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Spotify: 20 Mio. zahlende Abonnenten, 75 Mio. Nutzer, 3 Milliarden $ an Musiker ausgezahlt

Spotify freut sich im eigenen Blog über 20 Millionen zahlende Abonnenten:

Today, we have reached more than 20 million subscribers and more than 75 million active users. 10 million subscribers in our first five and a half years – and another 10 million subscribers in just a single year! That’s an average of one new subscriber every three seconds over the last year. Wow.

And, more people listening on Spotify means more payouts to the creators of the music you love. As we grow, the amount of royalties we pay out to artists, songwriters and rights holders continues to climb faster than ever. We have now paid more than $3 billion USD in royalties, including more than $300 million in the first three months of 2015 alone.

Aufgrund der anhaltenden Debatte darüber, wie viel/wenig Musiker über Streaming einnehmen, hat Spotify zwei Grafiken angefügt:

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Die jüngsten Zahlen bedeuten, dass die Conversionsrate von Free-Nutzer zu zahlenden Nutzern zum ersten Mal seit 2013 gestiegen ist: von 25 Prozent auf 26,67 Prozent.

Spotify bezahlt wenig überraschend sein Wachstum mit steigenden Verlusten: 2014 betrugen diese 197 Mio. $, ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 289 Prozent (68 Millionen $).

Spotify sammelt 526 Millionen $ bei Bewertung von 8,5 Milliarden $ ein

Mit der neuen Finanzierungsrunde kommt Spotify nun auf 23 Investoren, darunter unter anderem TeliaSonera, eines der größten Telekommunikationsunternehmen Europas, Goldman Sachs und klassische Risikokapitalgeber wie KPCB. Das ebenfalls aus Schweden kommende TeliaSonera hat allein 115 Millionen US-Dollar investiert.

Tech.eu:

Barely 48 hours since the Apple Music announcement and Daniel Ek’s less than impressed tweet, and it appears that Spotify have strengthened their war chest even further as the Wall Street Journal report that the Swedish streaming company have closed a $526 million round at a fresh valuation of $8.5 billion. 

Merchandise & Co.: Spotify & BandPage kooperieren für Zusatzangebote von Musikern für Fans

Spotify und Bandpage

Spotify und Bandpage arbeiten zusammen, um Musikern die Möglichkeit zu geben, mit geringem Zusatzaufwand Merchandise und andere Produkte ihren Fans anbieten zu können.

Hier die Bandpage-Spotify-Site.

*Promote your merch to more fans and increase sales
*Delight your fans by offering unique experiences
*It’s easy — and free!

hypebot über die Kooperation:

in addition to traditional merch offers like t-­shirts, musicians can profit from additional revenue streams like VIP experiences, secret shows and other exclusive direct artist ­to ­fan offers.

Venturebeat:

“We’re looking at this as ‘commerce on Spotify 2.0′,” BandPage CEO and founder J Sider told VentureBeat. “BandPage already offers over half a million artists the opportunity for new streams of revenue, and now they have access to sell merch and band-to-fan experiences to Spotify’s 40 million users.”

Sider explained that when deals go up on BandPage, they are already available across lots of other music services, such as Shazam, Rhapsody, YouTube, and others.

Man beachte auch die Entwicklung von Topspin, die im Artikel von Venturebeat noch einmal kurz skizziert wird. Kooperationen dieser Art sind nicht zwingend langfristig stabil.

Spotify scheint Börsengang für Herbst 2014 zu planen

Logo von Spotify
Wie Quartz berichtet, hat Spotify begonnen mit Investmentbanken über einen möglichen Börsengang zu sprechen, der noch im Herbst diesen Jahres stattfinden könnte:

The popular music-streaming company has participated in informal chats with some of the investment banks likely to fight for a role in a potential IPO, sources familiar with the process said. The six-year-old service may start holding formal meetings as early as next month in anticipation of an offering in autumn. (Though the timeline for a possible IPO could change for a number of reasons, including unfavorable market conditions.)

Ein Börsengang würde notwendiges Geld in die Kriegskassen von Spotify spülen. Interessant wäre ein Börssengang aber vor allem für Musiker und andere aus der Branche, weil Spotify damit der erste On-Demand-Streaming-Dienst wäre, der konkrete, detaillierte Zahlen über das eigene Geschäft offenlegen muss.

Das könnte mindestens die erstaunlich faktenfreie öffentliche Diskussion über die Zahlungen an Musiker verändern.

Ein Börsengang wäre darüber hinaus gut für die Branche, weil sie unabhängige Unternehmen benötigt, die sich langfristig komplett und ausschließlich auf das Musikgeschäft konzentrieren; im Gegensatz zu den Musikabteilungen der großen Konzerne von Apple über Google bis Samsung.

Übernahme von The Echo Nest durch Spotify erschüttert die Streaming-Welt

Logo von Spotify
Die Übernahme von The Echo Nest durch Spotify hat die Musikstreamingwelt erschüttert. Die 100-Millionen-$-Übernahme1 hat mit einem Schlag den Status Quo auf dem Markt über den Haufen geworfen. The Echo Nest arbeitet als Dienstleister im Hintergrund nicht nur für Musik-Apps sondern auch für praktisch alle On-Demand-Streaming-Dienste als die Empfehlungsmaschine, die gleiche Songs gruppiert und so zum Beispiel automatisierte Radiostationen ermöglicht:

In addition to Spotify, it had amassed a wide range of customers for its music personalization and discovery technology. Some of those, today, are direct competitors of Spotify’s. They include Clear Channel’s iHeartradio, Beats Music, Rdio and SiriusXM.com — as well as others like the BBC, Foursquare, MTV, Twitter, VEVO and Yahoo!, Nokia and brands like Coca-Cola, Intel, Microsoft and Reebok.

Direkt nach der Übernahme kam deshalb sofort die Frage auf, wie die Geschäftsbeziehungen zwischen Echo Nest und den direkten Konkurrenten des neuen Besitzers Spotify aussehen werden. The Verge:

In an email to The Verge, Spotify says that all of The Echo Nest's existing business contracts will be fulfilled, meaning its competitors' music recommendations are safe for the short term. Whether competitors will be able to extend their contracts with The Echo Nest or begin new ones now that it's under Spotify is another question. “In the few cases where The Echo Nest does work with direct competitors we will work with their team to understand these relationships and determine the next business steps,” a Spotify representative says. “The bottom line is that The Echo Nest will meet all contractual obligations to all customers.”

Nachvollziehbarerweise reicht das den Konkurrenten natürlich nicht. Rdio-CEO Anthony Bay spricht gegenüber CNBC von verschiedenen Partnern, von denen The Echo Nest einer von von vielen war. Da Rdio seine (Nutzungs-)Daten nicht mit Konkurrenten teilen will, wird man künftig nicht mehr mit The Echo Nest zusammenarbeiten. Die Aussage, man habe gleichwertige Ersatzoptionen dürfte allerdings Trommeln ohne viel Substanz dahinter sein.

The Echo Nest war und ist in seinem Bereich, dem algorithmisch getriebenen Abgleich von Musik-Metadaten um Empfehlungen ausgeben zu können, einsamer Marktführer. Die Übernahme durch Spotify sichert damit nicht nur die technisch fokussierte Ausrichtung von Spotify sondern macht es, ganz nebenbei, den direkten Konkurrenten von Spotify künftig zumindest mittelfristig sehr schwer, gute pandoraähnliche, automatisch nach Genres oder Künstlern generierte Radiofunktionen anzubieten. Denn dafür fehlt ihnen, wenn sie von The Echo Nest weggehen (müssen), künftig die technische Grundlage.

Bisher im Schatten von The Echo Nest stehende Konkurrenten bereiten sich nun auf einen veränderten Markt vor. hypebot:

Musikki, first created as a real-time IDMB for music, says they're releasing a robust music data API next month. “It's based on the knowledge we used building Musikki,” CEO and Co-Founder Joao Afonso wrote early Wednesday morning. “All Spotify competitors won’t have to wait long for a complete solution.”

Other sources like Kevin Arnold's OpenAura are also gearing up to deliver content and data to music services.

Ob sie den Herausforderungen gewachsen sein werden, wird sich erst zeigen müssen. Die Qualität der Empfehlungen wird allerdings mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in der Anfangszeit zurückgehen.

Die Übernahme ist aus Branchensicht um so bedauerlicher als dass The Echo Nest gut genug positioniert war, um als unabhängiger B2B-Player den Gang an die Börse wagen zu können. Es bleibt die Frage, was die Investoren und Gründer getrieben hat, stattdessen den Exit zur Spotify-Abteilung zu wählen.

Für sachdienliche Hinweise können gern die Kommentare oder Email verwendet werden.

Wir haben über die Jahre regelmäßig über The Echo Nest berichtet:


  1. 90 Prozent davon in Spotify-Anteilen. 

Forgotify macht Spotifys 4 Millionen ungespielte Songs entdeckbar

Bekanntlich existieren auf Spotify 4 Millionen ungespielte Songs. Das neue Werkzeug Forgotify macht diese ungespielten Songs sichtbar.

The Atlantic:

Forgotify is built upon a database that the trio created to crawl Spotify’s API for pieces with a play count of zero. Once a song has been played, it disappears from the site, rendering it oddly reminiscent of an old, archival audio cassette which, once played, may never play again. Playing it destroys it. (Except, of course, in the case of Forgotify, the songs still live on in Spotify proper.)

Vor allem ältere Musik wird von Spotify-Nutzern verhältnismäßig seltener entdeckt:

According to Jordan, a lot of Spotify’s undiscovered tracks are older: Newer music tends to get at least a few plays as it posts, but the backlog from decades past just sits on Spotify’s digital shelves, accumulating dust. Forgotify, however, is built to mix it up. „We’ve tried to randomize the plays as much as possible so that each sequential track is from a different era and genre,“ Jordan told me.

Forgotify ist auch ein gutes Beispiel dafür, wie Programmierschnittstellen dabei helfen können, an den Missständen zu arbeiten, die in der vernetzten Öffentlichkeit debattiert werden. Die Überraschung, dass 4 Millionen Songs auf Spotify kein einziges Mal abgespielt wurden, führte zum Forgotify-Projekt.

Angebote wie Spotify werden so nicht in Stein gemeißelt sondern flüssiger. Diese grundlegende Fähigkeit zur Anpassung von Webdiensten sollte man bei jeder Betrachtung mitdenken.

Spotify erlaubt Musikern provisionsfrei den Verkauf von Merchandise

Topspin spotify

Spotify ermöglicht den Verkauf von Merchandise in Zusammenarbeit mit Topspin und dessen ArtistLink.

Besonders bemerkenswert ist, dass Spotify selbst keine Provision dafür verlangt, was darauf hindeutet, dass Spotify attraktiver für Musiker werden soll, die die Vorteile des On-Demand-Streamings für sich selbst noch nicht sehen.

Und so funktioniert es:

Merchandise listings within Spotify link to your existing merchandise anywhere on the web. That means that you don’t need to change how you sell merchandise, the Spotify listing simply points to your existing store.

First, you’ll need to create a Topspin ArtistLink account. When creating the account you’ll be asked which artists you wish to manage using the account. To ensure that only official representatives of an artist can manage the band Topspin will require you to verify your relationship to the artist either by connecting one of the artist’s social media accounts or by emailing Topspin.

Once you have been verified you can create your listing simply by adding an image, a title and a description alongside a URL to the item of merchandise in your store. Each listing will be moderated and approved to make sure it’s a legitimate merchandise offer. Once approved, the listing will show up on your artist page in Spotify, typically within 24 to 28 hours.

Musiker aus Deutschland, Österreich und der Schweiz können das Angebot ebenfalls nutzen. Diese Länder gehören allerdings noch nicht zu den Ländern, in denen Fans Merchandise über Spotify kaufen können:

Currently only users in the following english speaking countries will see merchandise listings within Spotify: U.S., U.K., Ireland, Australia, New Zealand, Denmark, Sweden, Norway and Iceland. We plan to roll our additional language support in the future. However, if you are an artist from a country that is not listed here you can still add your merchandise to Spotify and it will be shown in these countries. 

Spotify schafft Zeitbegrenzung für werbefinanziertes Streaming auf Desktop ab

Logo von Spotify
Spotify hat die Zeitbegrenzung für das kostenfreie, werbefinanzierte Musikhören für Web und Desktop abgeschafft. Das heißt also, dass man nun nicht nur auf Mobilgeräten wie neulich eingeführt sondern auch auf dem Desktop, so lang wie man möchte werbefinanziert Musik hören kann. Mit Desktop-Client und Web sogar On-Demand. Möglich wird das auch dank der letzten massiven Finanzierungsrunde:

The nice thing about raising $250 million is that it lets you offer your customers services that few competitors can match. Spotify, which is riding high after completing a massive fundraising round in November, said today that it has dropped all limits on streaming ad-supported music on the web. Previously, Spotify limited you to a certain number of hours a month after a 6-month trial period. As of today, the company has totally removed the caps, in a move that has implications for competitors like Beats Music and Rdio.

Das unbegrenzte mobile werbefinanzierte Hören auf Spotify ist nicht On-Demand. Es entspricht eher dem Radio-Ansatz von Pandora und Aupeo: Shuffle.

Nachhaltig ist die Änderung nur, wenn Spotifys Salesabteilung gut genug geworden ist, wovon man bei TechCrunch ausgeht und was zumindest öffentlich vom Spotify-CEO bestätigt wurde, was nicht bedeutet, dass es tatsächlich so sein muss:

Spotify’s advertising engine and paid customer conversion funnel are finally working well enough that today it eliminated all limits on free, ad-supported web listening in all countries. It’s an important milestone for the scalability and sustainability of Spotify’s business that contrasts with other streaming music services like Ex.fm and Rdio that are stumbling or shutting down.

Spotify erreicht jetzt 24 Millionen Hörer weltweit von denen 6 Millionen zahlende Abonnenten sind.

Spotify erhält weitere 250 Millionen $ bei Bewertung von 4 Mia. $

Spotify hat in einer neuen Finanzierungsrunde 250 Millionen US-Dollar bei einer Bewertung von 4 Milliarden US-Dollar erhalten. Das Wall Street Journal setzt die Bewertung und die Umsätze von Spotify ins Verhältnis zu Pandora:

Spotify’s valuation is beginning to approach the market capitalization of Pandora, which went public in 2011 and is currently valued at $5.7 billion.

Spotify generated more revenue last year—€434.7 million, or about $585 million—compared with Pandora’s $427 million.

Losses at both companies, however, have widened as robust listener growth has brought with it higher royalty costs for playing songs.

[..]

Spotify pulls in most of its revenue from premium subscriptions—more than 6 million pay up to $10 a month—and the rest from advertisers. It also has more than 24 million active free users.

Laut TechCrunch soll Technology Crossover Ventures der alleinige Investor der Runde sein. Hier die Finanzierungshistorie von Spotify:

The round could be called Spotify’s Series F and brings the company to $538 million in total funding. It follows the $100 million round in 2012 led by Goldman Sachs, and that sources say included Fidelity Ventures and Coca-Cola. That came after Spotify’s previous $100 million venture round in 2011 from Kleiner Perkins Caufield & Byers, Accel Partners, and Digital Sky Technologies.

Angesichts der aktuellen Zahlen wird Spotify wohl innerhalb der nächsten zwei Jahre an die Börse gehen.

re/spin importiert Playlists von Last.fm und Spotify in Rdio

Mit re/spin lassen sich Playlists von Last.fm und Spotify in Rdio importieren.

Playlistportabilität wird ein wichtiges Thema in den nächsten Jahren werden. Die Streamingdienste haben keinen Anreiz, die Playlists ihrer Nutzer exportierbar zu machen. Je mehr Zeit eine Nutzerin in ihre Playlists gesteckt hat, desto größer ist der Lock-In in den Dienst, bei dem sie die Playlists angelegt hat.
Dritte Parteien wie re/spin von Adam Campbell können hier Abhilfe schaffen.

Spotify und SoundCloud: Webmusik wird endlich sozial

Anlässlich des neuen einbettbaren Follow-Buttons von Spotify soll hier noch ein Text zu Spotify und SoundCloud nachgereicht werden, den ich Anfang des Jahres für den Musikmarkt geschrieben habe. Was Spotify und SoundCloud machen, ist extrem wichtig, zeigen sie doch die (soziale) Zukunft des digitalen Musikbusiness auf. 

Wer sich eine Weile im Web bewegt und das eine oder andere Social Network benutzt, wird irgendwann Gemeinsamkeiten bei den Diensten feststellen. Da wäre etwa der Newsfeed, wie ihn Facebook populär gemacht hat. Statt die Profile der Freunde nach Neuigkeiten absurfen zu müssen, sieht man bequem in einer chronologischen, mittlerweile zusätzlich mittels Algorithmus gewichteten, Ansicht, was es neues gibt. Oder der Retweet. Mit einem Klick (und je nach App einem Bestätigungsklick) lassen sich die Tweets der anderen in die eigene Timeline und den eigenen Followern anzeigen. Auch Follower, wie sie Twitter eingeführt hat, sieht man überall im Web: Pinterest, Tumblr, mittlerweile auch Facebook und andere haben das Follower-Prinzip ebenfalls eingeführt oder basieren darauf.

2010 habe ich diese Elemente unter dem Begriff des ‚Social-Web-Patterns‘ zusammengefasst: Der Feed als die Anzeige der Aktivitäten, eine Ein-Klick-Geste, die das Verbreiten von Informationen auf dem Dienst unter den Nutzern vereinfacht und Verknüpfungen mit anderen Diensten. Ende 2012 halten diese Elemente nun Einzug bei den großen Musikdiensten im Web. SoundCloud setzte bereits von Anfang an auf das asymmetrische Follower-Prinzip. Mit der neuen Version führt SoundCloud nun mit der „Repost“-Funktion die eigene Variante des Retweets ein. Wenn einer Nutzerin ein Song gefällt, kann sie ihn mit einem Klick über das eigene Profil verbreiten. Ihre SoundCloud-Follower sehen anschließend den weiterverteilten Song in ihrem SoundCloud-Newsfeed, wenn sie das nächste mal reinschauen. Die Bedeutung dieser Neuerung ist kaum zu überschätzen. Tweets auf Twitter können, bei Breaking News etwa, in wenigen Stunden auf Zehntausende Retweets kommen und damit potentiell von Millionen Menschen gesehen werden. Ähnliches gilt nun für die Verbreitung von Musik auf SoundCloud.

Auch Spotify wird sozialer: Der populäre Streamingdienst hat Anfang Dezember 2012 seine Version des Follower-Prinzips vorgestellt. Künftig wird man Freunden und Musikern, also jeder Nutzerin, die man interessant findet, auf Spotify folgen können. So kann man dann künftig sehen, was die Lieblingsmusikerin auf Spotify anhört oder welche Playlists sie anlegt. Besonders die populären Stars bekommen damit auf Spotify eine neue, interessante Art, ihre Fans zu erreichen.

SoundClouds neue Version ist bereits live. Spotify führt seine in den nächsten Tagen und Wochen ein. Beide zeigen, wo die Musikreise im Social Web hingeht.


Spotify führt Follow-Button zum Einbinden in Websites ein

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Spotify führt einen Follow-Button zum Einbinden in Websites ein, wie man es bereits von Facebook, Twitter, LinkedIn und anderen Social Networks kennt.

Einsetzen kann dieser Button jeder Nutzer, nicht nur Musiker.

Das ist besonders interessant, weil Spotify auf diesen Weg, wenn der Button Verbreitung im Web findet, sich ähnlich stark verankern könnte wie Facebook mit seinem integrierbaren Like-Button und anderen Social-Widgets.

In der Pressemitteilung heißt es dazu:

Alle Nutzer die auf „Follow“ klicken, erhalten ab diesen Zeitpunkt relevante Updates von dem gewählten Spotify-Profil, wie zum Beispiel über das aktuelle Album ihrer Lieblingsband, neue Single-Releases oder die Redaktions-Playlist eines Blogs oder Magazins. Somit sind Nutzer noch näher an der Musik dran, die sie mögen.

Der Spotify Follow Button eignet sich besonders für Künstler, die sich eine breite Fanbasis aufbauen wollen, Blogger, die ihre Spotify-Reichweite erhöhen oder Musikexperten, die ihre Musiktipps teilen möchten. Sie müssen lediglich den Spotify Follow Button auf ihrer Webseite einbauen und schon können Besucher der Webseite dem Spotify Profil mit nur einem Klick folgen.

Spotify FollowButton

TechCrunch zu den Implikationen:

And there is a B2B angle here, too: for the labels, artists and others who appear on Spotify, it places the music streaming service as a more effective marketing platform, highlighting how Spotify may choose to exploit that more commercially in the future.

[..]

Spotify tells me that the Follow button will start appearing everywhere beginning today, both on desktop and mobile, just as the Play widget is already. Some, such as app maker Playlists, says it embedded the button yesterday and will be promoting it as a button for its members to enhance their profiles[..]

Der Follow-Button wird meiner Ansicht nach sehr viel wichtiger werden als der von Spotify bereits angebotene, einbettbare Play-Button, der unter anderem bei Tumblr direkt in der Plattform integriert ist.

Wie ein Song über Spotify in die Charts kam

Will Page, Director of economic development bei Spotify, zeigt an einem Beispiel, wie ein Song auf und über Spotify berühmt werden kann:

Using the recent example of the hit single “Royals” from New Zealand singer Ella Yelich-O’Connor (aka Lorde), Page explained that sharing on Spotify was pretty evenly distributed between people adding the song to playlists, listening to the song on other people’s playlists, and finding it via Spotify organically (via search). However, when Spotify’s Sean Parker added Royals to his “Hipster International” playlist back in April, the song went super nova — grabbing a significant increase in listener activity over the next 24 hours and pushing her to the second most popular song on Spotify two weeks later.

Die Macht populärer Playlists.
Die Auswirkungen können signifikant sein und sind nicht auf Spotify beschränkt:

It also suggests that Spotify is actively helping to diversify hit songs across the board. For instance, last week Lorde reached the top 10 on Billboard’s Alternative music chart — the first time a female lead musician has done so in 17 years.

Der Song hätte vielleicht auch ohne Spotify die Charts erklommen, aber es erscheint recht naheliegend, dass Spotify zumindest eine tragende Rolle beim Erfolg des Liedes gespielt hat.

Daniel Ek: Spotify wird dieses Jahr 500 Mio. $ auszahlen

evolver.fm:

Spotify chief executive and co-founder Daniel Ek dropped a startling statistic at Los Angeles‘ Innovation Forum event on Tuesday: that his freemium music service is on track to pay out $500 million to music copyright holders over the course of this year.

Das wäre eine Hausnummer. Wieviel davon bei Musikern ankommt, hängt von den Konditionen der Labels mit Spotify und mit den Musikern ab.

Die Auswirkungen der Deals von Spotify mit Netzbetreibern

Auf neunetz.com habe ich über die Implikationen der Deals von Spotify mit vielen europäischen Netzbetreibern geschrieben. Spotifys europäischer Marsch gegen die Netzneutralität — neunetz.com:

Jeder Vertrag von Spotify mit einem weiteren europäischen Netzbetreiber ist ein weiterer Nagel im Sarg einer möglichem europäischen Festschreibung der Netzneutralität. Denn jeder Vertrag schafft Tatsachen, in jedem europäischen Land. Je mehr solche Tatsachen existieren, desto schwieriger wird eine Rechtfertigung für eine neue gesetzliche Regelung.

Die Strategie der Netzbetreiber ist einfach:

1. Der Kunde freut sich heute. Mit diesem T-Mobile-Tarif kann ich so viel Spotify streamen wie ich will, auch wenn ich unterwegs bin!

2. Der Kunde ärgert sich morgen, wenn es zu spät ist. Mit diesem Tarif bekomme ich Spotify und YouTube inklusive, aber ein langsames Facebook. Bei dem anderen Tarif zahle ich 10 Euro mehr, aber erhalte neben YouTube auch Facebook und SPON in schnell, aber kein Spotify. Und, oh Gott, meine Nase blutet!

Ohne Netzneutralität wird das Abschließen eines Internetzugangs so verständlich wie der Abschluss einer Versicherung werden.

Wer hätte gedacht, das ein beliebtes Musikstartup aus Schweden das Ende für eine Festschreibung der Netzneutralität auf europäischer Ebene darstellen könnte?

Studie: 89% der digitalen Musikeinkünfte in Schweden über Streaming

Auf Diskurs @ Deutschlandfunk habe ich in einem Artikel die aktuellen Entwicklungen im digitalen Musikbusiness von Crowdfunding bis Streaming zusammengefasst:

Neben Downloads werden Abodienste für Musiker immer wichtiger. Dienste wie Spotify, Simfy und Rdio kannibalisieren zwar zum Teil Musikverkäufe, aber das macht Filesharing auch. Der Unterschied liegt in den Beträgen, die Musikern bei On-Demand-Streaming ausgezahlt werden. In Schweden, dem Herkunftsland von Spotify, übernimmt Streaming laut einer Studie mittlerweile 89 Prozent der digitalen Musikeinkünfte und sorgte sogar für einen Anstieg der gesamten Einkünfte von 30,1 Prozent. Streaming führt also zu einem Rückgang des klassischen Verkaufs von Musik, aber die Einkommenszugewinne über Streaming scheinen das mehr als wett zu machen, sobald Streaming wie in Schweden eine kritische Masse erreicht.

Streaming als virales Marketing

Damit aber noch nicht genug. On-Demand-Streaming-Dienste wie Spotify oder Simfy bieten noch einen weiteren Vorteil für Musiker. Jeder dieser Dienste ist über Open Graph an Facebook angebunden. Wenn also ein Fan die Songs einer Band anhört, sehen die Facebook-Freunde das im Newsticker auf Facebook. Ein gesamtes angehörtes Album führt zu einem Newsfeedeintrag mit noch mehr Sichtbarkeit.

Spotify führt kostenfreies Radio für mobile Apps ein

Spotify hat eine kostenfreie Webradiofunktion ähnlich der von Pandora und Aupeo! für die eigenen mobilen Apps eingeführt:

Create stations based on any song, artist, album or playlist, and let Spotify bring you one great song after another.

When you like a song, give it a thumbs up and it’ll be saved to a Spotify playlist on your desktop. So you can listen whenever you like.

Get busy with your thumbs
By liking songs, you’ll help to personalize your stations – meaning they’ll play more of the music you want to hear.

Das ist ausgesprochen clever gelöst: Während das Radio dank Webradiolizenz kostenfrei und werbefinanziert angeboten wird und damit den kostenfreien Teil von Spotify stärkt, ist die Personalisierung dieses Radios direkt an den kostenpflichtigen On-Demand-Teil von Spotify geknüpft. Sprich: Wer die Lieblingssongs auch mobil sofort abrufen will, muss bezahlen. 

Als das Spotify-Radio im April als Gerücht durch die Branche ging schrieb ich:

Jeder On-Demand-Streaming-Anbieter sollte ein Webradio-Feature entwickeln, wenn er größere Ambitionen hat. Webradiolizenzen sind zum einen günstiger und bestenfalls mit Werbung profitabel refinanzierbar und, mindestens so wichtig, man bekommt bei diesem Feature Zugriff auf Musik, die von den Künstlern aus dem On-Demand-Bereich herausgehalten werden.

[..]

Vorteil für Spotify neben der erhöhten Attraktivität: Die werbefinanzierte kostenfreie Version wird umfangreicher. Außerdem ist es wirtschaftlich von Vorteil für Spotify, wenn ein Nutzer statt On-Demand das Radio wählt.

In den USA könnte das vor allem für den Webradio-Platzhirsch Pandora (an dem ich Aktien halte) problematisch werden, denn das Zauberwort heißt hier kostenfreie mobile Nutzung wie Peter Kafka für All Things D schreibt:

But here’s the key takeaway: Spotify now has an option that lets people use the service for free, on mobile devices. Up until now, the only way to get Spotify on the go was to pay $10 or more per month, while Pandora’s key selling point was free mobility.
So Spotify now has a chance to expose many more people to its product, in the hopes of eventually converting some of them to paid subscribers.

Die Herangehensweisen hinter den Kulissen unterscheiden sich (noch) stark, wie Kafka schreibt:

One other difference between the two services: Pandora programs music based on a complex algorithm based on songs’ musical “DNA.” Which means that if you tell Pandora you like the Ronettes’ “Be My Baby,” it will find other songs that feature “rock & roll roots,” “a subtle use of vocal harmony,” “acoustic rhythm piano,” etc. But Spotify says it is relying on the “social graph,” so it will find music that people who like the Ronettes also like. You may notice this, or not.

Die Funktion kommt zunächst zu den iPhone- und iPad-Apps. Android soll folgen. Aktuell ist das Spotify-Radio nur in den USA verfügbar, dürfte aber bald international verfügbar werden, weil Webradiolizenzen über Verwertungsgesellschaften gegenüber On-Demand-Lizenzen verhältnismäßig unproblematisch zu bekommen sind. (Bei letzteren sprechen bekanntlich noch die Rechteinhaber mit.)

Spotify jetzt auch ohne Facebookanbindung für neue Nutzer

Auf Spotify kann man sich jetzt in Deutschland als Neunutzer auch ohne Facebook-Anbindung registrieren.

Wie Spotify trotz fehlender Einigung mit der GEMA in Deutschland verfügbar sein kann

Zwischen Spotify und GEMA gibt es noch keine Einigung, auch wenn die Verhandlungen „konstruktiv“ verlaufen sollen. Wie kann Spotify trotzdem in Deutschland verfügbar sein?

Musikmarkt hat die Erklärung:

 „Laut Artikel 11 Abs. 2 Urheberrechtswahrnehmungsgesetz ist das möglich“, erklärt die GEMA. Dieser Artikel sehe vor, „dass durch Verwertungsgesellschaften wahrgenommene Rechte unter bestimmten Umständen auch ohne einen entsprechenden Vertrag abgeschlossen zu haben als eingeräumt gelten.“ Gehe ein Unternehmen wie Spotify diesen Weg, sei es legal auf dem deutschen Markt aktiv, ein rechtliches Vorgehen der jeweiligen Verwertungsgesellschaft gegen Nutzer damit gegebenenfalls ausgeschlossen, so die GEMA. „Angefallene Lizenzgebühren werden in diesem Fall nach Vertragsabschluß rückwirkend fällig. Die Möglichkeiten des Urheberrechtswahrnehmungsgesetzes stehen nicht nur Spotify, sondern allen Nutzern offen.“

Spotify plant angeblich pandoraähnliche Webradio-Funktion

Spotify plant eine Webradiofunktion, die Pandora ähnelt, für Ende des Jahres. Bloomberg:

The new format would be similar to Pandora’s, which operates like radio and is cheaper to operate because royalty rates are lower and set by Congress. The new service would start by year-end and be supported by advertising, said the people, who weren’t authorized to talk publicly. The company has begun notifying some content partners of its plans, they said.

Das ergibt Sinn. Jeder On-Demand-Streaming-Anbieter sollte ein Webradio-Feature entwickeln, wenn er größere Ambitionen hat. Webradiolizenzen sind zum einen günstiger und bestenfalls mit Werbung profitabel refinanzierbar und, mindestens so wichtig, man bekommt bei diesem Feature Zugriff auf Musik, die von den Künstlern aus dem On-Demand-Bereich herausgehalten werden.

Spotifys Webradio an dem Konzept von Pandora anzulehnen, ergibt auch Sinn. Pandora (an dem ich Aktien halte) ist in den USA so populär, dass viele Hörer es synonym für Webradio sehen. Pandora nutzt das eigene Music Genome Project, um Radiostationen rund um ähnliche Musik automatisch zu erstellen.

Spotify könnte für dieses Feature auf externe Daten von zum Beispiel The Echo Nest zurückgreifen und zusätzlich Stationen automatisch aus dem zurückliegenden (On-Demand-)Hörverhalten der Nutzer erstellen. Vorteil der Nutzer: Die Bequemlichkeit des Webradios und die größere Musikbandbreite. 

Vorteil für Spotify neben der erhöhten Attraktivität: Die werbefinanzierte kostenfreie Version wird umfangreicher. Außerdem ist es wirtschaftlich von Vorteil für Spotify, wenn ein Nutzer statt On-Demand das Radio wählt.

Sollte das Gerücht nicht stimmen, könnte es eine sich selbst erfüllende Prophezeiung werden: Ein solches Feature wäre für einen Dienst, der das Musik-Betriebssystem werden will, einfach zu sinnvoll.

Das bedeutet am Ende auch, dass wir ähnliches von Rhapsody/Napster, Rdio, Deezer und Simfy erwarten könnten.