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Daten über Musik: Der Pandora-Ansatz vs. The Echo Nest und Co.

Pandora setzt mit seinem händischen Ansatz der Katalogisierung von Musik auf "Weniger aber besser", während viele andere Services Metadaten algorithmisch erfassen lassen:

On the surface, it appears that Pandora, despite its head start of at least a decade on most of its competitors, is facing an uphill battle. It’s not just the number of services that are potentially coming online but also the number of songs and the amount of data those services are offering up to consumers. The Echo Nest, which powers personalization for Spotify (among others), boasts data on more than 35 million songs (which is why Spotify’s library is able to hold more than 20 million songs). Upstart Senzari says its new MusicGraph platform contains around 20 million songs. Gracenote has data on more than 130 million.

Pandora, by contrast, has “more than 1 million” songs in its library. If consumers want unlimited choice in the music they can listen to, they probably don’t want Pandora. And the company is fine by that — or so it says. “I agree that more data is better, but that’s different than more content is better,” Pandora chief scientist and vice president of playlists Eric Bieschke told me in a recent interview (before Gracenote announced its Rhythm data platform, I should note).

Metadaten-APIs werden immer wichtiger werden. Die Metadaten von Pandora sind eine Ausnahme. Aufgrund ihrer geringen Masse glaube ich nicht, dass sie eine wichtige Rolle künftig spielen werden. Je mehr Menschen Spotify und co. nutzen und diese aus dem Datenfeedback für ihre eigenen Metadaten lernen können, desto besser werden die Metadaten dieser Dienste werden.

Beide Ansätze können friedlich nebeneinander existieren. Der automatisierte, datengetriebene Ansatz wird aber der wichtigere werden. Hier werden auch sehr stark positive Skaleneffekte ins Spiel kommen.

Spannend sind die verschiedenen Quellen, die The Echo Nest mittlerweile auswertet:

As of May, The Echo Nest, which was co-founded by MIT-trained machine-listening experts Tristan Jehan and Brian Whitman, was indexing about 10 million documents (e.g., blogs, articles and reviews) a day relating to music. This is on top of the couple of million songs it’s able to analyze per week using its machine listening system. Lucchese said the company was researching all sorts of new capabilities, such as mechanically determining valence (i.e., the mood of a song) and the regional differences in how people classify or access music.

Selbst Pandora wertet mittlerweile Daten aus, die durch die Nutzung des Webradios entstehen:

Over the years, Pandora and its recommendation algorithms have actually evolved quite a bit. For the first several years of its existence, the company was focused solely on the Music Genome Project, which was the engine that powered recommendations when Pandora first began doing streaming radio in 2005. Around 2007, the company first realized it was sitting on a valuable collection of data about how individual users listened to music.

“It turns out that 35 billion thumbs is a gold mine of data about people’s personal music preferences,” Bieschke said.

Das gilt für alle Streaming-Dienste: Je mehr Hörerinnen je länger auf ihnen verweilen, desto besser wird ihr Wissen über Musik allgemein.

Pandora empfiehlt personalisierte Stationen auf Basis des Hörverhaltens

Der in den USA populäre Onlineradiodienst Pandora führt auf vorhergehendem Hörverhalten aufsetzende Personalisierungsmöglichkeiten ein:

Personalized station recommendations on iOS and Android smartphones and tablets will provide listeners with up to 6 suggested artist stations to add and listen to at a time, based on current listening preferences, taking into account your station list and what you have told us you like or dislike through thumb interactions.

Bisher waren Pandoras Personalisierungsmöglichkeiten von der verkatalogisierten Musik von Pandora und nicht so sehr von den persönlichen Präferenzen der Hörer und Hörerinnen abhängig1.

Pandora hatte letzten Monat laut eigener Aussage über 76 Millionen aktive Hörer.


  1. Ausnahme: Up- und Downvotes beeinflussen die jeweiligen ausgewählten Musikerstationen. 

Pandora vs. iTunes Radio

Apples neuer Streamingdienst iTunes Radio hat laut Angaben des Riesen aus Cupertino aus dem Stand 11 Millionen Hörer gewinnen können. Es wird besonders spannend, wie sich iTunes Radio im Verhältnis zu Pandora, mit 72 Millionen Hörern in den USA dem Radiostreamingriesen, entwickeln wird.

Bloomberg über Pandora:

Pandora is looking to vie with radio stations for a larger slice of $15 billion in local advertising and has opened sales offices in 29 U.S. cities. Earlier this month, it named digital advertising veteran Brian McAndrews as chairman and chief executive officer. Last week it priced an expanded stock offering and has raised an estimated $378.8 million to finance growth.

Pandora hat just, zufällig am Starttag von iTunes Radio, überarbeitete iOS-Apps vorgestellt. Selbst wenn Pandora die Konkurrenz durch die in das populäre mobile Betriebssystem iOS (7) und in iTunes 11.1 integrierte Streamingapp herunterspielt, dürfte dieser Zug deutlich machen, dass man bei Pandora iTunes Radio sehr ernst nimmt.

Im letzten Quartal, dem letzten Quartal vor iTunes Radio, sind Pandoras Umsätze um sensationelle 58 Prozent gestiegen.

iTunes Radio ist wie Pandora vorerst außerhalb der USA nicht, beziehungsweise nur über inoffizielle Umwege, verfügbar. iTunes Radio ist wie Pandora werbefinanziert. Wer iTunes Match nutzt, bekommt ein kostenfreies iTunes Radio.

Es bleibt natürlich spannend, ob Apple mit iTunes Radio den Streamingmarkt von hinten aufrollt und die entgegengesetzte Richtung zu Spotify geht: Also beim Radioansatz beginnend irgendwann On-Demand-Streaming hinzufügt.

Pandora kommt vorerst nicht nach Deutschland, sieht Spotify nicht als Konkurrenz

Musikmarkt fasst einige Aussagen des Pandora-CEOs von der „Business Insider Ignition Conference“ zusammen. Pandora kommt vorerst nicht nach Deutschland:

Der Umsatz, den Pandora mache, gehe sofort für Lizenzgebühren drauf. Diese Gebühren würden Pandoras Profitabilität gefährden. 2015 gebe es ein Schiedsverfahren zum Thema Lizenzgebühren. Bei positivem Ausgang der Verhandlungen werde Pandora in den USA weiterhin am Start bleiben. Garantieren könne er dies allerdings nicht. Dabei hatte Pandora erst kürzlich vermeldet , sich endlich auszuzahlen. Joe Kennedy verlor auch ein paar Worte zum Thema Spotify: Der schwedische Musikdienst sei keine Konkurrenz für Pandora. Pandora habe keine veränderten Wachstumsraten feststellen können[..]

Das personalisierbare, auf das Music Genome Project aufsetzende Pandora erreicht in einigen Ballungszentren in den USA nach eigenen Aussagen bereits ein größeres Publikum als die größten lokalen Hörfunkstationen. Trotz alledem aufgrund von Lizenzgebühren zu scheitern, wäre ein ‚interessantes‘ Ergebnis.

(Disclosure: Ich halte Pandora-Aktien.)

„Spotify ist die Zukunft des Plattenladens, Pandora die Zukunft des Radios.“

Pandora-CTO Tom Conrad hat auf der RoadMap-Konferenz von GigaOm noch einmal unterstrichen, dass Pandora vor allem die nicht zahlenden Musikkonsumenten monetisieren will, sprich also stark auf Werbung setzt. Außerdem hat er eine schöne Aussage über Pandora und Spotify gemacht.

TechCrunch:

He continued that another 40% of the population only pay about $15 a year, the cost of an album or two. While there are opportunities to build businesses on the 10% who are willing to pay more, Pandora’s plans to focus on monetizing the majority via advertisements. Other music companies might be wise to target the non-paying segment as well.

Conrad was asked about whether the rapidly growing Spotify was a threat. That service now has 2.5 million daily active users and 7.5 million monthly active users. Conrad said “I see Spotify as largely complementary to what Pandora does. Spotify’s CEO Daniel Ek says he thinks Spotify is the future of the record store, and that Pandora is the future of radio.”

Pandora und Spotify, die größten Musikdienste weltweit in ihren jeweiligen Bereichen, sind im deutschsprachigen Raum noch nicht verfügbar.

(Disclosure: Ich halte Pandora-Aktien.)

Amazon Kindle Fire launcht mit unter anderem Rhapsody und Pandora

Kindlefire

Amazon wird zum Start seines Tablets Kindle Fire nächste Woche viele Launch-Partner in Form von App-Anbietern aufweisen können, wie in einer Pressemitteilung heute verkündet wurde. Unter anderem gehören auch Rhapsody und Pandora dazu.

Netbooknews:

Jetzt veröffentlichte Amazon eine Pressemitteilung, in der uns die Partner vorgestellt werden, die das Unternehmen direkt zum Launch mit ins Boot geholt hat für das Kindle Fire mit dem etwas anderen Android-Erlebnis. So sollen direkt zum Start bereits Tausende von Apps und Games zur Verfügung stehen, u.a. von Spiele-Größen wie Gameloft, PopCap, Zynga oder EA! Spiele wie Cut the rope, Fruit Ninja oder Doodle Jump werdet ihr von Anfang an vorfinden im App Store.

[..]

Dazu gesellen sich weitere prominente Partner wie Rhapsody oder Pandora und natürlich werden auch Twitter und Facebook mit im Boot sein.

 

 

Pandora hat 900.000 Songs im Repertoire, 95% davon wurden im Juli gespielt

Tim Westergren, Gründer und CEO von Pandora, schreibt auf Quora auf die Frage, wie viele Songs Pandora in seiner Datenbank hat:

There are now over 900,000 songs in our collection, from over 90,000 artists. And it is a point of great pride for us that over 95% of those songs played on the service in July.

Das ist ein bemerkenswert aktiver Long Tail auf dem personalisierbaren, auf dem „Music Genome“ basierenden Musikdienst.

Pandora ist aktuell nur in den USA verfügbar. Der Dienst ging im Juni dieses Jahres an die Börse.

(Disclosure: Ich besitze Aktien von Pandora.)

Arcade Fire, turntable.fm, Pandora: Regionale Lizenzierung und Distribution schränken Konsum und Lizenzeinkünfte ein

Das Problem der weltweit zersplitterten Lizenzierung ist seit geraumer Zeit offensichtlich, mit der zunehmenden Vielfalt innovativer Business- oder Vermarktungsmodelle ist es mehr als imminent und stellt sich als enorme Markteintrittsbarriere dar.

Nimmt man die mehr als 100 (!) iTunes-Shops noch hin, so wird es bei eMusic Europe schon augenfälliger, da die Auswahl nicht im Vorhinein derart gezielt durch den spezifischen Shop eingeschränkt wird. London Calling von The Clash oder das selbstbetitelte Public Image Ltd.; man kennt es: Nicht erhältlich in Deutschland.

Am 27. Juni hat turntable.fm Konsequenzen ziehen müssen. Seit Anfang der Woche ist der Service nur noch für Nutzer aus den USA verfügbar:

We’re very sorry, but while we would love to let you in and rock out with us, we need to currently restrict turntable access to only the United States due to licensing constraints.

Welche Chancen für die Musikindustrie hier möglicherweise verpasst werden, zeigt die spannende Analyse von Rishi Mirchandani, der näher auf den viralen Wert und Social-Media-Kontext von turntable.fm eingeht.

Am gleichen Tag musste die Veröffentlichung des Filmprojekts von Arcade Fire und Spike Jonze („Scenes from the Suburbs“ –  Teaser auf MUBI) vorläufig eingeschränkt werden – potenzielle Zuschauer aus USA, Kanada, Australien und Deutschland blieben außen vor:

[Movie hosting platform] MUBI’s founder and CEO Efe Cakarel told [gigaom] that he got notified at the last minute by the band’s manager that the short film could not be shown in the four countries to protect the release of the physical album.

Neben den weiteren, zur Genüge bekannten Diskussionen um YouTube und GEMA (neumusik.com berichtete erst kürzlich über den Unmut von Universal und Sony Music gegenüber der GEMA), und Spotify, die auf mehreren Märkten Lizenzverhandlungen führen, hat sich ebenfalls am 27. Juni Pandora’s Gründer Tim Westergren in einem Interview mit MusikWeek zum Thema geäußert:

“We pay too much in royalties,” he explained. “I say that as a musician who is supportive of it [the royalties system]. But we pay too much in absolute terms.”

He argued that Europe needed to follow the lead of the US and push forward with a “centralised licensing structure” such as SoundExchange.

Oder, wie Paul Resnikoff bezogen auf dieses Interview seinen Artikel betitelt: „Will Europe Ever Get Its Shit Together?“

Kann man im Fall von Arcade Fire argumentieren, es sei (vermutlich) kein ausschließlich lizenzbedingtes Problem, so schränkt zumindest die regional begrenzte Veröffentlichung und damit verbundene Auswertung den ganzheitlichen, globalen Ansatz einer Marketing-Strategie ein. Bezogen auf den Künstler ist dies einer der vorherrschenden Nachteile auch des aktuellen Lizenzierungsmodells – weltweit, und durch nationale Aufsplitterung verstärkt in Europa. Es ist richtig, dass regional unterschiedliche Märkte nach angepassten Strategien verlangen, aber den Online-Release künstlich im Zugang zu beschränken, fordert illegale Ansätze geradezu heraus.

Geschäftsmodelle, die der Musikindustrie einen neuen Erfolgsschub geben könnten, werden durch nicht zeitgemäße Anforderungen in ihrer Entwicklung beschränkt oder regional begrenzt – wiederum nicht zum Vorteil des Künstlers. Einen Einblick in die Situation der Musik-Startups gab neumusik.com bereits im Oktober letzten Jahres.

Unabhängig davon, wie hoch oder niedrig der Beitrag eines einzelnen Streaming-Service zum Unterhalt eines Künstlers sein mag, eine Nicht-Einigung bringt weder Marketing, noch Distribution, noch Royalties. Nicht zu vergessen ist, dass an Stelle oder ergänzend zu regionalen traditionellen Medien mehrere weltweite Streaming-Services treten (würden) – womit Reichweite massiv ausgebaut und neue Einkunftsquellen und Multiplikatoren gewonnen werden.

Nicht zuletzt stellt ein überarbeitetes Lizenzierungsmodell, das sich an den Anforderungen des Web orientiert, die für die meisten Künstler undankbaren statistischen Verteilschlüssel einiger Verwertungsgesellschaften in Frage. Denn alle Online-Anbieter können ohne erhöhten Aufwand exakte Angaben machen, welcher Künstler mit welchem Track zu welcher Uhrzeit und wie lange gespielt wurde. Eine adäquate Abbildung durch eine logische 1:1-Abbildung bei der Auszahlung der Royalties an die Urheber und Künstler lässt auf sich warten.

Webradio Pandora kündigt Börsengang an, Bewertung bei über einer Milliarde $

Das Online-Radio Pandora bereitet seinen Börsengang vor. TechCrunch:

According to the filing, Pandora aims to raise as much as $141.6 million in the offerring, and will offer offering 5,000,682 shares of its common stock with the selling stockholders are offering 8,683,318 shares of common stock in the IPO. The pricing of the stock puts Pandora’s valuation at over $1 billion.

Pandora hat 94 Millionen registrierte Nutzer und ist aktuell nur in den USA verfügbar.

Basierend auf dem selbst aufgebauten „Music Genome“ bietet Pandora personalisierbare Musikstreams an. Der Dienst ist ausgesprochen populär in den USA.