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Vevo steht nicht mehr zum Verkauf

Vevo, die Musikvideoplattform, die ein Joint Venture von Majorlabeln und YouTube ist, stand längere Zeit zum Verkauf. Nun haben sich die Labels gegen einen Verkauf entschieden, wie die New York Post berichtet und wollen Vevo weiter ausbauen. Angesichts des vor dem Umbruch stehenden TV-Geschäfts sicher keine schlechte Idee.

Vevo is the fifth’s-biggest destination on the Web, pulling in 43.5 million uniques — placing it just behind Google, Facebook, AOL and Yahoo!, according to ComScore’s July data, released Monday.
Vevo derives most of its traffic from YouTube, but, sources said, Rio Caraeff, president and CEO, has done a good job loosening its reliance on the No. 1 video streaming site by pushing its syndicated platform across the Web.

Das in Portland sitzende Vadio Inc., ein Musikvideodienstleister, hat just mit Vevo einen Deal abgeschlossen, um Musikvideos zu Webradiodiensten zu bringen:

The goal of the partnership is to help Web radio services host music videos, which command higher rates for advertising, according to Vadio Chief Executive Officer Bryce Clemmer. Vevo’s videos and the ads that appear on them will provide additional revenue as competition for listeners grows from streaming services such as Spotify Ltd. and Pandora Media Inc. 

„What we’re doing is taking any audio stream, something like iHeartRadio, Pandora or Spotify, and evolving it to video,“ Clemmer said in an interview. „Most content delivered through services like Pandora is audio content, and that’s been very hard to monetize profitably.“

Vevo nutzt in Deutschland auf Nutzungsprognosen basierenden Einführungstarif der GEMA

Wieso konnte Vevo in Deutschland eine Einigung mit der GEMA finden? Die Antwort: Das Joint Venture von Universal, Sony und YouTube bekommt als Markteinsteiger in Deutschland einen Beginnerbonus: Die Möglichkeit, den auf Nutzungsprognosen basierenden pauschalen Einführungstarif der GEMA zu nutzen.

Martin Weigert erklärt die Sachlage auf netzwertig.com:

Für Vevo gelten prinzipell die gleichen tariflichen Grundlagen wie für alle anderen digitalen Musikangebote, die legal in Deutschland operieren. Als werbefinanzierter Gratisservice mit hoher Interaktivität sind dies 0,00375 Euro pro von Anwendern gestreamtem Titel, die mindestens abzuführen sind (oder 10,25 Prozent der mit dem Streaming erwirtschafteten Umsätze). Es handelt sich also um die gleiche Summe, die die GEMA auch von YouTube verlangt. Dem Google-Videoportal erscheint dies jedoch zu hoch, weshalb es bisher keinen Vertrag mit der GEMA zustande gebracht hat.

[..]

Als auf dem deutschen Markt neuer Anbieter räumt die GEMA dem Portal einen auf maximal zwei Jahre begrenzten pauschalen Einführungstarif ein. Dieser soll jungen Musikdiensten in der Aufbauphase ihres Geschäftsmodells bei der Kalkulation helfen, so das Ziel dieser Sonderlösung. Eine GEMA-Sprecherin bestätigte uns, dass man sich mit Vevo auf diesen Einführungstarif geeinigt habe. Je nach Zahl der prognostizierten ausgelieferten Streams im ersten Jahr beträgt die Pauschale für Dienste mit hoher Interaktivität – Vevo fällt wegen seiner On-Demand-Features in diese Kategorie – zwischen 125.000 Euro (bis zu 200 Millionen Streams/Jahr) und 2,25 Millionen Euro (Bis zu 2 Milliarden Streams/Jahr). Auf welche Pauschale sich Vevo und GEMA geeinigt haben, hängt von Vevos gegenüber den Verwertern kommunizierter Trafficprognose ab. 

(Hervorhebung von mir)

Das erklärt, wieso Vevo in Deutschland mit (einem) GEMA-Tarif starten konnte, während YouTube noch keine Einigung finden konnte.

Das bedeutet außerdem, dass spätestens in zwei Jahren Vevo auf dem deutschen Markt stark eingeschränkt werden könnte, wenn Vevo ähnlich wie YouTube findet, dass der reguläre Tarif zu hoch ist. Sollte Vevo zu erfolgreich sein und die Nutzung 30 Prozent über der Prognose liegen, kann das bereits in einem Jahr passieren. (Siehe Punkt 4 im Tarif-PDF-Dokument der GEMA.)

Der Berliner Musikvideodienst Tape.tv aber scheint sich mit dem regulären Tarif arrangiert zu haben. Der Dienst ist seit 2008, also bereits länger als 2 Jahre, am Markt und hat laut Crunchbase bis dato insgesamt lediglich 6,2 Millionen US-Dollar Risikokapital erhalten.

Musikvideos: Vevo startet offiziell in Deutschland, ohne YouTube

Logo von Vevo
Das ging schneller als erwartet. Das Musikvideoangebot Vevo ist offiziell in Deutschland gestartet. Vevo bietet über "75.000 Musikvideos, Live-Konzertmitschnitte und eigenproduzierte Programminhalte".

Gegenüber W&V erklärt Nic Jones, Senior Vice President Vevo International, dass man zwei Jahre daran arbeiten musste, um für den Deutschen Markt eine Einigung mit der GEMA zu finden. Im November 2010 hatte man diesbezüglich auch eine Story in der Financial Times Deutschland platzieren können.

Vevo setzt neben Musikvideos auch stark auf eigene, beziehungsweise von Partnern exklusiv erhaltene Inhalte. W&V:

Neben Musikvideos will Vevo die User mit eigenen Shows unterhalten. "Live on Letterman" etwa zeigt legendäre Auftritte internationaler Stars wie Norah Jones, Coldplay und Peter Gabriel aus der US Late Night Show. Bei der "Go Show" trifft eine angesagte Band oder ein Künstler auf eine Handvoll Fans, um mit ihnen bei einer Secret-Show zu feiern. Das Format "Lift" begleitet Newcomer wie John Newman über acht Wochen hinweg auf ihrem Weg nach oben. Daneben gibt es Comedy-Formate und Mode-Specials.

Vevo, das ein Joint Venture von Sony, Universal und YouTube (Google) ist, ist wenig überraschend inhaltlich als auch technisch gut aufgestellt und auch auf den immer wichtiger werdenden TV/Wohnzimmer-Plattformen Apple TV und Xbox vertreten.

In Deutschland startet Vevo ohne YouTube, weil letztere noch keine Einigung mit der GEMA gefunden haben. Von den 13 Ländern, in denen Vevo verfügbar ist, ist der deutsche Markt der erste, in dem Vevo ohne YouTube startet.

Wie bereits bei der Ankündigung von Vevo angemerkt, wird es nun spannend, ob das Berliner Startup Tape.tv ein zweites Simfy verhindern kann.


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Musikvideo-Dienst VEVO kommt bald nach Deutschland

Der Musikvideo-Dienst VEVO kommt „bald“ nach Deutschland. Carsten Drees auf mobilegeeks.de berichtet:

VEVO und die GEMA einigen sich und das bedeutet unter dem Strich, dass das Angebot von VEVO bis zum Jahresende auch in Deutschland zur Verfügung stehen wird. Über 75.000 Musikvideos, Live-Konzertmitschnitte und auch eigenproduzierte Inhalte wie Musik-Dokumentationen werden zum Angebot gehören.

Wir werden VEVO über die Webseite aufrufen können, dazu gibt es dann aber natürlich auch Apps, mit denen wir auf die ganze Musik-Palette auch per Tablet und Smartphone zugreifen können. Darüber hinaus gibt es VEVO auch für Besitzer der Xbox oder Apple TV.

„Ende des Jahres“ ist allerdings kein bestätigter Termin. Einzig Mobilegeeks berichtet über diesen Zeitpunkt. Financial Times:

While the company has yet to reveal a launch date, it said it will soon bring 75,000 music videos, live concert events and original programming to Germany across all of Vevo’s web, mobile and connected TV apps, including the recently launched Apple TV.

Eine Teaserseite auf VEVO gibt es auch bereits.

VEVO ist ein Joint Venture für Musikvideos, das von Majorlabels (UMG, Sony Music Group; EMI lizenzierte die Inhalte) und YouTube 2009 gestartet wurde und dank der Inhalte sofort erfolgreich war.

VEVO wird in Deutschland ohne YouTube als Partner an den Start gehen. Musically:

“This is a very different launch from the ones we’ve done before,” Vevo’s Nic Jones tells the Financial Times, referring mainly to the fact that Vevo will be entering Germany alone rather than with YouTube as a partner. That said, as the owner of a reportedly-7% stake in Vevo, YouTube is still in the background of the deal, even if it’s not (for now) a distribution partner in Germany.

GEMA and YouTube had been negotiating last year to resolve their dispute, but the talks broke down in January with GEMA filing for damages for more than 1,000 songs through the German Patent and Trademark Office, then followed with a cease-and-desist order demanding YouTube stop telling German users trying to visit blocked videos that GEMA was the cause.

Über die Schwierigkeiten von VEVO mit der GEMA hatten wir 2010 kurz berichtet. VEVO ist regelmäßig Thema in unseren Musikbusinessnews-Übersichten.

Im März 2012 hat VEVO Personalisierung und eine tiefere Facebook-Integration eingeführt. Bereits 2011 startete VEVO in Großbritannien.

Das in Berlin ansässige Musikvideoangebot Tape.tv wird sich warm anziehen und anstrengen müssen, um nicht  das gleiche Schicksal zu erleiden wie das deutsche Simfy, dass nach der GEMA-Einigung und dem darauf folgenden Markteinstieg von Spotify, MOG, Rdio und anderen in Deutschland signifikant an Bedeutung verlor und verliert.

VEVO veröffentlicht Statistiken

Die Musikvideosite VEVO, ein Joint Venture von UMG und Sony Music Entertainment, hat einige Statistiken veröffentlicht:

Vevo now has 54.5 million monthly unique viewers in the US, while its mobile apps have four million monthly active users watching 40 million streams a month. “It’s doubling every 30 days in terms of the volume we’re seeing through there.”

VEVO wurde mit Technik von YouTube umgesetzt.

VEVO ist dank GEMA nicht in Deutschland verfügbar.

VEVO nicht in Deutschland dank GEMA

vevoVEVO ist eine Musikvideosite, die als Joint Venture von Universal Music Group und Sony Music Entertainment (und seit Oktober 2009 der Abu Dhabi Media Company) gestartet ist und deren Technik von YouTube kommt.

VEVO ist bis dato in Deutschland nicht verfügbar. Grund dafür ist der anhaltende Streit zwischen GEMA und YouTube bezüglich der Vergütung.

Die Financial Times Deutschland:

In Deutschland steht dem Start von Vevo und vielen anderen Diensten ein Streit zwischen Youtube und der Verwertungsgesellschaft Gema im Weg. Seit mehr als einem Jahr gelingt es den Parteien nicht, sich über ein Vergütungsmodell für die Künstler zu einigen. Im dem nach den USA, Großbritannien und Japan weltweit viertgrößten Musikmarkt konnte sich bisher nur der deutsche Dienst Simfy mit der Gema auf ein Preismodell einigen.

Interessant ist auch die offizielle Haltung von Sony Music Deutschland gegenüber Spotify:

Sony Music sehnt hierzulande den Durchbruch von Musikstreaming-Angeboten herbei. „Ich wünsche mir, dass Vevo und Spotify im kommenden Jahr nach Deutschland kommt“, sagte Sony-Music-Deutschlandchef Edgar Berger der FTD.

Das könnte den Schluss nahelegen, dass Spotify hierzulande ebenfalls nicht an den Labeln sondern an der GEMA bisher gescheitert ist.