten noch einfacher macht:

Having tested it for a few days already, we’re happy to report that our experience with the app has been overwhelmingly positive. Songkick for iPhone (free) combines all of the information and access points, including ticketing links, from Songkick’s web version, but its slick interface arguably gives the mobile app a better look, feel, and navigational elements than you’ll find on the web version. […]

The Songkick app makes it easy to search for concerts by location, artist, or date. Its developers know that you don’t always look for concerts in the same location, so they’ve made it easier to track multiple locations and switch from one city to the next for when you’re on the move. And thanks the the app’s push notification feature, if one of your favorite bands announces a show for your location, you’ll be (among) the first to know.

Die iPhone-App erlaubt neben Last.fm und Facebook auch den automatischen Import der Musiker, deren Songs sich auf dem iPhone befinden.

Über die Möglichkeiten, die Webdienste für den Konzertbetrieb darstellen, hatte ich letztes Jahr geschrieben:  Wie Last.fm und Eventful die Nachfrage für Konzerte steigern

 

Konzerte: Erwähnungen auf Facebook führen eher zu Ticketverkauf als auf Twitter

Music Ally weist auf eine Untersuchung der Daten des Online-Ticket-Unternehmens Eventbrite hin:

Online ticketing firm Eventbrite has published some stats on how much it’s worth when someone ’shares’ details of one of its events on various social networks. Apparently, a share on Facebook is worth $2.52, compared to $0.43 on Twitter, $0.90 on LinkedIn and $2.34 through ‘email friends’ features.

Bemerkenswert ist auch, dass zumindest in den USA Facebook wohl Email als effektivsten Kanal für die Verbreitung von Informationen unter Bekannten überholt hat.

VentureBeat:

Eventbrite found that in its case, Facebook is now the number one referring site for traffic to the company’s site, surpassing Google, with each Facebook share driving 11 visits back to Eventbrite.com. Averaged across all social media channels measured, one share drove over seven visits back to Eventbrite.com.

Wie Last.fm und Eventful die Nachfrage für Konzerte steigern

Einer der interessantesten Aspekte des Internets ist die Schaffung von Nachfrage in Nischen, die selbige profitabel machen kann, das Phänomen des Long Tails.

Besonders bei Konzerten können Webdienste enorm dabei helfen, Nachfrage zu erzeugen. Zwei Beispiele:

last-fm-logo

Last.fm bietet mit den Event-Empfehlungen personalisierte Empfehlungen auf Basis der von Last.fm protokollierten angehörten Musik.

Das heißt, die Nutzer hören ihre Musik auf ihren Rechnern, Last.fm protokolliert diese und informiert dann über Auftritte von Musikern in der Heimatstadt, die man selbst anhört. Die Empfehlungen können auch via iCal und anderen Formaten direkt in Kalender importiert werden.

Automatisch über potentiell zum eigenen Musikgeschmack passende Konzerte informiert werden, erhöht die Wahrscheinlichkeit des Besuchs von Konzerten.

eventfulEventful ist eine Site für lokale Events. Man kann sich über verschiedene Wege auf Eventful über demnächst stattfindende Veranstaltungen in der eigenen Stadt informieren. Ein spannendes Feature von Eventful ist Eventful Demand. Fans können damit auf Eventful ‚verlangen‘, dass ihr Lieblingsmusiker oder ihre Lieblingsband in ihrer Stadt auftreten. Andere Fans und Musiker können dann sehen, wie viele Fans einer Stadt nach Musiker XY verlangen.

Eventful Demand wird heute in den meisten Städten noch nicht sonderlich intensiv genutzt. Man stelle sich aber Eventful oder einen ähnlichen Dienst vor, der von vielen Personen regelmäßig genutzt wird, um eigene Wünsche kundzutun: Selbst kleinste Bands könnten dann Nachfrage nach Konzerten in Städten auf der ganzen Welt identifizieren und, was mindestens ebenso wichtig ist, lokale Konzertveranstalter leicht davon überzeugen, dass ein Auftritt profitabel sein kann, wenn eine große Anzahl an Nutzern Interesse bekundet hat.

Etwas, das heute mehrheitlich auf Schätzungen basiert und besonders bei Nischen mit sehr viel Risiko behaftet sein kann, wird etwas berechenbarer und alle Beteiligten können dadurch besser gestellt sein.

Das sind nur zwei Beispiele, wie Webdienste im Musikmarkt Transaktionskosten senken und so Angebot und Nachfrage näher zusammenbringen können.